Sonntag, 6. Juni 2021

Charles Sheeler hätte wahrscheinlich seine Freude mit dieser Perspektive. 
 
Nicht nur die Perspektive, sondern auch das Gebäude vermittelt einen sehr präzisen Eindruck und es macht aus einem vormaligen Unort einen Ort, was in dieser Gegend schon von Können zeugt. 
 
War schon der Bau interessant, bei dem die mäßig attraktive aber nicht so schlechte Substanz der frühen Achtzigerjahre erhalten und umgeformt wurde, so ist nun vor allem der Aufgang zu dem emporgehobenen Platz zwischen den einzelnen Trakten ein Erlebnis und bietet nun viele Aus- und Durchblicke. Auch auf den versteckten großen Schulgarten.
Interessant ist, dass man von dem Gebäude mit der Treppe im Westen förmlich angelockt wird. Ob das Absicht auch der Schulleitung  war, weiß ich nicht. Architekten wollen das immer erreichen, die Bauherren nicht immer in gleichem Maße. Wenn es nicht geglückt wäre, muss man "Eingang" draufschreiben. Vielleicht ist es hier eine Geste, die an die Schüler der Übungsschule innerhalb der pht gerichtet ist.

Fazit

Was am Plan eher fad und, gelinde gesagt, unterkühlt ausschaut, muss nicht zwangsweise gebaut so sein. Das beweist dieses Projekt recht gut.
Jetzt kann der Raum zeigen, ob er Pädagoge ist. Die Chancen sind gut.

Mittwoch, 19. Mai 2021

 

Die Externsteine des Paschbergs finden sich an einem verschwiegenen, dennoch höllisch lauten Plätzchen, nämlich im Steilhang ders großen Talzuschubs oberhalb der Villerstraße im Wald des Stifts Wilten. Irgendwann werden sie purzeln. Nicht zuletzt deshalb hat man die Iglerbahn ostwärts um dieser Malaise weit herum trassiert,  auch wenn gerade hier der direkte Weg nach Igls verläuft.
 
Jüngst wurde auf Innsbruck erinnert mit http://innsbruck-erinnert.at/naherholung/ die seltsame Namensgebung von Tanteget bis 1901 erwähnt: Teutoburgerwald
 
Ich zitiere meinen eigenen Kommentar dazu: 
 
Ich habe auch schon verschiedene Theorien zur Herkunft dieser Namengebung gewälzt. 
 
Es ist m.M. nach möglich, dass Josef Riehl den Namen dieser Station selbst vorgeschlagen hat. Als touristische Bahn konzipiert, wurde vielleicht daran gedacht, im Gast bereits bekannte positive besetzte Assoziationen zu wecken. 
 
Der echte Teutoburgerwald könnte im Paschberg eine verkleinerte Entsprechung finden. Mögen auch Sehenswürdigkeiten wie die Externsteine oder die Dörenther Klippen für den Kenner unverwechselbar sein, so mag man doch gewissen Parallelen zu den im Walde verborgenen jähen Klippen erkennen, die sich etwas westlich von Tantegert in einer Verwerfungsfuge vom Lanserkopf bis zur Autobahnabfahrt Innsbruck Mitte ziehen. 
 
Auch hatte Riehls Familie Wurzeln in Mitteldeutschland (ein Bruder war Philosophieprofessor in Berlin und der erste Auftraggeber von Mies v. d. Rohe), sodass z.B. Bezüge zum Teutoburgerwald bereits bestanden haben könnten, also gar nicht ursächlich touristisches Kalkül sonder tatsächliche Empfindung zugrunde lag. 
 
Es ergeben sich noch weiter Bezüge die allerdings vage bleiben: Es gab oder gibt (?) eine Direktzugverbindung Innsbruck-Münster. Innsbruck bekam gebrauchte Straßenbahnwagen aus Bielefeld. Beide Orte sind ungefähr eine halbe Stunde vom Teutoburgerwald entfernt und werben mit diesem Naherholungsgebiet. 
 
Wie kommt man auf die Idee solche Verbindungen zu schaffen und solche Geschäfte abzuschließen? Wahrscheinlich gibt es persönliche Bezüge, die in den Akten* nicht erwähnenswert waren aber doch den Ausschlag gaben… 
 
*) wobei ich bis dato nie recherchiert habe, vielleicht findet man dazu ja was
 
Und nun stoße ich noch zufällig beim Suchen nach dem Begriff Waldstraßenbahn (der neuen Werbelinie für die Iglerbahn) auf die mir bis dato unbekannte Straßenbahn Paderborn, die auch eine Straßenbahnlinie zu den Externsteinen betrieb. 
 
Die Iglerbahn wurde aber wesentlich früher als die Straßenbahn zu den Externsteinen gebaut.



 

Sonntag, 25. April 2021

Kürzlich habe ich auf http://innsbruck-erinnert.at/dieser-blick-auf-die-stadt/  , den Glungezer betreffend vom "Kamel" gelesen. Ich nehme an, dass es diese Formation hier ist. 

Warum ich das hier poste? 
Am 9.4. wurde in Igls ein Projekt präsentiert, in dem es i.W. darum geht, durch Attraktionen den Paschberg und die Iglerbahn zu beleben. 6 Riesen sollen im Wald verteilt entlang der Linie 6 einen Erlebnispfad begleiten.

Natürlich stellen sich Fragen, die dort ausführlich aber nicht abschließend diskutert wurden:
 
Braucht Natur Extras, damit man sie wahrnimmt?
Ist das wirklich Kunst (Arte-Sella oder Angel of the North wird´s nicht, daher warf die Frage Benno Erhard auf)?
Was wird das kosten und wer zahlts?
Wie interagieren die Riesen mit der Iglerbahn (sind es z.B. modellbahnspielende Riesen)?

Noch ist das Ganze ein grober Gedanke, der visuell auch nur grob skizziert wurde. Der Gedanke gefällt mir. 
Sicher:  Es ist ein Folly, wie es z.B. auch die Paschbergbrücke der Brennerautobahn ist. 
Die Umsetzung mag zwar keine Kunst sein, aber so wie die Grobskizzen aussahen, kann man von solidem Kunsthandwerk sprechen. Irgendwo auf halbe Wege zwischen dem Kamel oben und figurativer Darstellung.
 
Sicher: Natur braucht eigentlich nichts. Aber ich persönlich erfreue mich an allen möglichen menschlichen Hinterlassensschaften, die Natur einen Maßstab geben. Meine Eltern haben in den 80´er Jahren ein Vortrag von Karl Häupl besucht. Als sie zurückkamen meinten sie, dass der Vortrag mir gefallen hätte: Es ging um Norwegen, das häufige Motiv seiner Gemälde; allerdings war fast auf jedem Photo ein Hochspannungsmast drauf. Häupl dürfte das eher kritisch verstanden haben (zumindest, wenn ich seine Texte lese); ich freu´ mich hingegen über solche Maste an entlegenen Stellen (wie z.B. am Schmalzkopf in Nauders, oder auch in der Telemark).

