Samstag, 22. Juni 2019

Ein "Vor-Mitsommerausflug" 

Ich kenne das: Es gewittert, dann reißt es kurz vor Sonneuntergang auf, und ich wäre gern in der Gegend um den Patscherkofel . 
Neunerspitze im Abendlicht: Ich stelle fest, dass ich diese Stimmungen vom Tal immer nur ansehe, aber sehr selten photographiere. Ich wurde erst im Jahr 2008 in meinem Archiv fündig. In meinem Kopf sind wesentlich mehr Bilder gespeichert.
 Mit den Abendfahrten der Seilbahn ist die Möglichkeit, das kurzfristig zu machen, nun näher gerückt. Wichtig dabei ist bei labilem Wetter das Niederschlagsradar im Auge zu behalten - und natrülich die Sonneuntergangszeiten. Dann kann man leidlich abschätzen, dass man sich einem aufziehenden Gewitter nicht exponiert.

Anfahrt mit Igler - das muss natürlich sein - und Umstieg in J....
16:30 beim Romedihof, wo ich bei dieser Stimmung schon beinahe wieder umgekehrt wäre; die Segnungen des Freizeittickets führen aber zu einern gewissen Wurschtigkeit; ist ein Sauwetter am Kofel, kann ich gleich wieder runterfahren!
17:06 Ich hoffte, dass das Gewitter auf  der Mutterer Seite bliebe, bzw dass später es geteilt durch den Patscherkofel in Vikartal und Inntal abzieht.
17:30 Das stimmte auch im Wesentlichen; hier sieht man die Regenfronten aus dem Vikartal über Vikar (Viggar)sptze und Neunerspitze schwappen. Erst bei Boscheben schüttete es kurz - da war aber auch die Einkehr geplant :-) In Boscheben fanden sich dann Deutsche und Finnen, die eigentlich auf höheren Hütten nächtigen wollten, aber Umbuchen mussten, da dort noch Schnee liegt und nun positiv überrascht waren, wie schön die gegend hier so nahe an der Stadt ist.

18:30 Die Sonne stand nun so tief, das sie die Wolkendecke unterleuchten könnte. Die Neunerspitze lockte, aber glücklicherweise nur kurz (ich spazierte noch am Zirbenweg bis zum Paradiesgarten), denn es kam noch was nach....was bedeutet hätte bei Sauwetter  im Gelände zu warten, bis vielleicht noch die ganz tolle Abendstimmung käme

19:35 Das wetter, das mich aufgrund des Niederschlagsradars aber nicht so schreckte, das ich darauf verzichtet hätte zumindest über den Patscherkofel zurückzugehen (Blick zum Morgenköpfl); ich hoffte, das die Sonne noch durchkäme... aber leider; von der Ostseite her ists recht am Kofel windgeschützt - aber es bleibt die Spannung was einem am Gipfel erwartet....

19:40....eine Einkehr in die Gipfelstube wäre nett gewesen, doch die hat abends leider nicht offen; wirtlich war es oben im Freien nicht, und das nächste Unwetter sah schlimmer aus als im Radar. Ob die Luft Spannung hatte, konnte ich leider nicht feststellen, da mein Haar recht nass war - da hätte es kaum durch die Elektrostatik aufstehen können. Ich habe den Gipfel und alle höheren Objekte gemieden und...
...daher den Schnellabstieg mit Regenhaut zum Kofelrestaurant zum Aufwärmen gemacht....ab 20:45 dann endlich die Stimmung, die ich mir erwartete (und die man auch einfach im Restaurant sitzend hätte abwarten können)...

....anschließend, bei abnehmender Sträke der Abendstimmung kontemplative Fahrt in die Wolkenfetzen hinein talwärts....

