Samstag, 31. Oktober 2020


Was es mit dem Becken einige Meter südlich des Bergisel-Autobahntunnels auf sich hat, weiß ich noch nicht. Es war aus meiner Sicht immer schon da. Und es ist schon auf dem Luftbild des Jahres 1940 erkennbar. Ein Schwimmbad? Am Grundriss sieht man jedenfalls, dass von Norden her ein Treppe ins Becken führte.Mittlerweile prangt auch hier das gefräßige Gesicht, das man allenthalben in Innsbruck sieht und das hier im Waldesschatten besonders heraussticht.

Montag, 26. Oktober 2020

Durch einen glücklichen Zufall kam ich gestern Abend in den Genuss eines biedermeierlichen Konzerts im Tirol Panorama, in dem Werke der Komponisten Diabelli, Krähmer, Schubert und Gänsbacher aufgeführt wurden. 
 
Die mit Csakan und Gitarre, sowie zuletzt bei Gänsbacher auch mit Hobel und Schleifstein begleiteten vorwiegenden Gesangsstücke konnte man sich gut in geselliger Runde bei einem Ausflug zur „Breiten Föhre“ vorstellen (aus heutiger Sicht eine Biedermeier-Ikone) . Verbunden mit den Coronaregeln, die einen ein solches Konzert nunmehr in geräumiger Weite vom Einzelplatz aus genießen lassen, hatte ich beim Zuhören beinahe ein schlechtes Gewissen, bei einem anspruchsvollen Konzert einmal so bequem zu sitzen, wie es wohl damals im Biedermeier nur Kaiser Franz I/II zugestanden worden wäre. 
 
Dementsprechend deutete ich auch das von Schubert für die Namenstagfeier seines Vaters Franz komponierte Terzett (ich lese die Titel der jeweils gespielte Stücke im Programm grundsätzlich erst im Nachhinein, damit ich die Chance habe es anders zu verstehen, als es möglicherweise gemeint war;-) als Huldigung des damals im Amte befindlichen Kaisers Franz, was mir auch passend erschein, da sich bei der Musik auch gleich Szenen vor dem inneren Augen entwickelten, die im Wienerwald oder am Ostrong (bevorzugtes Wandergebiet von Kaiser Franz) angesiedelt sein könnten. 
 
 
Laimbach am Ostrong, ortsansicht
Laimbach am Ostrong, die dazu passende Musik wäre z.B Krähmer: Rondeau Hongrois . Leider nicht in der Qualität, in der ichs hören, durfte im www zu finden.
 
Vielleicht auch am Paschberg, auch wenn dort die Föhren nicht so breit sind…. 
…und irgendwie passt der Biedermeier als geheime Sehnsucht der Österreicher auch gut zu unserem Nationalfeiertag.

Freitag, 23. Oktober 2020

Das Katzenbründl 
 
Vor einiger Zeit hatte ich eine Sammlung altösterreichische Ausgaben der ÖIAZ in Händen und blätterte darin. Leider habe ich mir weder Ausgabennummer noch Autor von dem Artikel der mir ins Auge sprang notiert:
 
Darin ging es um die Lindwurmquelle "bei" Laibach.
 
 Diese Quelle hat eine stark unregelmäßige Schüttung und in dem Artikel wurde die Funktionsweise der Schüttung so bechrieben, dass eine Karsthöhlung sich langsam mit Wasser füllt, die über eine Art Syphon entwässert. Dieser Syphon setzt tief in der Höhlung an und steigt hernach in einen fast gleich hohen Syphonbogen wie Höhe der Höhlung an. Wenn nun die Höhlung sich langsam füllt und bis zum Syphonbogen steigt, so beginnt das Wasser zuerst in der Stärke zu rinnen, in der der Zufluss zur Höhlung ebenfalls stattfindet. Läuft Höhlung und Siphon voll hat man einen Saugheber und dann wird die gesamt Höhlung in einem Satz ausgesaugt bis der Siphon wieder Luft bekommt und damit die Wassersäule darin abreißt.
 
Um etwas über die Quelle im www zu erfahren, musste ich slowenisch googlen. "Potok" kannte ich zwar schon; der "Lintvern" musste erst nachgeschlagen werden - auch wenn der Begriff auf slowenisch so verständlich ist, wei z.B. auch die "Zligrofi" (= Schlutzkrapfen; gerne gedenke ich meines einwöchigen Urlaubs in Idria vor etlichen Jahren). Zum deutschen Begriff Lindwurmquelle findet man verständlicherweise nur Einträge vor 1918, vermutlich auch auf dem ÖIAZ-Betrag fußend.

Film zur Quellschüttung der Potok Lintvern (Geduld, nach ca. 30 Sekunden wirds interessant)
 
 
Wieso aber trägt dieser Blogeintrag die Überschrift "Das Katzenbründl"?
 
Das Katzenbründl befindet sich wenige Meter unterhalb des Weges von der Hungerburg nach Gramart. Es hat nichts mit Katzen zu tun, sondern ist eine Verballhornung des Wortes Kessel. Und dieser Kessel dürfte zusammen mit der Ableitung zu einem ähnlichen Phänomen führen, wie im slowenischen Beispiel. 
 
wem mein Kommentar zu lange ist, einfach ab Minute 2 einschalten.
 
Am Katzenbründl begann die erste Trinkwasserleitung Innsbrucks, die ursprüglich 1485 errichtet wurde; ob sie damals schon so konstruiert wurde oder das unbeabsichtigt war?

Die Funktionsweise einer im Fachjargon sogenannten "intermittierenden Quelle" ist hier, oder hier, als Querschnitt illustriert. Vielleicht wurd beim Katzenbründl die Leitung von der Quellstube zum Ausfluß mit Gegensteigungen verlegt, die einen Siphon verursachen?

Dienstag, 20. Oktober 2020

 

Die Lanserkopf-Ostwand. Nur wenige haben sie in den letzte Jahren so erblickt. 
 
Ich bin da zwar auch mal rumgeschloffen, damals aber in undurchdringlichem Dickicht. Zwar war zu merken, dass die Wand hoch ist; aber so beeindruckend erschien sie mir nicht.
 
