Posts mit dem Label Italien werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Italien werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 7. Oktober 2023

Nicht nur die Architekturbiennale lässt einen ratlos zurück. Auch dieser Morgen, so schön er hier in Venedig sein mag (das Photo hatte ich um 7h30 ausgenommen). Die Nachrichten habe ich erst beim Frühstück mitbekommen.

Und wer ist nun Schuld? 
Nach meinen bisherigen Überlegungen (der Eintragsnachtrag wurde am 29.10.2023 verfasst) würde ich sagen: Kaiser Hadrian?...Nebukadnezar II?...
Aber wahrscheinlich greift selbst das zu kurz. Wir sind nur Gast auf Erden.

Montag, 5. September 2022

Sparta und Sibaris

In dieser spartanischen Umgebung liegt Sibari. Man möchte es kaum glauben. Aber wahrscheinlich waren Spartaner als auch Sibariten auf ihrer Weise dekadent. Die gegenseitigen Neckereinen der Antike. 
Sibaris hatte jedenfalls eine Lärmschutzverordnung, wohingegen die Spartaner vermutlich schwerhörig waren.
 
Das Hinterland Sibaris, aus dem wir gerade hinunter in die fruchtbare Schwemmebene des Crati fahren, ist hingegen teilweise Siedlungsgebiet der albanischen Minderheit die nach dem Tode Skanderbegs nach Italien einwanderte.
Rechts außerhalb des Bildes erstreckt sich die Hochebene, auf der der Torre Mordillo steht. Dieser befindet sich auf dem Gemeindegebiet von Spixane,  uns eher geläufig als Spezzano Albanese.

Das Besondere dieses Gebiets und der ganzen weiteren Ostküste von Sibaris bis Metaponto ist jedoch die ausgeprägte Undurchlässigkeit des Gebietes.
 
Fruchtbare Ebenen mit furchtbaren Rad- und Fußwegen.
 
Es wirkt fast so, als hätte sich die Zerstrittenheit der griechischen Stadtstaaten über die Jahrhunderte bis ins Heute tradiert, in dem die Grenzflüsse Crati, Agri, Cavone, Basento, Bradano kaum überbrückt sind und für alles, was kein Auto ist, Umwege hervorrufen, die eine Wegstrecke von sonst 40 km auf 100 km anwachsen lassen. Die Bahn transportiert leider gerade dort keine Fahrräder.

Mittwoch, 24. August 2022

Erbsünde

Verlässt man Matera südwärts in Richtung Metaponto, folgt die Straße dem Hangrücken auf dem sich die Altstadt in Richtung Osten zur Gravina Matera hin senkt, dann schweift der Blick nach Westem weitaus in einen sanft gewellte ziemlich ausgeräumte Agrarlandschaft mit Einsprengseln industrieller Nutzungen, wie hier in Bildmitte oberhalb des Bauernhofes (!) eine erstaunlich kleine Photovoltaikanlage. Gemahnend dem Spruch "Erst wenn der letzte Quadratmeter der Erde zur Lebensmittelproduktion genutzt ist, werdet ihr feststellen, dass man mit Brot kein Auto antreiben kann" ....oder war das irgendwie anders herum?.
 
Aufgenommen habe ich das Photo aber wegen der Brücke, die dort verloren in der Landschaft steht und seit 36 Jahren  vor sich hinrostet. Sie überbrückt den hier in einer Felsschlucht  (= Gravina) eingeschnittenen Bradano - unweit der "Höhlenkirche der Erbsünde" wie Google maps zu entehmen ist.
 
Über die Brücke sollten (geplant wurde das Ganze als Ersatz für die Anfang der 70´er Jahre eingestellte Schmalspurbahn von Matera nach Montalbano Ionica) schon lange Züge der Trenitalia fahren. Doch erst in jüngster Zeit macht man sich Gedanken das Werk zu vollenden. 
 
Vom Photostandpunkt sind es zur Brücke 14km Wegstrecke (wir haben daher den Besuch von Brücke und Felsenkriche nicht in Erwägung gezogen). Von Matera selbst sind es bis zum Endbahnhof dieser Bahnstrecke ca. 5 km Weg und 250 Höhmeter über großteils offenes Land, wie auch hier im Bild. Eine Bahn aus aus dem Nichts in das Nichts. Wenn man dort mit dem Zug fahren möchte, ist man ohne Auto aufgeschmissen.

Es war unsere zweiter Radltag auf unserer heurigen Urlaubsreise mit Ziel Kalabrien. Die Fahrt von Matera hinab war genüsslich, meist mit leichtem Gefälle auf ehemaligen Staatsstraßen, die in Provinzstraßen zurückgestuft wurden und nun langsam verfallen sowie auf stellenweise besser gepflegten Gemeindestraßen, manchmal parallel mit Resten der Bahntrasse der alten Bahn FV Calabro Lucane - an einem Bahnübergang lagen sogar noch die Geleise im Asphalt, was bedeutet, dass der Straßenasphalt dort auf das Jahr 1972 datierte. 
 
Gut drei Stunden ging es durch diese Gegend. Verlassene oder verlassen erscheinende Höfe. Gelegentlich ein Traktor. Ganz ungewohnt für diese "Breitengrade": Kaum Müll am Straßenrad,  kaum Verwesungsgeruch von totgefahrenen Tieren*. Nur Landschaft, wenn auch agarindustriell geprägt.
 
Leicht ist es sich über solche Eigenheiten Südeuropas lustig zu machen. Doch geographisch und wortwörtlich "von oben herab" betrachtet verdichtet sich für mich Eindruck, dass sich der Rückstoß, den notwendigerweise die Entwicklung der Nordhalbkugel hervorrief, auf der Südhalbkugel entfaltete und um das was es uns einst voranbrachte, die Ausgangsbasis zurückgestoßen wurde. Genutzt haben wir unseren damaligen Gewinn zum Vorteil aller nicht (vielleicht wäre es uns ja geglückt auch wenns physikalisch ein Impossibile ist) - und nun ist es natürlich unangehm, dort vorgeführt zu bekommen, was wir nicht sein wollen, was aber doch ein Teil von uns ist.
 
*)Fast zeitgleich fiel uns bei Plaudern während der Fahrt auf den stillen Straßenzügen der aufgeblähte tote Hund ein, der in einer müllübersäten Autobahnunterführung lag, vor 15 Jahren (ca. am 12.9.2007, photographiert hab ich ihn nicht, er sah sehr platzfreudig aus, daher schnell weiter) zwischen Palermo und Sferracavallo. Erleichtert stellten wir fest, dass es hier nicht so ist.


Donnerstag, 2. Dezember 2021

Chinotto?

Nachdem ich am 27.11. den Booster bekam....endlich* mal wieder ins Ausland - und wenns nur zum Shoppen auf den Brenner ist. Peinlich genug. 
Und dann das: Kein Chinotto. 
Corona-Lieferengpässe. Aber ich komme wieder. 
 
*) wäre wohl früher auch gegangen, aber ich bin, obwohl ich mir Gegenteiliges einrede, wohl übervorsichtig.