Der Weg dorthin ist noch ein längerer. Vielleicht sind die Hochspannungsmasten am Lanserkopf schon genug Riesen, zumal diese bei Föhn Töne von sich geben, wie einst die Memnonkolosse?

Aber es ist schön, dass sich auch andere um den Paschberg Gedanken machen.

Montag, 19. April 2021

 
Seit wann dies wohl hier liegt? War es ein Unfall oder Müllentsorgung? 
 
Die Karrosserie, mehr ist nicht übrig, dürfte 1940 bis 1950 gebaut worden sein. Der Weg , auf dem man dorthin kommt, ist  kaum mehr begangen, aber im Frühjahr gut zu erkennen. Er führt zwischen dem Sillschluchtsteig und der Iglerstraße auf halber Höhe den Hang entlang und dürfte der alten Karrenweg vom Lemmenhof zum Gluirschhof sein. 
Auf der historischen Landkarte von Carl Urban, 1840, Maßstab 1:14400, erkennt man den Wegverlauf , so gut, wie man ihn derzeit ohne Belaubung vom Bergisel aus auch erkennen kann.
Auf halbem weg zwischen Glurischhof (Vill-Sill-Steig) und dem Autowrack blockiert ein umgestürzter Baum den Weg. Dieser war aber so morsch, dass er sich in gemütlicher Kleinarbeit beiseiteräumen ließ.

Freitag, 5. Februar 2021

Aus gegebenem Anlass mal was rein Berufliches. 
Wens interessiert. 
Die meisten bekommen Narkolepsieanfälle :-/

Freitag, 22. Januar 2021

So richtig will mir das bloggen nicht in die Gänge kommen. 
Also zwei Photos vor und während des große Schnees, vielleicht entsteht dazu ja ein Text:
 
1) ein Blick vom Patscherkofel aufs Sparberegg und nach Amras (9.1.2021). Mit zwei Straßenbahnen im Blickfeld.
 
2) eine Impression der Iglerstrecke bei der Station Tummelplatz (14.1.2021), am ersten verschneiten Werktag. Da fuhr offenbar der Frühkurs erstaunlicherweise noch und lies die Räumspur hinter sich. Später wurde es dann immer schlechter mit dem Nahverkehr. Ins Büro und retour ging ich der Einfachkeit halber am nächsten Tag zu Fuß (wir haben noch alternierenden Lockdown Schichtdienst zweier isolierter Gruppen). Warum man die Straßen für die Autos räumte, beim ÖV und bei den Fußwegen aber Schlendrian walten lies, ist mir nicht klar, hätte mich aber weiter nicht gestört, weil es ja absehbar vorübergeht, wenn nicht solche Nachrichten (wie jedes Jahr) zu lesen wären: 
 
Keine leichten Zeiten für Autofahrer https://www.tt.com/artikel/30773415/gut-zu-wissen-so-ist-man-bei-glaette-und-schneefahrbahn-sicher-unterwegs 
 
Das hat mich veranlasst einen Leserbrief zu schreiben, der wohl in der Rundablage landete. Wäre er abgedruckt worden hätts wahrscheinlich nur zur Eskalation beigetragen (das Fahrrad s.u. habe ich in meinem Leserbrief bewusst nicht genannt).

 "Bei derartigen Schneemassen kann man sich nicht erwarten, dass der Verkehr reibungslos abläuft. Allen die in Gemeinden und als verpflichtete Anrainer schneeräumen daher zuerst ein großes Dankeschön. Ein „aber“ ist allerdings hinzuzusetzen: Schneeräumung müsste zuerst auf Schienenstrecken, Straßen mit öffentlichem Personennahverkehr und auf Gehwegen erfolgen. Das Auto sollte nun vernünftigerweise die nächsten 2 bis 3 Wochen in der Garage bleiben. Da aber Vernunft in der Verkehrspolitik noch immer ein rares Gut zu sein scheint, sind die Prioritäten etwas verschoben. Die Bahn fährt zum Teil nicht und muss auf die Straße ausweichen (!), die Autobahn ist hingegen leidlich geräumt. Die Zeiten sind also allenfalls für Öffi-Nutzer schwer."
 
 
 
Wie auch immer. Jetzt schmilzt der Schnee und es tut weh, dass er wieder fast weg ist. Die Öffis fahren langsam wieder normal. Beim übrigen KFZ Verkehr ging das Irrenhaus des Rumfurzenmüssens schon 2 Tage früher los, weshalb ich mich auch wieder aufs Rad geschwungen hab (Allen die einem Radfahrvebrot bei Schnee das Wort reden: ich hätte schon aufs Rad verzichtet, wenn nur die Tram gefahren wäre und alles andere -v.a. PKWs ruhen hätte dürfen). Vom Lockdon merkt man ohnehin nichts - außer einem eklatanten Mangel an Kultur, der aber gerade den Autofahrern sicher nicht auffällt.
 
 
***
 
 
3) zum Abschluss noch, damit Winterstimmung aufkommt, die auch sicher noch im Umland zu haben ist, eine recht frische Impression aus dem mit dem ÖV von Innsbruck leicht erreichbaren Kleinvermunttal, wo man mit Langlaufschiern in nordischer Einsamkeit auf die Bielerhöhe gleiten kann (Blick über den Staudamm auf die Schattenspitzen).
 

 

Freitag, 18. Dezember 2020

 
Und wieder einmal zitiere ich mich selbst
 
Am 2.11. zeigte mir Karl Klotz vom Tummelplatzverein das Gedenkkreuz, das sich nun für Maridl Steixner in die Kreuze der anderen Gefallenen einreiht. 
 
Als ich nach dem Tode meines Vaters den Grabstein unserer Familiengrabstätte erneuern ließ meinte meine Mutter, ich sollte die Inschrift des alten Grabsteines nicht unverändert übernehmen. So stehen heute dort nicht mehr "durch Bombenangriff" sondern nur mehr ihre Lebensdaten. Für meine Mutter war das ein wenig der Versuch, das Geschehene ruhen zu lassen und auch ich fand den Zusatz auf einem normalen Friedhof etwas unpassend.
 
Umsomehr hat es mich berührt und würde es wohl auch meine Mutter, dass Maridl nun als eine Stellvertreterin der zivilen Opfer dieses Krieges am Tummelplatz Erwähnung findet. Normalerweise ist das Türchen am Kreuz geschlossen, so sieht man dann nur das Portraitphoto einer jungen Frau, die so gar nicht in das Ambiente drumherum zu passen scheint.

Maridl war ein aufgeweckete, humorvolle und intelligente junge Frau. Meine Mutter hat ihre ältere "quasi"- Schwester (d.h. Cousine) immer geliebt (auch wenn sie sich manchmal über sie ordentlich geärgert hat, da sie in allem meist geschickter war); aus den Erzählungen, die mittlerweile leider auch in meinem Gedächtnis verblassen, schien sie mir die Hoffnung der ganzen Familie auf bessere Zeiten zu sein. 
 