 Nun hat sich der Wald gelichtet und OSM-User Hungerburg* hat dort was entdeckt, das gerade hier nicht vorenthalten werden soll:
 
 Am Fuße der Ostwand entsteht ein neuer Weg. Ziemlich aufwändig gegraben. Mit Fallholz tlw. stabilisert. Höllisch steil. Ich tippe auf eine Downhillstrecke. Zum Wandern mäßig prickelnd - aber allein wegen der Umgebung empfehlenswert. Der gebaute Weg wurde von oben in etwa beim Freileitungsmasten kurz vor der Steilwand begonnen (dort ist niedergetretenes Brombeer und Springkrautgestrüpp zu sehen) und nutzt ein steiles Felsband um die ersten ca. 7 Höhenmeter zur überwinden. Vor der Felswand im Photo wendet sich der Weg dann nach Nordosten und geht gleich steil weiter bergab um dort vorläufig im Dickicht zu enden. 
 
Ich wage eine Progonose: Rauskommen könnte der Weg schlussendlich bei der Paschbergkapelle; dort gibt es schon eine gut von Wanderern und Downhillern gleichermaßen genutzte Abkürzung rauf zum Lanserkopfweg, in die diese Strecke einbinden könnte.
 
*)Hungerburg ist überhaupt fast immer schneller beim Entdecken als ich; manchmal denke ich dass er einen Art Bilokationsfähigkeit (mit Augenzwinkerer**) haben muss - aber bei näherer Betrachtung stellt sich nun beim Mappen der Wege auf OSM  heraus, das wir zwei verschiedene*** Wege entdeckten. Dieser Blogeintrag wird also wohl nicht der letzte diesbezügliche bleiben.

*)Ein moderne Variante der Bilokation könnte man ohnehin in unserem Umgang mit digitalen Hilfsmitteln sehen. Sei es Citrix um den Bürocomputer von zuhaus aus seinem Büroschlaf aufzuwecken, sei es die Gespräche bei denen alle Teilnehmer im Handy rumstöbern (ich nheme mich da gar nicht aus) und also zugleich hier (naja) und am Weltball verstreut sind. Das nur OT.

***)Die zwei verscheinden Wege könnten allerdings Indiz für eine andere oder weitere Möglichkeit der Nutzung sein. Beide Wege führen nämlich vom Lanserkopf zum Fuß der Ostwand. Soll ein neues Klettergebiet, wie schon bestehend am Villerkopf, erschlossen werden? Ich hatte ja schon einmal zu dem Thema auf Anfrage geschrieben.

Samstag, 17. Oktober 2020


 
Dieser Schlüssellochblick* zum Turm Pfarrkirche Mils tut sich auf, wenn man am Eingang der Borgiaskapelle in Tulfes / Volderwald nordwärts schaut. Eine „Ley-line“, bei der man vielleicht in Mils, aber ziemlich sicher nicht am Standort der Borgiaskapelle Schalensteine finden wird. 
 
Die Borgiaskapelle wurde nicht im Gedenken an den gleichnamigen Renaissancepapst sondern an einen wesentlich asketischer lebenden Verwandten, dem Hl. Franz von Borgia (bzw. Borja; Biographie hier noch etwas detaillierter) errichtet.
 
Dieser wird u.a. auch als Patron gegen Erdbeben verehrt: Ob die Errichtung der Kapelle auch mit der Heimsuchung von Hall durch ein Erdbeben wenige Jahre zuvor zu tun hat ist unklar. 
 
*)Den Begriff Schlüssellochblick kannte ich in diesem Kontext noch nicht. Unserer Pfarrer hat diesen Vergleich gezogen:  buco della serratura
 
Übrigens findet sich auf Youtube ein Film über die frisch renovierte Kapelle (und auch einige andere kirchliche Bauten, wie z.B. Amras) auf dem Youtube-Kanal des Stiftes Wilten. Das war auch der ursrprüngliche Anlass, meine Aufzeichnungen darüber zu sichten.

Sonntag, 11. Oktober 2020

Ein Stückchen "Italianità" auf der Igler. 
 

Lange Zeit  kannte ich das nur aus Italien und leider habe ich mir nie wirklich den Kopf zerbrochen geschweige denn gefragt, warum die Italiener ihre Schienen weiß anmalen. 
 
Ich hätte sie ja beinahe im Verdacht gehabt, dass sie das nur tun, weils ähnlich fesch ausschaut, wie die weißen Bandeliers der Carabinieri - oder weil man so auf den helleren Gleisen in der Nacht Hindernisse besser sieht. Die Italiener tragen i.Ü. das Weiß dick und recht breit auf, also auch auf Schwellen und Schotter
 
Seit Sommer 2019 ist nun auch für mich klar, dass weiße Schienen kühler bleiben. Was man ja auch z.B. beim vielleicht nicht für jeden auf der Hand liegenden Vergleich zwischen unserem Landhausplatz (weißer Beton) und dem Stadtplatz von Randazzo (dunklerTrachyt, ausgerechnet in einer eher warmen Gegend) merkt. 
 
Klimawandel sei Dank wandert nun dieses mediterrane Merkmal über die Alpen auch zu uns. Die ÖBB hats vorgemacht
 
Nun also auch auf der Igler und zwar da, wo selbst nach Neuschotterung und Gleisgeometriekorrektur an den ersten warmen Tagen die Bahn aus den Schienen zu springen schien, da sich die Schienen ordentlich reckten. Hoffen wir es hilft. 
 
Die weiße Farbe soll ca. 5° Temperaturreduktion  bringen. Bei Stahl macht das auf 100m ca. 6mm aus. Bei Schienenstoßlücken von ca. 1-2cm alle ca. 30m (was längst nicht mehr überall so ist, da mehr Schienen durchgehend geschweißt werden) kann das schon an heißen Tagen die Betriebssicherheit deutlich verlängern.
 
