Mittwoch, 30. Januar 2019

Ob die Tram in absehbarer Zeit verlässlich und schneller sein wird als das Zügelchen hier, das beim Eröffnungsfest am Luggerplatz seine Runden drehte, wir sich hoffentlich in den nächsten Tagen klären. 

 Derweil bleibt nur, sich an den glücklichen Eröffnungstag, 25.1.2019, zu erinnern, als man noch meinte, das sich die Dinge, die man jahrelang hinausschob, von selbst klären würden.


Die erste "reguläre" Tram, eine originaler "Haller" der Tiroler Museumsbahn, quert die neue Innbrücke
Bürgermeister Willi, Landeshauptmannstellvertreterin Felipe und andere Mandatare bei der Eröffnungsfeier. Ahnten sie es? Ich weiß es nicht. Ich persönlich hoffte, dass sich jemand in der Stadtregierung und -verwaltung darum kümmert; Den gab es auch, nur wurde der nicht ernst genommen. So wie auch ich, als ich mögliche Probleme bei eisenbahnrechtlichen Verhandlungen ansprach. Nur ist eben ein Architekt nicht befugt, darüber zu urteilen, ob Vorrangschaltungen von Ampeln funtkionieren, bauliche Bevorrangungen der Tram ausreichend sind, Parkplätze möglicherweise ins Lichtraumprofil reinragen oder Radfahrer der Tram in die Quere kommen könnten. Das obliegt dem Fachgutachte nach dem Eisenbahngesetz, und der fand offenbar nichts seltsames daran.
Den Segen braucht die Tram nun wirklich dringend!

Ein Band ist durchschnitten, aber es sind noch viele ziemlich reißfeste Bänder im übertragene Sinn quer über den Gleiskörper gespannt. So, wie sie einstmals im wörtlichen Sinn angeblich von den Graubündner Bauern über die Kantonsstraßen gespannt wurden, um die verhassten Autofahrer aus ihren Wagen zu reißen als das Autofahrverbot dort noch galt. In hingegen Innsbruck scheinen manche die Tram ziemlich zu hassen. Nun. Mir geht es mit dem Auto so. Zum Bündner werd ich deshalb aber nicht.
Im Hintergrund werden nun die Vorschläge ausgegraben, die schon vor mehr als zehn Jahren gemacht wurden, damit das Regionalbahnprojekt heute eine gute Fortsetzung finden kann.


Montag, 21. Januar 2019

Ein Langlauftour von Rinn zur Iglerbahn:

1. Rinner Bichl

2.Starkenbichl (oder ein namenloser Bichl inder Nähe davon)

3. Am Goaz (Sistrans)

4. Beginn der Abfahrt vom Goaz über Gletscherkapelle und Lans ins Mühltal

5. Bahnan-bzw. abschluss (man beachte die verschiedenen Spurweiten ;-)



Es ist vielleicht vermessen (!), das als Dreispitzentour zu bezeichnen.  

Aber Aussicht gab es viel auf dieser Runde, wie die Vermessungszeichen beweisen. Diese werden im (fachkundigen) Volksmund als Pollandlutscher beziechnet. Benannt sind sie nach Hofrat DI Walter Polland, dem Chef der Vermessungsabteilung des Landes zur Zeit des Autobahnbaus, in der viele dieser Vermessungszeichen aufgestellt wurden.

Mehr darüber auf Alpenvereinaktiv.com

Sonntag, 23. Dezember 2018

Überall in Tirol fand man in den 90er Jahren Überreste des Tennishallenbooms der 70er Jahre. Die großzügigen Hallen waren nun bereits in die Jahre gekommen und zeigten Zeichen des Vorfalles. Es tropfte durch Dächer und die großen Belichtungsflächen an den Giebelseiten vergilbten da die Polycarbonatabdeckungen der ersten Generation die UV Bestrahlung kaum ertrugen. Auch die Hallen am Paschbergweg gehörten zu dieser Art von Gebäuden.

Die alten Hallen, vom Paschbergweg aus gesehen

Wie ein Memento Mori stand und steht westlich daneben noch ein Wohngebäude das astrein auch dieser Zeit zuzuordnen ist. Erkennbar ist das an den dunklen Holzapplikationen und auch an der breiten weit ausladenden Gebäudeproportion die eine moderne Interpretation eines ländlichen Bauobjekt sein möchte. Noch dazu nennt es sich „Appartmenthaus“ in der Mode der Siebzigerjahre. Immer, wenn ich solche Häuser sehe (der Bezirk Kitzbühel ist z.B. voll davon), denke ich an Filme mit Roy Black und vielleicht noch an Heino und natürlich an Autobusbrillen, kratzige Rollis, schmierige Frisuren und Schlaghosen.