....hier kommt der 21:16 J, der wieder in die Stadt fährt
Fazit: 
Mit einem Zeitaufwand von ca. 4 bis 5 Stunden ist eine netter Abend"spaziergang" mit Gipfelbesteigung am Kofel möglich. Das Niederschlagsradar ist als Hilfe verlässlich, wenn man es zuvor öfter schon für die Gegend beobachtet hat (ich verwende es vorwiegend um mit dem Rad möglichst trocken nach Haus zu kommen). Natürlich sollte man auch auf das, was man real sieht, reagieren und nicht allein auf die virtuelle Simulation. Rückblickend hätte es den Schnellabstieg wohl nicht gebraucht; das scheinbar wilde Unwetter regnete sich auf dem Weg vom Stubaital zum Kofel ab. 

Natürlich ist das ganze kein Spaziergang sondern alpines Freigelände - also das übliche, wie  Wetterschutz, gute Schuhe, Taschenlampe, warme Kleidung mitnehmen und hoffentlich nicht brauchen.

Dienstag, 11. Juni 2019

  
Damals war bereits alles bereits offensichtlich (nicht nur das Untergestell der Straßenbahn links im Bild); Samlung Luis Schönherr; Aufnahmeort südliche Andreas Hofer Straße (falls andere Rechte berührt sein sollten, bitte melden, ich hab das Photo aus dem Album meines Vaters, er konnte nicht mehr mit Sicherheit sagen, welche eigene und welche fremde waren, da es mit diesen Photos einen verzweigten Tauschhandel gab.)

Ein dünnes Büchlein, das man in den Regalen einer Buchhandlung leicht übersehen kann, mit dem Titel „Privat oder Stadt?“ hat es in sich. 

Die Historikerin Sabine Pitscheider hat einen mit vielen Quellenangaben gespickten Krimi geschrieben, der sich mit dem Werden der Innsbrucker Verkehrsbetriebe befasst. 

Es geht unter anderem um Menschen, die man von Straßennamen kennt, andere Menschen die wiederum wohl gerne vergessen wurden. Es geht auch um Mitläufer, Opportunisten, kleine Rädchen auf der einen Seite und um Opfer auf der anderen Seite. 

Die Rahmenhandlung wird jenen bekannt sein, die die IVB Chronik von Walter Kreutz bereits lasen. Dieses Buch geht nun im Zeitraum 1920-1950 weiter in die Tiefe und zeigt, wie man diese Zeit durchtauchte. Stellenweise hat man den Eindruck es ließe sich daraus für literarisch Begabte ein Ableger der „Dämonen“ schreiben. Stellenweise ist es wohl auch ein wenig Tratsch und Klatsch, allerdings mit historisch verifizierten Daten. 

Man bekommt eine Ahnung der unsichtbaren Fronten, die Österreich nicht nur vor, während sondern auch nach der Nazizeit zerteilen. Die Verstrickungen erscheinen abschnittsweise unentrinnbar und an diesem lokalen Beispiel (wo man doch über Orte, Namen u.ä. weitere Bezüge sehr handhaft knüpfen kann) wurde mir erstmals das bewusst, das man zwar aus Erzählungen der Eltern und Geschichtsstunden kennt, was aber doch merkwürdig abstrakt blieb: 
  • Die relative Unwahrscheinlichkeit aus der damaligen Situation wieder zum Frieden zu finden. 
  • Die Kontinuität der Verwaltung. 
  • Die rein statistisch evidente Tatsache, dass aufgrund der schieren Anzahl der Parteimitglieder nur die wenigsten Nazis nach dem Kriege „verschwanden“. 

 Geschichte wiederholt sich hoffentlich nicht; es scheint aber so, dass gruppendynamische Wirkungen immer wieder ähnlich ablaufen, sodass die Menschheit immer wieder in ähnliche Fallen tappen muss und daran hoffentlich wächst und nicht verblödet. Interessant am Buch ist da vor allem die Zeit 1920 bis 1938. 

 Für Innsbrucker unbedingt empfehlenswert!