Jetzt noch die Pericolo-Morte-Totenköpfe und die Kletterschutzbleche an den Oberleitungsmasten; dann könnte man meinen, dass in Tantegert der Zug nach Casella abfährt.;-)

P.S. Zwar ist mir meine vormalige Wissenslücke etwas peinlich; allerdings scheint mir das selbst in Italien der Zweck der "rotaie bianche" in facheinschlägigen Foren z.T. widersprüchlich diskutiert wurde: Wenn man etwas tiefer in die Materie einsteigt, dann ist die flächige Weißfärbung, die man in Italien bisher i.d.R. sah, eine Kalkung zur Desinfektion der Geleise im Bahnhofsbereich die vor allem Abwässer aus alten Waggontoiletten binden soll und eher unbeabsichtigt auch kühlt.

Freitag, 9. Oktober 2020

Besser ein Blog, der aber richtig. Planung, richtig herum lebt, aber was ich da gelegentlich noch zu sagen habe, verlinke ich nun hier.
 
Der Anlass für den Umstieg kommt nicht von ungefähr. Heute reizt mich den RH Bericht zur Traunseetram durchzulesen. erschütternd? Vernichtend?. Was bedeutet es für die Iglerbahn? 
 
Wenn man länger im Rechnungshofbericht liest, entdeckt man sicher begründete Ansprüche des RH, die aber extrapoliert auf die sonstige Verkehrspolitik Folgen haben müssten, die geeignet wären, jedes Straßenbauprojekt von vorneherein scheitern zu lassen. 
Das wär mir ja durchaus recht. 
 
Wie man aber auch anderswo sieht, ist die sogenannte standardisierte Bewertung (die der RH indirekt anspricht) auch manuplierbar indem man schwer herleitbaren indrekten Nutzen von Projekten monetär positv zu verbrämen sucht. so habe ich meinen Zweifel, dass das so ausgeht, wie ich es mir vorstelle. Wahrscheinlich sind doch die meisten Entscheidungsträger zuerst Autofahrer und erst dann das, was ihre eigentliche Aufgabe wäre.
 
Hier in gebotener Kürze meine Ausführungen zu einzelnen Aussagen des Berichts zum weiterdenken:



Montag, 5. Oktober 2020

 
 
Roppen. Der ruppig klingende Ortsname wird Bahnreisenden insofern ein Begriff sein, als kurz nach Verlassen von Ötztal Bahnhof westwärts die Bahnstrecke kurvenreicher wird und man häufiger im Wagen das Dröhnen vernimmt, wenn Radien befahren werden, bei denen noch der Spurkranz zum Einsatz kommt. Drüber hinaus scheint Roppen ein weißer Fleck auf der Landkarte - selbst wenn man auch manchmal beruflich dort zu tun hatte. Merkwürdig geschichtslos erscheint der Ort und man muss im Netz schon länger suchen, bis man dazu etwas findet.
 
Im Gegensatz zum virtuellen Eindruck ist nämlich der Eindruck vor Ort ein gänzlich anderer – nämlich der einer gehörigen Basis an Geschichte auf der dieser Ort steht. So sieht man den zusammengewürfelten alten, vielfach mit Neubauten überformten, Häusern noch gut die Vergangenheit und wohl z.T. auch Gegenwart der Realteilung an, die so typisch für das Oberland ist. Hier ist die Erinnerung an Besitzteilungen die quer durch die Mus-Pfanne gingen noch baulich präsent. 
 
Das Photo zeigt ein Blick vom Ortszentrum auf die Pfarrkirche, am Weg eines Wochenendeausflugs von Roppen zur Maisalm. 
 
Roppen ist, wie es scheint auch eher unbekannt als Wanderziel. Zwar geht der Inntalradweg durch, aber die Gasthöfe, die es wohl noch vor 30 Jahren gab, sind großteils verschwunden. Die Roppener Innschlucht als Raftingparadies tangiert den historische Ort nur. So bleibt das Aha-Erlebnis, wenn man in der zentral gelegenen S-Bahnhaltestelle aussteigt und nach wenigen Minuten in diesem verwinkelten Ortskern steht. Auf dem Weg von der Bahn zum Ort meint man Roppen hätte zwei Kirchen. Defakto ist aber die „Kirche“ bei der Bahn nur typlogisch ein solche, tatsächlich handelt es sich um eines der alten denkmalgeschützten Umspannwerke der Arlbergbahn (in Zirl gibt es auch ein solches), von denen sich die ÖBB wohl wünscht, dass sie besser heute als morgen einstürzen. 
 
Markant ist in Roppen selbst die Bruder Klauskapelle am Burschl, einem Hügel mit Felswand direkt runter zum Inn. Südlich des Inn hingegen ist die Topographie unspezifisch. Hier wandert man auf steilen Pfaden, die wohl längst vergessen und allenfalls bei Schwammerlsuchern noch in Gebrauch sind, an den Flanken des Leonhardsbachs bergan in eine Waldwildnis, die nur wenige dafür aber umso beindruckendere Tiefblicke ins Tal zulässt. Nach 1000 Höhenmetern stellt man fest, dass man noch immer im Wald steht und noch gleichviel Höhenmeter zu überwinden wären damit sich der Blick lichtet. Immerhin gibt es dann aber die Maisalm, die einen Aussichtsbalkon für Imst und Umgebung bietet. 
 
Die Gegend ist hier beinah lieblich; Menschen begegnen einem aber fast keine. Das mag daran liegen, dass die Wege z.T. sehr breite Forststraßen sind und einen die spärlich vorhandenen Steige im Unklaren lassen, wohin sie führen. Warum ist das hier so? Ich vermute, da ein Großteil der Flächen südlich von Roppen ab einer Höhe von ca. 1400m Seehöhe den Bundesforsten gehört und wohl durch die daraus resultierende flächige Waldbewirtschaftung die eher aus kleinbäuerlich geprägten Landschaften bekannten Steige hier wenig Bestand haben können zumal es an kleinteiligen Zielen im Gebirge hier eher fehlt. Ganz erklärt diese Theorie jedoch den Eindruck nicht; denn zwischen 1400m und Talboden erstrecken sich sehr wohl Teilwaldflächen. 
 