Bei der Halle am Paschbergweg ging das Sterben, von der Straße aus betrachtet, relativ leise vonstatten. Die Gebäude schienen noch in Verwendung zu sein, als sie es bereits längst nicht mehr waren.
Am 15.07.2014 endete laut einem Prüfbericht für den Innsbrucker Gemeinderat bereits der Sportbetrieb.


Im Herbst 2014 wurden die Hallen verwendet, um die Ergebnisse des Wettbewerbs zum Haus der Musik dort zu präsentieren. Die Hallen reichten damals gerade aus für die Menge von Beiträgen.
Ich erinnere mich, dass mir der schließlich im zweistufigen Verfahren prämierte Beitrag gefallen hat und ich bei der regen Diskussion dort die Gedanken der Jury nachvollziehen konnte, wobei ich dachte, dass die Aufgabenstellung etwas mutlos formuliert war und man entwerferisch nicht weiter kommen kann, wenn man sich an die Vorgaben hält. Erinnern kann ich mich auch noch an den Beitrag von Architekt Ortner, der zwar eindeutig gegen die Vorgaben der Ausschreibung verstieß, aber eine wichtigen Akzente für die Stadt dorthin gesetzt hätte, wo momentan hohe Gebäude fehlen und bewirken, dass das eigentliche Stadtzentrum immer mehr hinter dem Hochhausabstellplatz am Bahnhof verschwindet.
Ja, Innsbruck hätte die Hochhäuser von Gerstel  und Ortner (Ortner/Kröss/Messini/Köberl)  gebraucht. Die bald drei Pematürme sind zwar einzeln genommen ganz gefällig, aber doch genau genommen nicht mehr als die im Bauträgermilieu üblichen monumental überhöhten Bettlerzinken am falschen Ort, die zeigen, dass man hier die öffentlichen Hand ganz gut übers Kreuz legen kann. Hier schließt sich der Kreis, wir kommen von den Bettlern in Anzug und Krawatte (die das Bettelverbot leider nicht abzuschrecken vermag) wieder zu den wirklich Armen:


In den Jahren der stärksten Flüchtlingswellen waren die Hallen zur Hand um große Notquartiere anbieten zu können. Bis zu 300 Personen fanden dort in Spitzenzeiten Unterkunft, wie in Zeitungen damals berichtet wurde.

Im Hintergrund rang man um eine Lösung zur Neuerrichtung einer Tennisanlage für den dort angesiedelten Tennisverein (Architektenwettbewerb im September 2015). Eine Studie hatte man bereits vor Nutzung der Hallen als Asylunterkunft erstellt und es schien von Außen betrachtet, als ob die Sachzwänge die erneute Nutzung des Areals in der vorherigen Form hinaus schoben. Doch als sich die Lage für die ankommenden Flüchtlinge etwas entspannte und räumlich gleichmäßiger verteilte Quartiere gefunden waren, stand die Halle, ehe man es sich versah, wieder leer. Die Benützungsbewilligung endete ohnehin laut einem TT Artikel aus dieser Zeit am 30.4.2016.  



Endspiel. Zwei Jahre nach dem letzen Tenneismatch geht dem Bauwerk an den Kragen
 Danach ging es an die Demontage der Objekte. Ich erinnere mich an einem trüben Vormittag im November 2016, als bereits einzelne Seitenwände der Hallen eingerissen waren und ich mit dem Fahrrad noch eine Abschiedsrunde durch die Objekte drehte. Die Hallen sahen einfach nur abgewohnt aus, so wie sie bereits 2014 erschienen. Dass ihre letzen drei Jahre die mit Abstand aufregendsten waren, konnte man den abgenutzten Bodenbeläge jedoch nicht ansehen. 
10.12.2016, die Eternitplatten sind weg. Nun kann die Dachkonstruktion demontiert werden
Bereits um Weihnachten 2016 waren die alten Hallen weg. Was sich am längsten durch den Herbst hinzog, war der Abbau der Eternitdachplatten, die in den Siebzigerjahren noch Asbest enthielten. Sie mussten ähnlich aufwendig manuell entfernt werden, wie jüngst die Eternitfassade des ÖBB-Hochhauses (der künftige dritte Bettlerzinken) am Busbahnhof.