Maridl half meiner Mutter in der Schule, denn sie konnte gut Rechnen und war sprachlich talentiert, was es ihr schließlich auch ermöglichte, in Bozen zu arbeiten. Im Herbst 1943 kehrte sie jedoch zurück, da die dort bereits einsetzenden Bombenangriffe nichts Gutes erwarten liesen. Schließlich erwies sich das jedoch nur als Umweg.

Ihr Tod, 5 Tage nach ihrem 18 Geburtstag,  machte mit ihrer Familie das, was sich millionenfach zutrug und zuträgt. Er vernichtete Hoffnungen, vernichtete junges Leben und überschattete Nachkriegsjahre, in dem selbst offensichtliche Freuden mit schlechtem Gewissen genossen wurden. 
 
Auch ich habe noch unscharfe kindliche Erinnerungen an die vier Schwestern meiner Großmutter die unter dieser "Amputation" litten und die stark irrtiert waren, als meine Mutter es trotzdem 24 Jahre später wagte, in diese Situation hinein (sic) neues Leben zu setzen. 
 
Ich persönlich kann mich nur daran erinnern, dass mich alle herzlich mochten - ich merkte aber auch die psychische Belastung für meine Mutter, die wohl die Zwischentöne, da während 50% ihrer Lebenszeit  eingelernt, mehr mitbekam. 
 
Es mag das auch mit ein Grund sein, 
dass ich auf dem Sterbbildchen meiner Mutter "Du brauchst dich nicht mehr zu fürchten und bist fern von Schrecken; er kommt an dich nicht heran" (aus Jesaia 54,14) schreiben lies, denn mir schien, dass in nicht ganz zwei Jahren damals eine Angst fürs ganze Leben eingeimpft wurde.
 
 

Manchmal frage ich mich, ob die Erbsünde nicht auch eine Erbangst ist. Wer, weiß wieviel Angst in dieser Kriegsgeneration gespeichert war. Nur mehr wenige aus dieser Zeit leben. Die Angst scheint aber nicht weniger zu werden. Immerhin bewog die Angst von damals keinen neuen Krieg zu beginnen; was wir mit der Angst von heute machen, wird sich weisen.

Dienstag, 15. Dezember 2020

Heute vor 77 Jahren im Haus Erlerstraße 15:

   
 
Wir haben eben das Mittagessen beendet, als mein Bruder Johann mit dem Ruf “Flieger” zum Fenster in der Speiskammer stürzt. Da schießt auch schon die Flak. Nun renne ich ebenfalls zum Fenster. Anfangs sehe ich außer ein paar braunschwarzen Rauchwölkchen nichts, dann aber, hoch droben im Südosten silbrig glänzende Flugzeuge. 
 
Im selben Augenblick entfernte dumpfe Detonationen. Das könnten Bomben sein, denke ich und laufe ins Zimmer, um Papa und Mama zu warnen, die dort mit dem Einpacken der Sachen beschäftigt sind. (Ergänzung 1955: Ich zweifle heute doch, ob es wirklich Bombenexplosionen waren, denn ich habe diese Detonationen, verglichen mit anderen als sehr sehr schwach in Erinnerung.)
 
 “Wir kommen schon, schau nur, daß Du einmal hinunterkommst!” Also nehme ich Schuhe und Mantel und folge Johann in den Keller. Gleich hinter mir kommt Mama. Ich bin gerade auf der Stiege zwischen 1. Stock und Parterre, als einige dumpfe, aber nicht einmal so laute Einschläge das ganze Haus erzittern lassen, sodaß ich mit der freien Hand unwillkürlich nach der Mauer taste. Gleichzeitig ein unangenehmer Druck in den Ohren, das Stiegenhausfenster vor mir zersplittert und die Luft ist im Nu voll Staub. Mit Nachbarn und einigen verstörten Passanten stehen wir nun vor verschlossener Kellertür — niemand hat in der Aufregung daran gedacht, einen Schlüssel mitzunehmen. 
 
Nun erst kommt Herr Konzert, auf dem Arm einen seiner beiden Buben, und sperrt auf. Da im Keller kein Licht brennt, springe ich schnell in die Wohnung hinauf, um eine Taschenlampe zu holen. Die Türen stehen alle sperrangelweit offen. In der Küche hat der Luftdruck die Kamindeckel abgehoben, alles ist voll Ruß. Papa läuft ganz kopflos in der Wohnung umher, und Tante Toni sitzt laut betend auf ihrem Luftschutzkoffer. Die beiden sind überhaupt nicht aus der Wohnung herausgekommen! Endlich finde ich in Tonis Zimmer die Taschenlampe. Jetzt aber noch schnell einen Blick auf die Straße. — Mir verschlägt es den Atem. Das Witting-Haus hat einen Treffer erhalten! Die halbe Vorderfront ist aufgerissen, auf der Straße ein Berg von Schutt und Balken. Trotzdem denke ich noch immer nicht ernstlich an einen richtigen Angriff, sondern eher an einen Notwurf. Ein Gang durch die Stadt belehrt mich aber bald eines Besseren!
 
Am gleichen Nachmittag noch einmal Fliegeralarm. Wie wir später erfuhren, war vor dem Angriff rechtzeitig Alarm gegeben worden, aber wir hatten das Signal anscheinend überhört.
 
 Alarm: 11.00 Uhr 
Wetter: Strahlend blauer Himmel, leichter Dunst. 
 Zeit: Beginn 12.55 Uhr, Dauer nach meiner Schätzung kaum 1 Minute 
Flugzeuge: Nach einer amerikanischen Rundfunkmeldung “ein starker Verband Fliegender Festungen”.  48 viermot. Bomber 
 Bomben: 40 schwere, 140 mittelschwere Sprengbomben, 24 Blindgänger 
 

 
 
Treffer: Café “Weiß”, Hauptbahnhof (Gleisanlagen und Ankunftshalle, letztere mußte später gesprengt werden), Unterberger-Haus, Meinhardstraße, Boznerplatz (Konradapotheke), Jesuitenkirche, Hochhaus, Kochstraße, Frauenanger (Priester-Villa), Gaswerk, Lokalbahnendstation, Rhombergfabrik (Pradl) Erlerstraße, Seilergasse, Anatom. Institut, Westbahnhof, Volltreffer in Straßenbahnzug vor dem Westbahnhof (Hotel Veldidena). Der rückwärtige Teil des Kaufhauses “Kraus” (ehemals Bauer & Schwarz) brannte noch im Lauf des Nachmittags völlig aus und das Haus Erlerstrasse 14 (Schneiderei Lawatsch) wurde von den Parteien schon geräumt, da ein Übergreifen des Feuers befürchtet wurde. 
 
Bemerkungen: Der amerikanische Rundfunk meldete zum Angriff auf Innsbruck: “Ein starker Verband von Fliegenden Festungen bombardierte heute Mittag Innsbruck. Alle Flugzeuge kehrten zurück.” 
 