Ein wenig wirkt die Situation im Wald so als hätte man hier eine ostösterreichische Situation in den Westen verpflanzt: Gesäuse oder Reichraminger Hintergebirge lassen grüßen! Vielleicht liegt es auch nur daran, dass ich dort in diesem Sommer war und nun der Blick für solche Dinge auch bei uns geschärft ist. 
 
Kurz bevor ich als Jugendlicher das erste Mal auf einem Ausflug weiter westlich als Stams (ca. 1982) kam, unter anderem auch durch Roppen, hatte die mir damals noch unbekannte große Holzbringungsseilbahn der Bundesforste von Roppen in die Wälder unter der Maisalm bereits ihren Betrieb eingestellt. Diese Sehenswürdigkeit kann man in Roppen leider nicht mehr bestaunen.

Samstag, 3. Oktober 2020

2.10.2020 Arbeitszug oberhalb des Tummelpatzes
Der Sommer ist vorbei, Schule - oder was davon übrig ist - beginnt,  nun fährt sie nur mehr sehr, sehr selten. Dafür begegnet man dem Bauzug z.B. gestern am windumtoßten Paschberg, der die Strecke akribisch freischneidet (hier oberhalb des Tummelplatzes). Sieht nun wie 7km Golfrasen aus. 
Derweil wird ca. 300m Höhenmeter weiter, dort wo kein Lüftchen weht, der Parkplatz der Patscherkofelbahn vergrößert; wobei allerdings die Seilbahn nicht fährt. Föhn.

Dienstag, 4. August 2020

Baldige Auflassung der Homepage www.paschberg.gmxhome.de

Kreuz auf Satteineser Alpe
Man könnte natürlich auch was weniger Endliches auf ein Kreuz schreiben. Beim Aufnehmen dieses Photos diskutierte ich noch mit meinem Freund darüber. Hier passt es nun aber ganz gut und schon beinahe genau auf die Jahreszahl. Und ja. Auch ich habe den Spruch auf dem Kreuz im Blog bisher  nicht ein- sondern sogar zweimal verwendet.


Eine Ära, die 2002 begann, geht zu Ende.

Nun ja.


Eigentlich ging diese schon im Spätsommer 2008 zu Ende. Seit damals warte ich www.paschberg.gmxhome.de nicht mehr. GMX beendet bald diesen Service und die Website wird ins Internetnirvana verschwinden:

Wir kündigen anlässlich der Abschaltung von GMX Home Ihren Webspace mit Ihrem Subdomain-Namen paschberg.gmxhome.de zum 19.‍11.‍20‍20.

Der Verheißung ewigen Lebens wird also das Internet wie so vieles nicht gerecht; da wären schon Keilschrifttafeln besser ;-).
Geblogt wird eigentlich schon kaum mehr. Facebook und Twitter habe ich bisher ignoriert und das Interesse der Welt verlagert sich wohl schon woanders hin.
Wie lange wird es wohl www.paschberg.blogspot.com noch geben?
Mein Blogengagement schwächelt auch schon länger.

Und so werden wohl Homepages und Blogs von heute die "Tagebücher" werden, die uns zu unseren Lebzeiten, offline gespeichert, Erinnerungsstütze bleiben und die von den Folgegenerationen zumeist (glücklicherweise?) entsorgt werden.

Für alle Interessierten  habe ich den Inhalt der alten Homepage lokal kopiert und als Zip file zum persönlichen Download  bereitgestellt. Ob das österreichische Webarchiv die Seite für speicherungswürdig hält, wird sich weisen. Soweit ich bisher getestet habe, funktioniert nach dem Download und Dekomprimieren das Java-Applet "onmouseover" nicht u.U. mehr, aber das schmerzt nur optisch etwas.

Immerhin war meine Homepage seit April 2002 online. Das Fazit dieser Jahre: Die Onlinepräsenz hat einige wertvolle Kontakte ermöglicht. Es war eine nette und letzte Fingerübung im schon obsoleten HTML-Programmieren. Die thematische Arbeit daran hat das Interesse an Landschaft, Geschichte, Geologie, Hodologie (ob es das Wort nun wirklich im Zusammenhang mit physischer Geographie gibt, ist mir noch immer nicht klar) und allem was damit verbunden ist über die Jahre bei mir merklich verstärkt. Mag auch wesentlicher der Einfluss meines Berufs sein, so sind diese Lebenswelten doch kommunizierede Gefäße.

Die Homepage war auch schicksalshaft. Hätte ich damals nicht den Email-Link dort notiert gehabt , hätte mich Telefonmuffel meine Partnerin ohne Email möglicherweise nie erwischt. Also hängt auch ein Stück Lebensgeschichte daran, sodass man vielleicht alles, was sonst drauf steht, als Brimborium betrachten könnte: Die Homepage hat ihre Schuldigkeit getan. Die Homepage kann gehen. (die politisch inkorrekte Spruchvorlage kennt noch jeder).

Schlussendlich ist die Homepage auch, das habe ich nun beim Revuepassieren der Inhalte bemerkt, eine Dokumentation des eigenen Vergessens: Was man schon so alles geschrieben hat im Leben, wie oft man sich wiederholt hat,  was man schon einmal gewusst hat und was wieder vom Lauf der Zeit verschüttet wurde.