Mitte Jänner 2016 sieht man im Hintergrund nur mehr verscheinte Wiese
Während im Hintergrund die Schanze für die Air&Style aufgebaut wird, tut sich kurz nach Lichtmess 2016 noch nichts auf der Baustelle

Im Frühjahr 2017 begannen den die eigentlichen Bauarbeiten. Gerade in dieser Zeit war aber die Trientinerbrücke gesperrt, sodass ich nur gelegentlich den Umweg dorthin in Kauf nahm.


Im März beginnt man dann die - Altlasten auszugraben - hier einen  Erdtank.


 
Erst im Juni nehmen die Bauten Gestalt an. Hier die nördlichen Fertigteilfundamente für die Dachträger.




Mitte Juli werden die Pfeiler der Dachträger in die Köcher eingesteckt....und dann passiert längere Zeit nichts am Hochbau, währden die Außenanlagen planeirt werden.





In der letzen Semptemberwoche werden die Dachträger eingesetzt und versteift.

Im Sommer 2017 wurden die Eckpfeiler der neuen Dachkonstruktion gesetzt. Zu Herbstanfang kamen dann die Dachträger und bis Weihnachten wurde das Gebäude äußerlich geschlossen. 
 
Der Innenausbau geht unter verschlossenem Dach im Winter vor sich



...und im Frühjahr (2018!) werden die Oberlichtbänder alllmählich aufgemacht.

Irritierend war dabei das scheinbare Fehlen der geplanten Dachverglasungen, doch nahm ich an, dass das nur ein Provisorium zur Überbrückung der Baustellenruhe im Winter sei. Diese Vermutung hat sich dann auch im Frühjahr 2018 bewahrheitet, als nach und nach die Glasbänder ausgepackt wurden. 


Noch zwei Impressionen aus dem Herbst 2017, noch mit geschlossenen Oberlichtbändern.

Hier sieht man die Sitzstufen für den Beachvolleyballplatz


So wurde der 2016 prämierte Architektenentwurf von Beaufort  (gute Architekturaufnahmen davon sind dort zu finden) ziemlich genau umgesetzt. 

Im Frühjahr 2018 wird der Tartanbelag (nun wird man beim Tennisspielen keine Quecksilbervergiftung mehr bekommen) eingebracht

Das fertige Bauwerk nimmt Gestalt an; die Außenanlagen werden ergänzt. Im Sommer 2018 begann der Betrieb.
Nachtrag: Aktuelles Photo vom 21.12.2018

Einzig der nordseitige überdachte Radabstellplatz, der ein optische Gegengewicht zum südliche Clubhaus bilden hätte können und von dem aus man zu den öffentlichen Beachvolleyballplätzen hätte hinkommen sollen, wurde nicht so gebaut. 
Ich nehme an, das hat damit zu tun, dass man 
1) einen einzigen kontrollierbaren Eingang haben wollte und 
2) Sportler, wie wir wissen, des Alltagsradfahrens eher nicht mächtig (oder nicht Willens) sind, sondern meist (selbst zum Radeln) mit dem Auto fahren ;-)

Freitag, 28. September 2018

UIC oder UCI?! 

Nicht, dass ich mir darauf etwas einbilde:  Ich hatte bis gestern stets das Problem, dass mir nicht auffiel, wenn über den Rad-WM Organisator gesprochen wurde, das Kürzel UCI fiel . Ich hatte immer nur UIC verstanden. Das könnte an Legastenie liegen. In diesem Fall aber war mir lange Jahre schlicht und einfach nur UIC, Union internationale des chemins de fer, ein Begriff.

Etwas über 13 Mio Euro soll die Veranstaltung kosten. Man erhofft sich weltweite Werbeeffekte und Umwegrentabilität, wie damals bei der Fußball-EM in Innsbruck, die sich aber laut Landesrechnungshofbericht nicht erfüllte (trotz auch damals perfekten Wetters).

Wie dem auch sei. Einen Nutzen gab und gibt  es offensichtlich: Die Iglerbahn fährt halbstündig.