Sonntag, 12. Mai 2019

Der Paschberg ist immer wieder für Verrücktheiten gut. Beispiele:

Nr. 1 
Eine Schitour, bei der man keine Felle braucht. Gesehen am Tummelplatzweg.



Nr. 2

Das mögen manche auch zu den Verrücktheiten zählen. Es steht am Paschberg nun dort, wo wir vor einiger Zeit unseren Buddha "deponiert" hatten. Ich hab es mir noch nicht angesehen und zeige stattdessen das Original, das nun schon längere Zeit in Silz steht, wo ich es bei der hier dokumentierten Wanderung photographierte.

Silz, Atelierhaus von Ursula Beiler
 
Nr. 3

Nachdem das Straßenbahnstadtnetz in diesem Jahr nur rudimentär befahrbar ist, ist auch der Stadtzubringer zum Localbahnmuseum gestrichen. Dafür fährt nun ein ca. 2 Stunden dauernder Museumskurs am frühen Samstagnachmittag (Abfahrt 13h15 beim Localbahnmuseum, Museumseintritt ist Fahrkarte)


Wenn man neben dem VVT-Ticket.....

....noch fünf Euro Museumseintritt drauflegt....

...kann man den Paschberg wahlweise mit musealen.....

...und zeitgenössischen Fahrzeugen erleben....

....unterwegs aussteigen geht allerdings bei diesen Sonderfahrten nicht...

....wenn man die Wiese am Mühlsee genießen möchte, muss man im (seltenen) Regulärverkehr dorthin.

Sonntag, 14. April 2019

Mit Spannung wird erwartet, was mit der Igler geschehen soll. 

Was mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit (hoffentlich) nicht geschieht: 
Die Ausstattung der Strecke mit neuen Höchstgeschwindigkeitszeichen dieser Art*: 


Ähnlichkeiten mit im IVB Netz verkehrenden Fahrzeugen zufällig und unbeabsichtigt. 

*)keine Ahnung wer das montiert hat; aber nette Idee

Sonntag, 24. März 2019

Paschberg Update

  

Die Besuche am Paschberg sind, wie schon gesagt, seltener geworden. Wenn der Frühling lockt, gelingt es dann aber doch ein paar Impressionen einzufangen: 

Die guten Frühjahrsvorsätze werden umgesetzt: Alles ist unterwegs. Bunter als die Leberblümchen,

Blick über den Angerbirschtling nach Aldrans

Das Moor in Tantegert ist wieder gut mit Schmelzwasser gefüllt....

....wie man hier besonders gut sieht

An den Hügeln um den Lanser See herum erkennt man die Uferlinie (der deutliche Neigungswechsel) des glazialen Sees, den es hier wohl vor etlichen 1000 Jahren gab....

....und wovon das übrigblieb: Lansermoor, mit Pegel und Ente.

Vom Lanserkopf aus betrachtet, fängt das Moor das unverschämte Blau des Himmels (ich habe bei der Nachbearbeitung das Blau nur etwas reduziert, damit es glaubwürdiger ist) ein.

Der Pastcherkofel würde Schifahrer vermutlich locken, aber die sonnigen Föhrenhaine am Lanserkopf sind nach dem Winter doch verführerischer.

Mikro-Felswände

Der Nordabhang des Lanserkopf wurde umfassend bis zur Freileitung geschlägert. Nun kann man den "linierten" Tiefblick aufs Schloß Ambras von ganz oben, bei den alten Artilleriestellungen, genießen.

Auch nach Westen, hier am Villerkopf, tun sich neue Fernblicke zum Hechenberg auf.

Und am Waldboden sieht es aus, als wäre es nie Winter gewesen!

Die Badeanstalt Lansersee hat an Wochenenden bereits geöffnet. Mist - ich war ohne Badehose unterwegs.

Statt Frühlingsblumen sprießen rund um die Igler die Hochspannungsmasten.

Im Garten von Tantegert treiben schon die Staudenbeete aus....

und die Igler arbeitet sich durchs Unterholz.