Auszug aus dem Tagebuch meines Vaters (damals 16 Jahre alt). Das Tagebuch ist seit 9.4.2019 digtalisiert im Stadtachriv Innsbruck evident - ebenso, wie die englische Übersetzung von Kristina Cosumano
 

***

259 Tote lt.  Liste im Tagebuch (auch so in Wikipedia) 
281 Tote lt. Volksbote vom 6.3.1947
262 Tote (lt. Tiroler Tageszeitung 14.12.1963).

Sonntag, 6. Dezember 2020

Hochwasser am Paschberg. 
 
Nicht so schlimm, dass der Schintertalbach vor der Verrohrung in Armas übergegangen wäre - aber immerhin so, dass alles normalerweise trockenen Senken als Bäche anspringen. Auch der Bach vom Moor Tantegert herunter rauschte wieder wie 2017 kräftig und erodierte den Steig von Tantegert zum Tummelplatz weiter. 
 
Immerhin mündet dieses Gerinne nicht in den Schintertalbach ein, sondern rinnt weiter westlich bei den alten Hohlwegen vor dem Tummelplatz runter, beim alten Tummelplatzweg unter der Igler hindurch, um dann in eine Verrohruung bei der Landesstraße zu verwinden. 
 
 Beim Briefträgersee, dem kleinen Ausgleichsbecken unter dem Ententeich, merkt man heute jedenfalls, dass der Schintertalbach ein Wildbach ist und des zusätzliches Zuflusses von Tantegerter Moor (lt. Wikipedia entspringt der Bach am Moor; ich sehe das nicht so, da der Bachverlauf im Gebiet unterhalb des Golfplatzes bereist stark ausgeprägt ist) nicht bedarf um Eindruck zu schinden:
 
Der Bach erodiert stellenweise die Ufer und bildet andernorts, wie hier, Alluvialbereiche.
 
 
Der Blick geht hier durch die typischen dezenten Schlossparkgeländer, die im Laufe der letzten Jahre beginnend beim Teich im Keuchengarten montiert wurden. 
 
Sie entstehen nach einem Entwurf (aus dem Jahr 2011) des kürzlich verstorbenen Architekten Hanno Schlögl
 
Ein überständiger Flansch der T-Profil Stützstäbe ist oben umgebogen (links sieht man das ganz gut) , um an der zugänglichen Seite keine scharfe Kanten zu zeigen. Die Drahtnetzfüllungen sind vorgespannt, indem die jeweiligen Endstäbe mit ein L-Profil  verstärkt und diagonal abgestrebt sind.  Die Konstruktion wirkt mit ihren Details ein wenig als wäre sie aus der Seefahrt oder der Oberleitungsmontagetechnik uminterpretiert. 
 
So ergibt sich ein vollwertiges Geländer, ohne dass dieses massiv wirkt. Man sieht den Geländern auch ohne Kenntis der Vorgeschichte an, dass sich hier der Entwerfer einiges dabei gedacht hat und nicht nur einfach etwas hingestellt hat, um dem Gesetz (Absturzsicherung) genüge zu tun.

Dienstag, 24. November 2020

Hoffen wir es hilft! 
Und daher nun ständig bei den Paschbergthemen-Homepages zuoberst verlinkt!
Blick aus der Iglerbahn auf die Lanserfelder in der Nähe der Station Mühlsee


Kaum zu glauben. Lockdown und die Iglerbahn fährt (10-15h am Wochenende, und der Schienenpolierkurs an Werktagen früh). 
Interessanterweise waren nun einzelne Kurse voller als gewohnt (ich hatte einen mit knapp weniger als 10 Fahrgästen; bei mehr wäre ich zu Fuß gegangen - schon wegen der +4Tage Vorsichtsfrist). 
 
Wenn man etwas nicht soll, dann wird es gleich interessanter. 
Wobei so ganz klar ist mir nicht mehr, was man nicht soll, wenn ich mir die vollen Parkplätze im Mittelgebirge oder anderswo ansehe: 
Es ist  nicht wirklich vernünftig, schön isoliert mit dem Auto zu fahren, um sich dann auf Grüßgottwegen zu scharen - mag man auch Bulkbildungen vermeiden. Da ist eine  Wanderung auf abseitigen Pfaden, die es ja am Paschberg zuhauf gibt mit anschließender Öffinutzung (nach Maßgabe der vorhandenen Plätze) doch besser.

Freitag, 20. November 2020

 
K1
 
Am 14.11., ca. 8:45 war ich nun auch dran; davor stand ich brav mit meinem Fahrrad in der Wartereihe. Zwei Autos vor mir auch ein Fußgängerin. Aber der Reihe nach:

Ich kannte es ja schon vom Hörensagen. Die ominösen Anrufe aus irgendwelchen Arbeitsbesprechungen bei denen einem mitgeteilt wird "nur zu dir gsagt" das ein Coronafall in der Runde war, man aber selbstverständlich nicht gemeldet wird, aber nun bitte sicherheitshalber sich isolieren sollte und seinen Gesundheitszustand beobachten soll. Privat gezahlter Coronatest bei Symptomen. Der Betroffenen beobachtet dann...und wartet, aber ob der Betroffene die 10 bis 14 Tage Quarantänefrist auch abwartet?

Nun erhielt ich am 11.11. auch so einen Anruf. Pflichtschuldigst wurde auch ich gefragt, ob ich als Kontaktperson angegeben werden will. Nachdem ich wusste, dass meine Kontaktperson höchstwahrscheinlich auch Opfer des im vorigen Absatz beschrieben Vorgangs war (und die beschwerdelose Zeit evt. unterschätzt hat) und ich mich ohnhin schon ärgerte, warum das alles immer auf so persönlicher und informeller Ebene abgewickelt werden muss, wenn es doch besser auf behördlich anonymen Wege wäre, habe ich darauf insistiert, mich als möglichen Kontakt melden zu lassen.

Wenn wir immer "nur zu dir gsagt" weitermachen, werden wir das nie in den Griff bekommen.

Es vergingen dann kaum vier Stunden bis mein Stoppcorona-App aufleuchtete und mich in eine 10 tägige Quarantäne wies. Da ich ohnehin an diesem Tag im Homeoffice arbeitete, blieb mir nur meine Partnerin vor ihrer Rückkehr von der Arbeit zu warnen, damit wir im Haus von Anfang an einen großen Bogen um uns machen würden (schon seltsam, aber für 10 Tage auch recht lustig "getrennt von Tisch und Bett" durchzuziehen).
 
  Die Meldung im Büro führte dann zu Verunsicherung - mir schien die Frage im Raum: du nimmst also das App wirklich ernst? Na jedenfalls ernster als ein "nur zu dir gsagt" mochte ich da fast sagen.
 
Zwei Tage später, am Freitag dem 13.(!), klingelt abends das Telefon und ein Jurist des Magistrats Innsbruck kündigte mir den Absonderungsbescheid an. Zugleich trug er mir auf, mich ehestens zum Coronatest zu begeben, wozu ein QR-Code Link an mich gesendet wird. 
 