Eine Textprobe von damals im vergleichsweise jungen Internet mit dem wohl etwas anachronistischen Text habe ich nun hier reinkopiert:

Mai 2002
Langsam wird die Natur wieder freundlicher - und auch der Paschberg erwacht aus seinem Dornröschenschlaf. Deutlich sieht man das auch an der steigenden Besucherzahl an Wochenenden. Am letzten Aprilsonntag waren die Triebwagen der Igler so voll, daß Sitzplätze nur mehr schwer zu finden waren. Wer sich öfter das ganze Jahr über in diesem Innsbrucker Naherholungsgebiet wird wissen, daß dies das untrügliche Zeichen für das Nahen des Sommers ist. Rechtzeitig dazu konnten die Grundzüge der Homepage "Paschberg" fertig gestellt werden. Die Hauptmenüpunkte "Der Berg", "Editorial" und "Impressum" sind im wesentlichen vollständig. Auch ein Beitrag zur Igler ist im Hauptmenüpunkt "Die Pfade - Bahn" enthalten. Sehen sie bitte selbst.... Ich wünsche Ihnen viel Freude mit der Lektüre und hoffe, daß auch Sie mit Hilfe dieser Präsentation an diesem Naherholungsgebiet Interesse und Freude finden werden. Sollten Sie mich schon im Mai gefunden haben, ohne meine URL zu kennen, so habe ich das den Suchmaschinen zu verdanken. Sie finden Links zu einigen der Anbieter im Impressum.

Sonntag, 17. Mai 2020

"Grenzgänge" am Paschberg

Für "Hungerburg" ein paar Impressionen vom Mittleren Gang:
Zur Erklärung für andere Leser 


Screenshot TIRIS
Es gibt am
Paschberg mehrer historische Grenzgänge. 


Das sind so in etwa gerade Peillinien denen entlang die Aufeilung der Parzallenstreifen vollzogen wurde (wohl bei der Gemeindereform 1848, als aus Nutzungrechten im ärarischen Wald Eigemtum wurde) . 

Mir wurde bei einer Begehung gesagt, dass der mit rotem Pfeil markierte der Mittlere Gang sei und ungefähr dort entlang ein entsprechender Zugangsteig verläuft. De fakto ist dieser Steig im Westen südlich des tatsächlichen Gangs, im Osten hingegen fällt er mit dem parzellierten alten Forstweg zusammen.

Auch der Oberer Gang Weg verläuft nicht am Oberen Gang; der echte ist nämlich die Grenze zu Lans.

Der Untere Gang ist die Aldranserstraße

Der genaue Beobachter wird schon merken, dass auf dem Katasterausschnitt vier Gänge enthalten sind (Die Parzellierung der Bahntrasse muss für diese Betrachtung ignoriert werden). Ob also der Mittlere Gang seinen Namen zurecht trägt, werde ich den Förster fragen müssen. Es kann sein, das sich damit der Blog und der OSM-Eintrag noch ändert.

Von Westen beginnend: Stich vom Tummelplatz rauf zum Bederlungerweg (Blick nach Süden), der mittlere Gang geht bei der Buche links ab

durch eine kleine Dickung in den Kahlschalg bei der Straßenbahnkehre unterhalb von Tantegert.

weniger erkennbar, zu finden und momentan auch nicht brombeergefährdet

definiv kein wege sondern nur eine Schleifspur ist dieser Stich runter zum Tummelplatz

nochmals ein par meter zurückgegangen; das ist der Grund für die Schleifspur; den mittleren Gang sieht man aber noch gut

dann geht es am Fuße des Bahndamms weiter ostwärts

trotzdem gehe ich nochmals die 150m retour, um die Igler schnappzuschießen, da sie mit eifrigem Pfeifen auf sich aufmerksam gemacht hat

wo war ich stehen geblieben? - ah ja, 150m weiter östlich.... der Weg teilt sich in zwei Wege die im Abstand  von ca. 20m verlaufen (ein Hinweis auf den Sprung zwischen tatsähclichem gang und weiter nördlich verlaufenden alten Forstweg) sich aber weiter östlich treffen. Eingetragen habe ich nur einen

Der nördliche scheint der Grenzgang zu sein. Hier wurde jedenfalls einen Grenzmarke gesetzt

eingie Meter weiter sieht der Weg so aus (Blick nach Westen)

Der weitere Weg ostwärts ist nicht zu verfehlen; auch die nächste Dickung ist gut zu passieren, zumal das östliche Ende des Wegs bei der Einmündung in die Forstmeilenlaufstrecke  Forstwegbreite hat.

Freitag, 15. Mai 2020

Mißverständisse um Quellen in der Sillschlucht

Ich mappe ein wenig auf OSM. Kürzlich stolperte ich bei einer Wanderung in der Sillschlucht über die doch nicht * Simathquelle – oder besser - über deren Nichtexistenz in der aktuellen OSM Kartenversion.

Im Mappingeditor kann man wie in Wikipedia die Änderungshistorie nachlesen. Die Quelle war deaktiviert, indem davor ein „Disused“ Tag gestellt war. Da war ich verwundert, da ich meinte sie sei meist in Betrieb, da ich eben die andere Quelle damit meinte.

*) Ich habe sie beim Entrag zuerst fälschlich als Simathquelle bezeichnet. Mapper Hungerburg hat mich auf den Irrtum aufmerksam gemacht. Ich hatte mich um 500m vertan. "Meine" namenlose Quelle entspringt an einern Felswand am Abstiegs zu  der Sandbank mit der illegalen Ansiedlung, südlich unterhalb des Hauses "Inge".

Diese namenlose Quelle ist eine Art Kalktuffquelle; eine sehr kleine Version des wachsenden Felsens in Bayern oder der Dripping Well in Knaresborough. Chemiker werden wahrscheinlich Unterschiede erkennen. Für mein Auge sieht es aber gleich aus.

Googelt man die in der Nähe liegende Simathquelle findet man vor allem Unterlagen zum Brennertunnel. 

z.B das Umweltverträglichkeitsgutachten im Auftrag des Bmvit vom 26.9.2008 inkl. Zusammenfassung TEIL 7: EXKURS 

 Auszüge davon, in denen in diesem Gutachten Simathquelle vorkommt:


Die beobachteten Chemismen wären typisch für Gebiete, in denen die Fließsysteme hauptsächlich mit schwach löslichen Silikatgesteinen interagieren. Seltener beobachte man Quellen, für die eine Wechselwirkung mit karbonatischen Gesteinen wahrscheinlicher sei. Einige Quellen würden eine höhere Alkalizusammensetzung und eine höhere Salinität aufweisen, in erster Linie aufgrund von Verunreinigungsphänomenen. Es seien dies die Quellen 41 und 45 (Painsquelle, bzw. Simathquelle) und untergeordnet die Quellen 32 und 64 (Altequelle Goambichl Einlaufbecken, bzw. Marxenlochquelle). Diese Quellen würdengegenüber den restlichen einen Über-schuss an Chloriden und teilweise an Natrium zeigen. Dies sei auf eine Verunreinigung mit NaCl zurückzuführen, welches als Streusalz diene.
 