Und so wartete ich und auch einzelne (mitunter weitgereiste) andere im Wald, um Schnappschüsse der nun häufiger fahrenden, zwischen 10 und 18 Uhr recht gut gefüllten (toll war es auch nicht, denn der J fuhr trotzdem gleich häufig), Bahn zu machen, während andere (häufig weitgereiste) am Wegesrand campierten und auf Radfahrer warteten.
 
Kehre unter Tantegert

Badhaussiedlung, kurze vor  dem letzten Pass


Tantegert, Begegnung in der Ausweiche


Der Kameramann filmt nicht etwa die noch verbliebenen Stützen der alten Patscherkofelbahn

Unterhalb der Welserquelle fährt die Iglerbahn mit Fans zur Fanzone Schloß Ambras bzw. zur Fanzone Tantegert


Die letzten Radler schnaufen zum Pass
Ich zahle jedenfalls meine Steuer für den Halbstundentakt der Igler. Mögen Hoteliers u. Co. die 13 Mio für die Rad WM zahlen.

Donnerstag, 23. August 2018

Eine letzte Sommerimpression


Und was geschah sonst im Sommer (außer seltenem mit der Igler fahren)? 


Z.B. ein Ausflug bei mäßigem Föhn zum Durrensee; wie sich die Rückfahrt mit der Patscherkofelbahn gestaltete,  ist Gegenstand diverser launiger Unterhaltung mit Freunden und Kollegen. Hier verbreitere ich mich darüber nicht ;-)

Der Föhn vermochte die Ohren der Schafe nur wenig zu verformen

Noch schnelle ein Selfie vor dem Tauchgang mit Billigunterwasserkamera


Fast wie die Südsee. Soger die Wassertemperatur in diesem Sommer

Das sollten Kaulquappen drauf sein, diese ware jedoch etwas photoscheu

Der klassische Blick, diesmal mit Seeboden


 

Sonntag, 15. Juli 2018

Impressionen vom Paschberg im Juli 2018

Der Garten von Tantegert geht wie gewohnt vor Blüten über.

Die Steingesichter scheinen sich Jahr für Jahr zu vermehren.

Der Efeu hat das Häusechen selbst wieder so im Griff wie früher.

Der Pfundser Bär hat es aber glücklicherweise nicht bis hierher geschafft, nur seinen Holzreplik. Lt . Tiroler Bärenanwalt ist der echte schon vor einiger Zeit nach Sent (Engadin) weitergezogen.

Parallelweg zum Lansersteig unweit der Paschbergkapelle

Manchmal frage ich mich, ob die Villa Candoris in Köhlmeiers Roman "Abendland" nicht die Villa Öllacher sondern die markante Villa Seerosenweiher 71 ist. Mittlerweile hat diese Villa ein schön ins Gelände integriertes Sockelgeschoß mit solarbeheiztem Schwimmkanal bekommen. Der Schwimmkanal dürfte als Infinity-Pool  ausgestaltet sein, der aber mangels Meer doch nicht unendlich ist. Jetzt muss man nur noch den Halbtrockenrasen, der hier früher den Hang prägte, gut rekonstruieren. Das hat noch nicht geklappt. Wahrscheinlich wird zu viel bewässert ;-)

Ein seltener Gast am Paschberg taucht im Sommer wieder öfter auf, muss jedoch im Vergleich zum alten Fahrplan einen Stunde früher ins Bett und darf dafür erst um 10 Uhr früh raus.

Die Badeanstalt am Lanser See wurde renoviert. Wie tiefgreifend weiß ich als Tivoli- und gelegentlicher Bergseeschwimmer (mir ist leidlich klares Wasser lieber) noch nicht. Interessant ist dass sie dem allgemeinen Trend zur Folge Farbe verloren hat. Was bei den Stationen der Patscherkofelbahn gut aussieht, muss aber nicht zwingend auch hier gut sein. Die Ursprungsausführung der Badeanstalt war ja eher Frank-Lloyd-Wright folgend in den Erdtönen der Usonian Houses. Wie auch immer - die Sanitärbereiche wurde offensichtlich merkbar verbessert (s. Glasbausteinwände). Richtig äußere ich mich erst, wenn ich es auch Innen gesehen habe.

Um halb sechs Früh denkt aber hier noch keiner ans Schwimmen. Ich auch nicht (Impression von einer Wanderung zum Morgenkogel, den ich aber erst am frühen Nahcmittag erreichte)