Er senkte seine Stimme "haben sie ein Auto" und ich ahnte schon was käme und es hätte mich gereizt, zu fragen ob man, um Corona zu bekommen, ein Auto braucht. 
Stattdesssen antwortete ich: "Ja schon, aber muss ich jetzt deshalb mit dem deppaten Gratten vorfahren?" Bequemer wärs schon mit dem Rad." 
Das wurde mir fernmündlich zugebilligt - aber mit der Warnung dass es sehr kalt dort sei. Naja - das ist Sitzen im stehenden Auto auch.

Am folgenden Tag (Samstagfrüh, 14.11.) gings dann in die Warteschlange und nach 50 Minuten war alles erledigt. Kaum dauerlaufende Motoren von Autos, freundliches Personal, alles recht entspannt. 
 
Interessanterweise darf man aber mit dem Rad nicht durch das Testgebäude fahren, sondern muss Außen parken, reingehen, nach Testabnahme retourgehen und Außen herumfahren bzw. das Rad über eine Gerümpelabstellfläche tragen. Was es damit auf sich hat, erschloss sich mir nicht. Aber um das vor Ort diskutieren schien mir das auch nicht sonderlich relevant. Gesetze sind Gesetze, Regeln sind Regeln und haben ja nur zufällig manchmal etwas mit Gerechtigkeit und Logik zu tun, in den meisten Fällen sind es nur Kompromisse. 
Immerhin musste die Fußgängerin vor mir ihre Schuhe nicht ausziehen und vor dem Haus parken ;-)
 
Am selben Tag abends die vorläufige Entwarnung:  Negativ
 
Natürlich gleich an die Kollegen, die schon davon erfahren hatten, weitergleitet, v.a. an meinen Kontakt, der Gewissenbisse hatte, die ich ihm aber gleich ausredete. Die hätte er nur haben müssen, hätte er mich nicht gemeldet.

Interessant natürlich die Reaktion mancher: Negativ, dann sehen wir uns am Montag wieder in der Arbeit? Darauf ich "eine negatives Testgebnis vermag nicht die bescheidgemäße Quarantänezeit aufzuheben"

Doch wo ist der Bescheid? Nun der wurde am 13.11. von der Behörde mündlich ausgesprochen.

Am 15.11. kam er dann auch per Mail. Dort konnte ich dann schwarz auf weiß lesen, 
dass man nur mit dem Auto zum Test darf (!), 
dass ein negativer Test die Quarntäezeit nicht abkürzt (logisch, denn der Virus könnte trotzdem noch ausbrechen und sich nur vor dem Teststäbchen quasi geduckt haben), 
und dass die Behörde empfiehlt noch die 14 statt beschiedenen 10 Tage Quarantäne voll zumachen (logisch unter dem Aspekt der Sicherheit: if anything can go wrong it does).

So bleibt mir noch der 20.11. formaljuristisch durchzuhalten und als technische Fleißaufgabe mich möglichst weitere vier Tage von Kontakten fernzuhalten, was man nun im Lockdown ja ohnehin tun soll.

Soweit also meine Corona-Geschichte (die kein Einzelschicksal ist). Ich hoffe es bleibt bei dieser einen Erfahrung und ich habe auch was daraus gelernt. 
 
Mein Fazit: 
nur zu euch gsagt: Nicht gemeinsam mittagessen! 
Ich hatte mich lange Zeit aus logischer Überlegungen eigenbrötlerisch zurückgezogen und dachte mir just an dem Tag, aus dem Bauch heraus, es einmal anders zu machen.
 
Man sieht auch hier: Die Gründe, die zu Plessuren oder lethalerem führen könnten, sind meist lächerlich und hätten von einem selbst verhindert werden können.

***
Damit wird die Zeit intensiven Bloggens wieder ein Ende haben!
 
***

Text als Vorleistung für den 19.11. geschrieben am 17.11., das ist ungefähr die Zeitspanne zu meinen Kontakt, die es bei meinem Vorgänger zum Ausbruch brauchte (vermutlich). Update am 20.11. bis jetzt ist nix passiert - außer dass mein Corona-App die Quarantäne schon heute früh für beendet erklärt hätte. Maßgebend ist natürlich weiterhin der Bescheid.

 
 


 
 




Donnerstag, 19. November 2020

Wie angekündigt endet heute Mitternacht die alte Paschberghomepage
 Damit man sie nochmals so ansehen kann, wie sie programmiert war, ist dieser Link gesetzt damit man auch ab 20.11.2020 noch in Erinnerung schwelgen kann.
 
Das war´s!
 
 
 Und weil es nicht nur mir so geht, habe ich auch gleich das Werk eines pensionierten Arbeitskollegen, Peter Stumreich, ebenfalls mit einem Filmchen gewürdigt:
 
Die beiden o.a. Homepagelinks führen natürlich ins Leere. Aber hoffen darf man ja, dass es doch nicht geschehen ist.

Update 24.11.2020:
Wie ich heute früh erfahren habe, starb am 19.11.2020 Peter Stumreich
So mag der obige Link zur Alpentransversale ein kleines Memoriam an ihn sein.

Mittwoch, 18. November 2020


Für den Paschberg ein Nebenschauplatz. Aber doch auch ähnliche Probleme, wie für die Iglerbahn. Anfang des Jahre rief der Betriebsleiter einen Förderverein ins Leben, dessen Zweck es ist, Geld nur für den Fahrbetrieb aber nicht für die Konkursmasse zu lukrieren. 
 
Denn das Konkursverfahren für die Bahn läuft. Möge nach diesem vielerlei verwirrenden Jahr alles zu einer besseren Zukunft auferstehen.
 
Die Tausender sind im Schornstein ein Dampflok jedenfalls besser aufgehoben als im Landesstraßenbudget, meine ich.

Dienstag, 17. November 2020


Warum ich so viel blogge? 
In gewisser Weise als abendliche Lockdown - Zeitvertreib. 
 
Diese Reihe hat aber einen anderen Anlass und sollte spätestens Samstag beendet sein: 
 
Dann gibt es die Auflösung. Derweil möge es der Unterhaltung dienen. Neulich (vor dem Lockdown natürlich) war ich mit meinem schon ziemlich ausgewachsenen Patenkind in den Kristallwelten. Sehr exklusiv, wenn man dort wo sonst täglich tausende Inder, Chinesen etc. durchgeschleust werden, nur ca. zu fünft unterwegs ist. 
 
Zu hoffen ist, dass bald wieder bessere Tage kommen, auch wenn ich dann dort nicht mehr hingehen werde. Aber wie sagte ein guter Freund von mir: Wenn alle so ein Konsumverhalten hätten wie wir, dann wäre das ganz Jahr Lockdown.

Montag, 16. November 2020

 
Ich höre sie fast täglich im Wald herumpfeifen, auch wenn sie keine Fahrgäste transportiert. 
Hier ein Rückblick an den Beginn dieses Bilderbuchherbstes (Oktober) der für vieles Coronabedingtes entschädigt. Ob ich heute (Erscheinungsdatum 16.11.) noch mehr dazu zu schreiben imstande oder willens bin, als ich heute (12.11.) vorbereitet habe, wird sich weisen.