 Auf jeden Fall sollte es sich um Systeme mit geringen Durchflußmengen handeln, sowohl wegen des niedrigen hydraulischen Gradienten in diesem Sektor, als auch aufgrund der ziemlich unkontinuierlichen Durchlässigkeit. Dies habe der Vortrieb des Inntal-Tunnels gezeigt, bei dem einige karbonatische Lagen mit geringen stationären Zuflussmengen aufgetreten seien. Das mögliche Vorhandensein dieser Systeme werde vor allem dadurch deutlich, dass Wässer des Typs HCO3-Ca oder selten HCO3-Ca-Mg mit einem höheren geochemischen Reifegrad vorhanden seien. Repräsentativ für diese Art Wässer seien zum Beispiel die Quellen S0041 (Painsquelle), S0045 (Simathquelle), S0046-47 (Poltenquellen), S01012 und S1058. 

 Einzig die Simathquelle gebe einen Hinweis darauf, dass in diesem Bereich der Bergwasserspiegel knapp (ca. 3-4 m) über der Sill an die Oberfläche ausstreiche.

Zusammenfassend sei festgestellt worden, dass keine betonangreifenden Wässer auffielen. Beurteilung der Betonagressivität nach ÖNORM B 4710-1 im Portalbereich Innsbruck: Quarzphyllit: -SO42-: IN-B-30/05 63,5 mg/l -pH-Wert: IN-B-30/05 7,78 -CO2: nicht untersucht -NH4+: Simathquelle 0,08 mg/l -Mg2+: Simathquelle 42,5 mg/l 

 In Übereinstimmung mit den Projektanten kann eine Beeinträchtigung der nachfolgenden Quellfassungen nicht ausgeschlossen werden Tschuggenquelle, Simathquelle, Paschbergquellen, Untere und obere Poltenquelle, Sinelerbrunnenquelle (alte Quelle Goambichl), Neue Quelle Kroitsch 1 und 2, Wieserbrunnenquelle, Painsquelle 

 Es kann also sein, dass sowohl die Simath- alsauch diese namenlose Quelle durch die Tunnelbaumaßnahmen oder auch schon früher (was ich eher vermute) temporär versiegten. Bei meinen Besuchen rann bei der namenlosen Quelle fast immer Wasser raus.


Wie man sieht, sintert der Quellabfluss auf

Die versiegte Simathquelle selbst ist mir wahrscheinlich nie (!) aufgefallen obwohl sie gefasst ist.

Text am 25.7.2020 aktualisert

Montag, 4. Mai 2020

Hochfahren, sprichwörtlich


So hat Corona auch einen Nutzen:
Bedingt durch das allmähliche "Hochfahren" fährt die IVB großteils nach Ferienfahrplan. Ein artefakt davon ist, dass nun die Igler zwischen 10 und 18h (3 nach Punkt rauf, 27 nach Punkt runter) stündlich verkehrt. Lt. Fahrer wurde das so angewiesen, bis die Schulen in Vollbetrieb gehen. Das bedeuet, dass man nun die Igler auch werktags nutzen kann, obwohl keine wirkliche Schulferien sind.
So freue ich mich auf eine paar after Work-Ausflüge, wie ich sie vor 2017 regelmäßig gemacht habe - und vielleicht geht sich mitunter eine verlängerte Mittagspause in Tantegert aus.....sozusagen ein Trolley-picnic (der Begriff ist im Netz nicht zu finden und ich suche noch das Buch, in dem ich das entdeckte; Ein historisches Beispiel dafür wäre Idylwild Park)

Ja nichts berühren! eine Impossibile angesichts der Haltestangen an denen man sich festhalten sollte.

Und natürlich ein nettes Mundschutzlogo; interessant ist, dass am Infoscreen heute die Nachricht "Regierung stellt klar:Drogenpartys bei Martin Ho waren nie verboten" eingeblendet wurde. Das ist schonungslose Fahrgastinformation.

Das Rad durfte mit. Bei zwei Fahrgästen ist Social Distancing leicht möglich und zeigt wie wenig sich leider das neue Fahrplanangebot herumgesprochen hat - ich selbst kam auch nur durch Infos von Kollegen drauf.
Nun aber zum Bildungsteil, was gibt es Neues im Mittelgebirge:


Die Baustelle der Villa von Rene Benko (vormaliges Sporthotel) scheint von dem Lockdown ebenfalls betroffen zu sein. Bin neugierig, wie das Gebäude im fertigen Zustand aussieht. das Fassadenelement rechts verspricht Schlimmes. Denver Clan lässt grüßen. Aber ich gestehe - mit 12 Jahren hätte mir so etwas auch gefallen. Die Betonfassade an sich hat auch aus heutiger Perspektive was; da könnte, wenn man von dem Fassadenmuster rechts absieht, ein gediegener Angiolo Mazzoni oder ein de Chirico-Motiv draus werden.

Alt aber gut - das Biotop bei Gsturn nach dem Fernkreuzweg. Wen ich die Büschel sehen muss ich immer lachen (wahrscheinlich erinnern sie mich an irgendwelche Asterix-Charaktäre). Es handelt sich um Rispenseggen, die in der Patscher Biotopkarierung beschrieben sind.