Es gibt auch dichter Leberblumenweisen, als hier im Schlosspark. Dafür sind diese mit passendem Schattenhintergrund in Szene gesetzt.

So, wie auch das Eichhörnchen hier, das meine Anweisungen erstaunlicherweise befolgte.

Während die hier mit sich selbst beschäftig waren....

und diese Katze beim Gspäthof mir unmißverständlich (wenn Blicke töten könnten) zu verstehen gab, dass ich sie mit meinem Photgraphieren nur in ihrer Frühjahrskontemplation störte. 
 Daher: Ende.

Mittwoch, 30. Januar 2019

Ob die Tram in absehbarer Zeit verlässlich und schneller sein wird als das Zügelchen hier, das beim Eröffnungsfest am Luggerplatz seine Runden drehte, wir sich hoffentlich in den nächsten Tagen klären. 

 Derweil bleibt nur, sich an den glücklichen Eröffnungstag, 25.1.2019, zu erinnern, als man noch meinte, das sich die Dinge, die man jahrelang hinausschob, von selbst klären würden.


Die erste "reguläre" Tram, eine originaler "Haller" der Tiroler Museumsbahn, quert die neue Innbrücke
Bürgermeister Willi, Landeshauptmannstellvertreterin Felipe und andere Mandatare bei der Eröffnungsfeier. Ahnten sie es? Ich weiß es nicht. Ich persönlich hoffte, dass sich jemand in der Stadtregierung und -verwaltung darum kümmert; Den gab es auch, nur wurde der nicht ernst genommen. So wie auch ich, als ich mögliche Probleme bei eisenbahnrechtlichen Verhandlungen ansprach. Nur ist eben ein Architekt nicht befugt, darüber zu urteilen, ob Vorrangschaltungen von Ampeln funtkionieren, bauliche Bevorrangungen der Tram ausreichend sind, Parkplätze möglicherweise ins Lichtraumprofil reinragen oder Radfahrer der Tram in die Quere kommen könnten. Das obliegt dem Fachgutachte nach dem Eisenbahngesetz, und der fand offenbar nichts seltsames daran.
Den Segen braucht die Tram nun wirklich dringend!

Ein Band ist durchschnitten, aber es sind noch viele ziemlich reißfeste Bänder im übertragene Sinn quer über den Gleiskörper gespannt. So, wie sie einstmals im wörtlichen Sinn angeblich von den Graubündner Bauern über die Kantonsstraßen gespannt wurden, um die verhassten Autofahrer aus ihren Wagen zu reißen als das Autofahrverbot dort noch galt. In hingegen Innsbruck scheinen manche die Tram ziemlich zu hassen. Nun. Mir geht es mit dem Auto so. Zum Bündner werd ich deshalb aber nicht.
Im Hintergrund werden nun die Vorschläge ausgegraben, die schon vor mehr als zehn Jahren gemacht wurden, damit das Regionalbahnprojekt heute eine gute Fortsetzung finden kann.


Montag, 21. Januar 2019

Ein Langlauftour von Rinn zur Iglerbahn:

1. Rinner Bichl

2.Starkenbichl (oder ein namenloser Bichl inder Nähe davon)

3. Am Goaz (Sistrans)

4. Beginn der Abfahrt vom Goaz über Gletscherkapelle und Lans ins Mühltal

5. Bahnan-bzw. abschluss (man beachte die verschiedenen Spurweiten ;-)



Es ist vielleicht vermessen (!), das als Dreispitzentour zu bezeichnen.  

Aber Aussicht gab es viel auf dieser Runde, wie die Vermessungszeichen beweisen. Diese werden im (fachkundigen) Volksmund als Pollandlutscher beziechnet. Benannt sind sie nach Hofrat DI Walter Polland, dem Chef der Vermessungsabteilung des Landes zur Zeit des Autobahnbaus, in der viele dieser Vermessungszeichen aufgestellt wurden.

Mehr darüber auf Alpenvereinaktiv.com