Sonntag, 15. November 2020


Diesen Plätzchen habe ich kürzlich entdeckt und mit dem Prädikat "schönster Forstwegwendeplatz" einem Freund geschickt, der die Gegend kennt. Da kann man nur hoffen, dass dort nicht bald ein Jagdhütte steht. Ein Schelm, wer dem Froststraßenbau böse Absichten unterstellt. Die Ortskundigen werden den Platz zu deuten wissen (der Berg spricht für sich)
 
Die wohl im Coronalockdown reinplanierte Waldautobahn habe ich in OSM schon gemappt; sie ist eine Verlängerung eines bereits früher angefangenen Weges um gerade noch nicht 500m - damit man auch ja keine Bewilligung nach dem Tiroler Naturschutzgesetz §6 braucht (das nennt man dann Best-practice). 
 
Mountainbiker dürften sie schon entdeckt haben, denn die Steige drum herum habe schon stellenweise Downhillvariationen bekommen, was mir wiederum den Zugang ca. 600 Höhenmeter tiefer erstaunlicherweise erleichterte.

Samstag, 14. November 2020


Ist das nun so, wie man es machen sollte? 
 
Das Photo zeigt ein Detail der Baustelle für den neuen Umsteigeknoten zwischen S- und Regionalbahn in Neurum. Rechts vorne sieht man die Bestandsleitung der Fernwärmeachse Hall-Innsbruck, die nun hier in einem Bogen südwärts der künftigen Haltestelle herum gelegt wird  (die silbernen Rohre rechts -äh links- hinten sind ein Provisorium um Arbeitsraum für den Bau der neuen Unterführung zwischen Metro und Rum zu bekommen). 
 
Die Fernwärmeleitung wurde dort erst kürzlich mit dem Ausbau der Hallerstraße so gelegt. Kürzlich? Das ist auch schon wieder zehn Jahre her.
 
Dass die Regionalbahn hier fahren wird, wusste man schon 2006. Warum muss man nun heute umbauen? Darüber gibt die Chronolgie Auskunft:
 
Zuerst wurde ein Maßnahmenstudie für einen machbare Regionalbahntrasse Völs bis Hall erstellt.
Dafür wurden u.a. verschiedene Lagevarianten von Haltestellen analysiert. 
 
Wie so oft ging es mit dem Straßenbau schneller als mit der öffentlichen Verkehr. Gleichzeitig sollte die Fernwärme gelegt werden, wenn möglich nicht unter der geplanten Bahntrasse. Daher musste fixiert werden, wo die vorläufige Endhaltestelle (es sollte ja weiter ostwärts gehen) hinkäme. 
 
Da im Bereich der Haltestelle Neurum noch andere Zwangspunkte liegen (ein verohrter Bachlauf), wurde beschlossen die Haltestelle auf der südseite der Hallerstraße zu errichten, da ohnehin eine neue barrierefreie Unterführung zwischen Rum und Metromarkt notwendig wäre. Außerdem könnte man bei der Lage südlich der Hallerstraße leichter nach Osten weiterbauen.
 
Kurz darauf wurde der Bau der Regionalbahn bis Rum politisch beschlossen, aber die Erweiterung bis Hall vorläufig ausgesetzt.
 
Es gingen nun Jahre des Regionalbahnbaus in Innbruck vorüber, politische Konstellationen haben sich geändert. 
 
Es wird nun nicht nur mehr Frage gestellt, wie man es realsieren kann, ohne die Autofahrer zu stören, sondern, wie es für die Fahrgäste am besten geeignet wäre.
 
Es wurde auch hier umgeplant, denn Bahn an Bahn ist sicher praktischer.
 
Nur leider liegt nun als Relikt der alten Entscheidung die Fernwäremleitung drunter.
 
Und das nächste Ungemach lässt nicht lange auf sich warten: Zwar wurde die Regionalbahnerweiterung nach Hall vor ungefähr einer Dekade gestrichen; nun könnte man sie sich aber wohl wieder vorstellen. Allerdings wird, wie ich gehört habe, am Ostende des vorläufigen neuen Endbahnhofs ein Unterwerk zur Stromversorgung der Bahn errichtet. Das wird in 10 Jahren dann wieder versetzt werden müssen.
Von der Lage der Hallerstraße, den Ausgleichsflächen zwischen Straße und Bahn rede ich noch gar nicht.

Kürzlich hatte ich mit einem Kollegen darüber ein recht heftige Diskussion. Fazit "gute  Planung" hätte das vermieden. Als Planer meinen ich das auch. Eigentlich.
 
Aber bei den vielen gute Planungen (allgemein verständlich und tradierbar), die ich gesehen habe, schleicht sich für mich der Verdacht ein, dass Planung erst Widerspruch weckt, der vorher gar nicht da war und Legionen auf den Plan ruft, diesen zu manipulieren. 
 
Rom, die ewige Stadt besteht aus etlichen ineinander verschränkten guten Planungen, deren Realisierungen man anmerkt, das sie wieder von anderen Planungen bewusst zerstört oder zumindest in Frage gestellt wurden.
Ich gebe zu, dass dieser Vergleich etwas hinkt. Ich meine ihn nur sinngemäß.

Freitag, 13. November 2020

 

Neulich, am letzten Freitag, setzt sich der Paschberg in Szene, so als wollte er sagen: "Ich bin auch noch da!"
Ja, schon. Doch wie man sieht braucht es auch mal Distanz um zu erkennen, was man an ihm hat: Blick von den Thaurer/Rumer Feldern nach Schloß Ambras und Lanserkopf, dahinter Kalkkögle und Nockspitze.

Donnerstag, 12. November 2020


Die Wahrscheinlichkeit, dass der Weg hier eine Bahnstrecke querte, ist gering. Denn gekürzten Bahnschranken kann man ca. 100m östlich des Arzler Horns bestaunen. Er "sperrt" den Weg zu einer komplett mit Blech verkleideten grün gestrichenen Hütte mit akkurat geschnittener Fichtenhecke: Einem perfekten Hideaway - wäre nicht der Bahnschranken, der mich eher gelockt als abgeschreckt hat ;-) 

Sonntag, 1. November 2020

Wenn man mit dem GPS Daten kartieren möchte, so erkennt man dessen Grenzen vor allem in engen Tälern, an Felswänden oder dort wo man exakte Punktlage gerne hätte, um z.B. Abzweigepunkte, die vor Ort schwer erkennbar sind, eindeutiger zu machen. Leider muss man sich mit einer Ungenauigkeit von ca. 30m zufrieden geben, die natürlich in schwierigem Gelände darüber entscheidet, ob man ober oder unter einer Felswand steht (alos nie "blind" mit dem GPS gehen!). 
 
Wollte man die Punkte exakt bekommen, so müsste man schon mit 5 bis 10 Minuten Mittelung pro Punkt rechnen (ideale Verhältnisse vorausgesetzt, und nicht am Fuße einer Wand stehend, die 50% der theoretisch sichtbaren Satelliten abdeckt; hab ich bisher nur bei einem Grundstücksgrenzpunkt probiert, da funktionierte es ganz gut und ich machte Jausenpause, während das GSP arbeitete).
 