Abendstimmung am Weg zwischen der Vogelhütte und Station Aldrans. Die Wirtsleute der Vogelhütte haben angeschlagen, das sie am 15.3. öffnen. Wenn nicht zugleich die Schulen öffnen, ist es möglich wieder einmal dort einzukehren (was ja seit 2017 nur mehr am Wochende und in den Ferien geht)






 

Mittwoch, 22. April 2020

Lockdown. Der Paschberg in den Zeiten der Corona

Dass was gepostet ist......
die letzten Tage vor dem Lockdown
13.3.2020: Ein Sprüchlein an der Iglerbahn
15.3.2020, Mittags: Just in dem Augenblick klingelte mein Handy und ein Bekannter, der sich die Rede vom Landeshauptmann ansah, machte das manifest, was man am Morgen schon kommen sah.
15.3.2020, früher Nachmittag....immerhin, die Igler brachte uns noch runter,  bis auf die doch recht häufigen Bauzüge wird man sie nun wohl dieses Jahr nicht mehr hören.

....
Bei näherer Betrachtung  bemerke ich, dass ich die zuerst empfohlenen und nach und nach verbindlichen Bewegungseinschränkungen auch oder vielleicht sogar eher für das Weltklima und die Umwelt akzeptieren würde.
 ....
Interessant, was alles im Homeoffice geht. Das sinn- und fruchtlose Blabla wird stark reduziert. Man liest sich die Unterlagen wieder genauer durch, weil man nicht alles rückfragen kann. Aber der einfache Kontakt zu Freunden und Kollegen fehlt, auch wenn sich in der Anfangszeit des Lockdown der Whatsappverkehr mit Witzen sehr steigerte. Ich gestehe zwar, dass ich bei Isolation ein höhere Schmerzgrenze als andere habe; jetzt nach einem Monat fällt mir doch langsam auf, das sozial etwas nicht stimmt. Zuvor war es nur Wissen, jetzt ist es auch fühlen.
....
Was man so alles Kochen kann (nicht nur Nudelvariationen, wie man vielleicht von mir annehmen könnte), wenn man sich die Zeit nimmt. Ich glaube, wenn wieder Normalbetrieb ist, wird mir vom gekauften Essen schlecht werden. 
....
Die gesundheitsschädlichste Arbeit ist Zimmer ausmalen. Na gut, aber die Spachtelflecken die ich im Arbeitszimmer seit nun schon 3 Jahren herumtrage sind endlich weg.
....
Bücher ausmisten...ein gescheiterter Versuch. Jetzt stehen die Bücher vom Dachboden wieder im Bücherregal.
....
So gepflegt war der Garten noch nie...und schön ihn nicht nur in der Dämmerung zu sehen
 ....
 Was mit dem öffentlichen Personenverkehr geschehen wird, das frage ich mich. Auto gefahren bin ich seit dem Lockdown aber auch nicht.
....
Zum Friseur sollte ich mal wieder - aber halt, ich gehe ja auch sonst nur alle 3 bis 4 Monate ;-)
....
Treibhauskonzerte, Schwimmen....und vor allem ohne den Fetzen vorm G´sicht Räume betreten
....
Was man so alles zum Coronathema für dämliche Filme produzieren kann - auch ich :-)






Samstag, 22. Juni 2019

Mitsommer

Ein "Vor-Mitsommerausflug" 

Ich kenne das: Es gewittert, dann reißt es kurz vor Sonneuntergang auf, und ich wäre gern in der Gegend um den Patscherkofel . 
Neunerspitze im Abendlicht: Ich stelle fest, dass ich diese Stimmungen vom Tal immer nur ansehe, aber sehr selten photographiere. Ich wurde erst im Jahr 2008 in meinem Archiv fündig. In meinem Kopf sind wesentlich mehr Bilder gespeichert.
 Mit den Abendfahrten der Seilbahn ist die Möglichkeit, das kurzfristig zu machen, nun näher gerückt. Wichtig dabei ist bei labilem Wetter das Niederschlagsradar im Auge zu behalten - und natrülich die Sonneuntergangszeiten. Dann kann man leidlich abschätzen, dass man sich einem aufziehenden Gewitter nicht exponiert.

Anfahrt mit Igler - das muss natürlich sein - und Umstieg in J....
16:30 beim Romedihof, wo ich bei dieser Stimmung schon beinahe wieder umgekehrt wäre; die Segnungen des Freizeittickets führen aber zu einern gewissen Wurschtigkeit; ist ein Sauwetter am Kofel, kann ich gleich wieder runterfahren!
17:06 Ich hoffte, dass das Gewitter auf  der Mutterer Seite bliebe, bzw dass später es geteilt durch den Patscherkofel in Vikartal und Inntal abzieht.
17:30 Das stimmte auch im Wesentlichen; hier sieht man die Regenfronten aus dem Vikartal über Vikar (Viggar)sptze und Neunerspitze schwappen. Erst bei Boscheben schüttete es kurz - da war aber auch die Einkehr geplant :-) In Boscheben fanden sich dann Deutsche und Finnen, die eigentlich auf höheren Hütten nächtigen wollten, aber Umbuchen mussten, da dort noch Schnee liegt und nun positiv überrascht waren, wie schön die gegend hier so nahe an der Stadt ist.

18:30 Die Sonne stand nun so tief, das sie die Wolkendecke unterleuchten könnte. Die Neunerspitze lockte, aber glücklicherweise nur kurz (ich spazierte noch am Zirbenweg bis zum Paradiesgarten), denn es kam noch was nach....was bedeutet hätte bei Sauwetter  im Gelände zu warten, bis vielleicht noch die ganz tolle Abendstimmung käme

19:35 Das wetter, das mich aufgrund des Niederschlagsradars aber nicht so schreckte, das ich darauf verzichtet hätte zumindest über den Patscherkofel zurückzugehen (Blick zum Morgenköpfl); ich hoffte, das die Sonne noch durchkäme... aber leider; von der Ostseite her ists recht am Kofel windgeschützt - aber es bleibt die Spannung was einem am Gipfel erwartet....

19:40....eine Einkehr in die Gipfelstube wäre nett gewesen, doch die hat abends leider nicht offen; wirtlich war es oben im Freien nicht, und das nächste Unwetter sah schlimmer aus als im Radar. Ob die Luft Spannung hatte, konnte ich leider nicht feststellen, da mein Haar recht nass war - da hätte es kaum durch die Elektrostatik aufstehen können. Ich habe den Gipfel und alle höheren Objekte gemieden und...
...daher den Schnellabstieg mit Regenhaut zum Kofelrestaurant zum Aufwärmen gemacht....ab 20:45 dann endlich die Stimmung, die ich mir erwartete (und die man auch einfach im Restaurant sitzend hätte abwarten können)...