Der Screenshot oben zeigt JOSM, einen Mapping-Editor für OSM mit hinterlegtem TIRIS Laserscan:
 
Es sind einige graue Tracks eingezeichnet, die noch nicht offiziell gemappt sind; das nervöse Liniengeflecht in Rot zeigt meine Suchgänge als GPS Tracks am Fuße der Felswände und auch oberhalb. Dort wo sich die Linien  besonders stark verdichten (3), gibt es einen Steig (oder so was ähnliches), der von unten bis auf ca. 5 Höhenmeter an die Kanzel mit dem Scheibensignal heranführt, ob man diese letzen fünf Meter klettern muss oder seitlich in leichtere Gefilde nördlich aussteigen kann, wagte ich noch nicht zu klären, denn dafür müsste ich ums Eck steigen, was auf schmalem teils moosigen Felsband nicht so meine Sache ist. Immehrin kam ich bei dritten Versuch so weit, dass ich anhand von Photos den Standort unterm dem Scheibensignal identifizieren konnte. Ich habe zumindest mal den Zugang dorthin etwas verbessert und trage somit zu den zwei "in Bau befindlichen" - einer Downhillstrecke (2) und einem Steig (1) - noch einen dritten (3) etwas südlich bei.

Samstag, 31. Oktober 2020


Was es mit dem Becken einige Meter südlich des Bergisel-Autobahntunnels auf sich hat, weiß ich noch nicht. Es war aus meiner Sicht immer schon da. Und es ist schon auf dem Luftbild des Jahres 1940 erkennbar. Ein Schwimmbad? Am Grundriss sieht man jedenfalls, dass von Norden her ein Treppe ins Becken führte.Mittlerweile prangt auch hier das gefräßige Gesicht, das man allenthalben in Innsbruck sieht und das hier im Waldesschatten besonders heraussticht.

Montag, 26. Oktober 2020

Durch einen glücklichen Zufall kam ich gestern Abend in den Genuss eines biedermeierlichen Konzerts im Tirol Panorama, in dem Werke der Komponisten Diabelli, Krähmer, Schubert und Gänsbacher aufgeführt wurden. 
 
Die mit Csakan und Gitarre, sowie zuletzt bei Gänsbacher auch mit Hobel und Schleifstein begleiteten vorwiegenden Gesangsstücke konnte man sich gut in geselliger Runde bei einem Ausflug zur „Breiten Föhre“ vorstellen (aus heutiger Sicht eine Biedermeier-Ikone) . Verbunden mit den Coronaregeln, die einen ein solches Konzert nunmehr in geräumiger Weite vom Einzelplatz aus genießen lassen, hatte ich beim Zuhören beinahe ein schlechtes Gewissen, bei einem anspruchsvollen Konzert einmal so bequem zu sitzen, wie es wohl damals im Biedermeier nur Kaiser Franz I/II zugestanden worden wäre. 
 
Dementsprechend deutete ich auch das von Schubert für die Namenstagfeier seines Vaters Franz komponierte Terzett (ich lese die Titel der jeweils gespielte Stücke im Programm grundsätzlich erst im Nachhinein, damit ich die Chance habe es anders zu verstehen, als es möglicherweise gemeint war;-) als Huldigung des damals im Amte befindlichen Kaisers Franz, was mir auch passend erschein, da sich bei der Musik auch gleich Szenen vor dem inneren Augen entwickelten, die im Wienerwald oder am Ostrong (bevorzugtes Wandergebiet von Kaiser Franz) angesiedelt sein könnten. 
 
 
Laimbach am Ostrong, ortsansicht
Laimbach am Ostrong, die dazu passende Musik wäre z.B Krähmer: Rondeau Hongrois . Leider nicht in der Qualität, in der ichs hören, durfte im www zu finden.
 
Vielleicht auch am Paschberg, auch wenn dort die Föhren nicht so breit sind…. 
…und irgendwie passt der Biedermeier als geheime Sehnsucht der Österreicher auch gut zu unserem Nationalfeiertag.

Freitag, 23. Oktober 2020

Das Katzenbründl 
 
Vor einiger Zeit hatte ich eine Sammlung altösterreichische Ausgaben der ÖIAZ in Händen und blätterte darin. Leider habe ich mir weder Ausgabennummer noch Autor von dem Artikel der mir ins Auge sprang notiert:
 
Darin ging es um die Lindwurmquelle "bei" Laibach.
 
 Diese Quelle hat eine stark unregelmäßige Schüttung und in dem Artikel wurde die Funktionsweise der Schüttung so bechrieben, dass eine Karsthöhlung sich langsam mit Wasser füllt, die über eine Art Syphon entwässert. Dieser Syphon setzt tief in der Höhlung an und steigt hernach in einen fast gleich hohen Syphonbogen wie Höhe der Höhlung an. Wenn nun die Höhlung sich langsam füllt und bis zum Syphonbogen steigt, so beginnt das Wasser zuerst in der Stärke zu rinnen, in der der Zufluss zur Höhlung ebenfalls stattfindet. Läuft Höhlung und Siphon voll hat man einen Saugheber und dann wird die gesamt Höhlung in einem Satz ausgesaugt bis der Siphon wieder Luft bekommt und damit die Wassersäule darin abreißt.
 
Um etwas über die Quelle im www zu erfahren, musste ich slowenisch googlen. "Potok" kannte ich zwar schon; der "Lintvern" musste erst nachgeschlagen werden - auch wenn der Begriff auf slowenisch so verständlich ist, wei z.B. auch die "Zligrofi" (= Schlutzkrapfen; gerne gedenke ich meines einwöchigen Urlaubs in Idria vor etlichen Jahren). Zum deutschen Begriff Lindwurmquelle findet man verständlicherweise nur Einträge vor 1918, vermutlich auch auf dem ÖIAZ-Betrag fußend.

Film zur Quellschüttung der Potok Lintvern (Geduld, nach ca. 30 Sekunden wirds interessant)
 
 
Wieso aber trägt dieser Blogeintrag die Überschrift "Das Katzenbründl"?
 
Das Katzenbründl befindet sich wenige Meter unterhalb des Weges von der Hungerburg nach Gramart. Es hat nichts mit Katzen zu tun, sondern ist eine Verballhornung des Wortes Kessel. Und dieser Kessel dürfte zusammen mit der Ableitung zu einem ähnlichen Phänomen führen, wie im slowenischen Beispiel. 
 
wem mein Kommentar zu lange ist, einfach ab Minute 2 einschalten.
 
Am Katzenbründl begann die erste Trinkwasserleitung Innsbrucks, die ursprüglich 1485 errichtet wurde; ob sie damals schon so konstruiert wurde oder das unbeabsichtigt war?

Die Funktionsweise einer im Fachjargon sogenannten "intermittierenden Quelle" ist hier, oder hier, als Querschnitt illustriert. Vielleicht wurd beim Katzenbründl die Leitung von der Quellstube zum Ausfluß mit Gegensteigungen verlegt, die einen Siphon verursachen?