....anschließend, bei abnehmender Sträke der Abendstimmung kontemplative Fahrt in die Wolkenfetzen hinein talwärts....

....hier kommt der 21:16 J, der wieder in die Stadt fährt
Fazit: 
Mit einem Zeitaufwand von ca. 4 bis 5 Stunden ist eine netter Abend"spaziergang" mit Gipfelbesteigung am Kofel möglich. Das Niederschlagsradar ist als Hilfe verlässlich, wenn man es zuvor öfter schon für die Gegend beobachtet hat (ich verwende es vorwiegend um mit dem Rad möglichst trocken nach Haus zu kommen). Natürlich sollte man auch auf das, was man real sieht, reagieren und nicht allein auf die virtuelle Simulation. Rückblickend hätte es den Schnellabstieg wohl nicht gebraucht; das scheinbar wilde Unwetter regnete sich auf dem Weg vom Stubaital zum Kofel ab. 

Natürlich ist das ganze kein Spaziergang sondern alpines Freigelände - also das übliche, wie  Wetterschutz, gute Schuhe, Taschenlampe, warme Kleidung mitnehmen und hoffentlich nicht brauchen.

Dienstag, 11. Juni 2019

Buchempfehlung "Privat oder Stadt"

  
Damals war bereits alles bereits offensichtlich (nicht nur das Untergestell der Straßenbahn links im Bild); Samlung Luis Schönherr; Aufnahmeort südliche Andreas Hofer Straße (falls andere Rechte berührt sein sollten, bitte melden, ich hab das Photo aus dem Album meines Vaters, er konnte nicht mehr mit Sicherheit sagen, welche eigene und welche fremde waren, da es mit diesen Photos einen verzweigten Tauschhandel gab.)

Ein dünnes Büchlein, das man in den Regalen einer Buchhandlung leicht übersehen kann, mit dem Titel „Privat oder Stadt?“ hat es in sich. 

Die Historikerin Sabine Pitscheider hat einen mit vielen Quellenangaben gespickten Krimi geschrieben, der sich mit dem Werden der Innsbrucker Verkehrsbetriebe befasst. 

Es geht unter anderem um Menschen, die man von Straßennamen kennt, andere Menschen die wiederum wohl gerne vergessen wurden. Es geht auch um Mitläufer, Opportunisten, kleine Rädchen auf der einen Seite und um Opfer auf der anderen Seite. 

Die Rahmenhandlung wird jenen bekannt sein, die die IVB Chronik von Walter Kreutz bereits lasen. Dieses Buch geht nun im Zeitraum 1920-1950 weiter in die Tiefe und zeigt, wie man diese Zeit durchtauchte. Stellenweise hat man den Eindruck es ließe sich daraus für literarisch Begabte ein Ableger der „Dämonen“ schreiben. Stellenweise ist es wohl auch ein wenig Tratsch und Klatsch, allerdings mit historisch verifizierten Daten. 

Man bekommt eine Ahnung der unsichtbaren Fronten, die Österreich nicht nur vor, während sondern auch nach der Nazizeit zerteilen. Die Verstrickungen erscheinen abschnittsweise unentrinnbar und an diesem lokalen Beispiel (wo man doch über Orte, Namen u.ä. weitere Bezüge sehr handhaft knüpfen kann) wurde mir erstmals das bewusst, das man zwar aus Erzählungen der Eltern und Geschichtsstunden kennt, was aber doch merkwürdig abstrakt blieb: 
  • Die relative Unwahrscheinlichkeit aus der damaligen Situation wieder zum Frieden zu finden. 
  • Die Kontinuität der Verwaltung. 
  • Die rein statistisch evidente Tatsache, dass aufgrund der schieren Anzahl der Parteimitglieder nur die wenigsten Nazis nach dem Kriege „verschwanden“. 

 Geschichte wiederholt sich hoffentlich nicht; es scheint aber so, dass gruppendynamische Wirkungen immer wieder ähnlich ablaufen, sodass die Menschheit immer wieder in ähnliche Fallen tappen muss und daran hoffentlich wächst und nicht verblödet. Interessant am Buch ist da vor allem die Zeit 1920 bis 1938. 

 Für Innsbrucker unbedingt empfehlenswert!


Sonntag, 12. Mai 2019

Verrücktheiten am Paschberg?

Der Paschberg ist immer wieder für Verrücktheiten gut. Beispiele:

Nr. 1 
Eine Schitour, bei der man keine Felle braucht. Gesehen am Tummelplatzweg.



Nr. 2

Das mögen manche auch zu den Verrücktheiten zählen. Es steht am Paschberg nun dort, wo wir vor einiger Zeit unseren Buddha "deponiert" hatten. Ich hab es mir noch nicht angesehen und zeige stattdessen das Original, das nun schon längere Zeit in Silz steht, wo ich es bei der hier dokumentierten Wanderung photographierte.

Silz, Atelierhaus von Ursula Beiler
 
Nr. 3

Nachdem das Straßenbahnstadtnetz in diesem Jahr nur rudimentär befahrbar ist, ist auch der Stadtzubringer zum Localbahnmuseum gestrichen. Dafür fährt nun ein ca. 2 Stunden dauernder Museumskurs am frühen Samstagnachmittag (Abfahrt 13h15 beim Localbahnmuseum, Museumseintritt ist Fahrkarte)


Wenn man neben dem VVT-Ticket.....

....noch fünf Euro Museumseintritt drauflegt....

...kann man den Paschberg wahlweise mit musealen.....

...und zeitgenössischen Fahrzeugen erleben....

....unterwegs aussteigen geht allerdings bei diesen Sonderfahrten nicht...

....wenn man die Wiese am Mühlsee genießen möchte, muss man im (seltenen) Regulärverkehr dorthin.