Dienstag, 20. Oktober 2020

 

Die Lanserkopf-Ostwand. Nur wenige haben sie in den letzte Jahren so erblickt. 
 
Ich bin da zwar auch mal rumgeschloffen, damals aber in undurchdringlichem Dickicht. Zwar war zu merken, dass die Wand hoch ist; aber so beeindruckend erschien sie mir nicht.
 
 Nun hat sich der Wald gelichtet und OSM-User Hungerburg* hat dort was entdeckt, das gerade hier nicht vorenthalten werden soll:
 
 Am Fuße der Ostwand entsteht ein neuer Weg. Ziemlich aufwändig gegraben. Mit Fallholz tlw. stabilisert. Höllisch steil. Ich tippe auf eine Downhillstrecke. Zum Wandern mäßig prickelnd - aber allein wegen der Umgebung empfehlenswert. Der gebaute Weg wurde von oben in etwa beim Freileitungsmasten kurz vor der Steilwand begonnen (dort ist niedergetretenes Brombeer und Springkrautgestrüpp zu sehen) und nutzt ein steiles Felsband um die ersten ca. 7 Höhenmeter zur überwinden. Vor der Felswand im Photo wendet sich der Weg dann nach Nordosten und geht gleich steil weiter bergab um dort vorläufig im Dickicht zu enden. 
 
Ich wage eine Progonose: Rauskommen könnte der Weg schlussendlich bei der Paschbergkapelle; dort gibt es schon eine gut von Wanderern und Downhillern gleichermaßen genutzte Abkürzung rauf zum Lanserkopfweg, in die diese Strecke einbinden könnte.
 
*)Hungerburg ist überhaupt fast immer schneller beim Entdecken als ich; manchmal denke ich dass er einen Art Bilokationsfähigkeit (mit Augenzwinkerer**) haben muss - aber bei näherer Betrachtung stellt sich nun beim Mappen der Wege auf OSM  heraus, das wir zwei verschiedene*** Wege entdeckten. Dieser Blogeintrag wird also wohl nicht der letzte diesbezügliche bleiben.

*)Ein moderne Variante der Bilokation könnte man ohnehin in unserem Umgang mit digitalen Hilfsmitteln sehen. Sei es Citrix um den Bürocomputer von zuhaus aus seinem Büroschlaf aufzuwecken, sei es die Gespräche bei denen alle Teilnehmer im Handy rumstöbern (ich nheme mich da gar nicht aus) und also zugleich hier (naja) und am Weltball verstreut sind. Das nur OT.

***)Die zwei verscheinden Wege könnten allerdings Indiz für eine andere oder weitere Möglichkeit der Nutzung sein. Beide Wege führen nämlich vom Lanserkopf zum Fuß der Ostwand. Soll ein neues Klettergebiet, wie schon bestehend am Villerkopf, erschlossen werden? Ich hatte ja schon einmal zu dem Thema auf Anfrage geschrieben.

Samstag, 17. Oktober 2020


 
Dieser Schlüssellochblick* zum Turm Pfarrkirche Mils tut sich auf, wenn man am Eingang der Borgiaskapelle in Tulfes / Volderwald nordwärts schaut. Eine „Ley-line“, bei der man vielleicht in Mils, aber ziemlich sicher nicht am Standort der Borgiaskapelle Schalensteine finden wird. 
 
Die Borgiaskapelle wurde nicht im Gedenken an den gleichnamigen Renaissancepapst sondern an einen wesentlich asketischer lebenden Verwandten, dem Hl. Franz von Borgia (bzw. Borja; Biographie hier noch etwas detaillierter) errichtet.
 
Dieser wird u.a. auch als Patron gegen Erdbeben verehrt: Ob die Errichtung der Kapelle auch mit der Heimsuchung von Hall durch ein Erdbeben wenige Jahre zuvor zu tun hat ist unklar. 
 
*)Den Begriff Schlüssellochblick kannte ich in diesem Kontext noch nicht. Unserer Pfarrer hat diesen Vergleich gezogen:  buco della serratura
 
Übrigens findet sich auf Youtube ein Film über die frisch renovierte Kapelle (und auch einige andere kirchliche Bauten, wie z.B. Amras) auf dem Youtube-Kanal des Stiftes Wilten. Das war auch der ursrprüngliche Anlass, meine Aufzeichnungen darüber zu sichten.

Sonntag, 11. Oktober 2020

Ein Stückchen "Italianità" auf der Igler. 
 

Lange Zeit  kannte ich das nur aus Italien und leider habe ich mir nie wirklich den Kopf zerbrochen geschweige denn gefragt, warum die Italiener ihre Schienen weiß anmalen. 
 
Ich hätte sie ja beinahe im Verdacht gehabt, dass sie das nur tun, weils ähnlich fesch ausschaut, wie die weißen Bandeliers der Carabinieri - oder weil man so auf den helleren Gleisen in der Nacht Hindernisse besser sieht. Die Italiener tragen i.Ü. das Weiß dick und recht breit auf, also auch auf Schwellen und Schotter
 
Seit Sommer 2019 ist nun auch für mich klar, dass weiße Schienen kühler bleiben. Was man ja auch z.B. beim vielleicht nicht für jeden auf der Hand liegenden Vergleich zwischen unserem Landhausplatz (weißer Beton) und dem Stadtplatz von Randazzo (dunklerTrachyt, ausgerechnet in einer eher warmen Gegend) merkt. 
 
Klimawandel sei Dank wandert nun dieses mediterrane Merkmal über die Alpen auch zu uns. Die ÖBB hats vorgemacht
 
Nun also auch auf der Igler und zwar da, wo selbst nach Neuschotterung und Gleisgeometriekorrektur an den ersten warmen Tagen die Bahn aus den Schienen zu springen schien, da sich die Schienen ordentlich reckten. Hoffen wir es hilft. 
 
Die weiße Farbe soll ca. 5° Temperaturreduktion  bringen. Bei Stahl macht das auf 100m ca. 6mm aus. Bei Schienenstoßlücken von ca. 1-2cm alle ca. 30m (was längst nicht mehr überall so ist, da mehr Schienen durchgehend geschweißt werden) kann das schon an heißen Tagen die Betriebssicherheit deutlich verlängern.
 
Jetzt noch die Pericolo-Morte-Totenköpfe und die Kletterschutzbleche an den Oberleitungsmasten; dann könnte man meinen, dass in Tantegert der Zug nach Casella abfährt.;-)

P.S. Zwar ist mir meine vormalige Wissenslücke etwas peinlich; allerdings scheint mir das selbst in Italien der Zweck der "rotaie bianche" in facheinschlägigen Foren z.T. widersprüchlich diskutiert wurde: Wenn man etwas tiefer in die Materie einsteigt, dann ist die flächige Weißfärbung, die man in Italien bisher i.d.R. sah, eine Kalkung zur Desinfektion der Geleise im Bahnhofsbereich die vor allem Abwässer aus alten Waggontoiletten binden soll und eher unbeabsichtigt auch kühlt.