Mittwoch, 11. März 2015

Sanierungen

Rückblickend war der Winter doch sehr mild. Bedingt dadurch haben sich meinen Besuche am Paschberg reduziert, da ich die meiste Zeit mit dem Rad unterwegs war. Wenn es dann rauf ging nur mit der Ilger im transit, und mitdem Rad über Aldrans/Ampass runter. 
Nun da der Frühjahr auf dem besten Weg ist, dem Winter den Garaus zu machen, hat mich aber doch noch einen Frühjahrserkältung erwischt (wahrscheinlich am Wochenende zu wenig warm angezogen) und so habe ich auf Rad verzichtet und bin nach langer Pause wieder einmal durch den Schlosspark flaniert. 

Zwei Dinge die auffallen: 
Der direkte Weg von der Haltestelle Schönruh zum Schloss wurde perfekt hergerichtet (das geschah schon im Herbst) und die vom Erdrutsch ramponierte Brücke im Schlosspark wurde ebenso perfekt hergerichtet – nun mit zusätzliche Lehnenbrücke in dem Teil der vor einiger Zeit abgerutscht ist. 


Der neue alten Weg zur Station Schönruh
Abstieg zur Brücke mit neuer kleiner Lehnenbrücke

Bretterdächer mit überlucktem First. Die Wiedehopfoptik sieht recht piffig aus.

Freitag, 20. Februar 2015

Exkurs: Orgelbau

2 oktavige Kleinorgel inkl. Halbtönen, mit Stechermechanik, ca. 50/70/25cm, Jan/Feb 2015

Das ist fesselnder als das Internet. 
Und da das Freizeitbudget begrenzt ist, ging im Jänner und Februar mit "ihr" mehr Zeit drauf. 

Man kann sogar richtig darauf spielen (no na, sonst hätte ich diese Bastelei nicht versucht), wobei die Töne für professionelle Musiker eine Qual sein dürften. Der Gelb-Grüne Zebrastreifen mit den Notenbezeichnungen ist abnehmbar; der ist nur für mich.

Begonnen hat das ganze eher beiläufig, als ich für einen Freundin bei den Innsbrucker Blockflötentagen 2013 fotographierte.

Besonders fasziniert haben mich dabei die zerlegbaren Bassflöten der Innsbrucker Musikschule - die so gar nicht "schönen" Musikinstrumenten ähnlich sind. 
Das erinnerte mich wiederum an die eckigen Holzpfeifen einer Orgel, die mir immer optisch besonders gefallen haben - eben , weil sie nicht rund sind, sonderen eher wie Gebäude aussehen.

Nachdem Weihnachtszeit, wie schon im letzten Eintrag gesagt, Bastelzeit ist, habe ich dann aus reiner Neugier das zu bauen versucht, was ich in Volksschulbastelstunden nie zusammengebracht habe  - Pfeifchen. 

Das Internet ist voll von Tips dazu und macht es leicht, sich reinzuwagen. 

Letztendlich bin ich bei einer Bauanleitung von Jan Boersma gelandet, der anschauliche Zeichnungen zu den Konstruktionsprinzipien zeigt und auch einfache (frei) und kompliziertere (zu kaufen) Bauanleitungen liefert.


von l. n. r. Monsterpfeife aus MDF (kommt gut bei Kindern an, die Lärm machen wollen), Funktionsmodell Taste mit Stechermechanik, Oktavorgel nach Bauanleitung von Herrn Boersma mit gedackten Pfeifen
Das Ergebnis der Verarbeitung von Holzresten war im Jänner/Februar 2014 diese Sammlung von Musikinstrumenten. Leider habe ich es mit der Exaktheit der Fertigung nicht so wirklich - daher waren die Pfeifen trotz Dackung kaum zu stimmen und letztendlich hörte man den schönsten Ton, wenn man alle Tasten gleichzeitig drückt (dann klingt sie wie eine US -Güterzuglok). Außerdem war die Luftzufuhr zu eng -und damit die Reibungsverluste vom Gebläse zur Windlade zu hoch, sodass bei konstanter Luftzufuhr aus einem Gebläs eher ein Röcheln zu hören war. 

Ich habe mich im Laufe des vergangenen Jahres dann gelegentlich mit Mensuren befasst und diesen Mensurenrechner gefunden. Mit dessen Hilfe habe ich eine Mensur für 3 Oktaven abgestimmt auf die Verwendung handelsüblicher Sperrholzstärken durchgerechnet.

Anfang Jänner 2015  ging es dann mit guten Vorsätzen los. Praktisch ohne genauen Plan ausgenommen der Mensurentabelle. 
Entschieden habe ich mich für zwei Oktaven. Auf die Dackung habe ich verzichtet und die Pfeifen einfach auf die tonwirksamen Länge zugeschnitten - mit der Gefahr, dass sie etwas falsch klingen. Statt einer Seilzugmechnaik, die von meinen beiden linken Händen zuviel Fingerfertigkeit verlangt, habe ich nun eine Stechermechanik gebaut, bei der die Windlade unter der Tastatur liegt. 

Ein paar Impressionen vom Bau:
6.1.2015 Orgelpfeifenanfertigung...

16.1.2015 wie groß muss den nun Pfeifenstock und Windlade sein?

16.1.2015 Kanzellen fräsen; die müssen absolut dicht sein, sonst pfeift die Orgel aus dem letzten Loch (kommt der Spruch aus dem Orgelbau?)

23.1.2015 Die Ventile an Kanzellen und Pfeifenstock geklebt. Das Lammleder dafür hatte ich bereits letztes Jahr für die Kleinorgel bei der Gerberei Schatz (ein Besuch wert!) in Pill gekauft.

27.1.2015 So funktioniert die Stechermechanik. Der Luftverlust ist gering, wenn man Stäbchen mit kleinem Druchmesser nimmt und den Andruckpunkt noch auf dem Lammleder anordnet - dann dichtet nämlich das Ventil zugleich das Stecherloch ab und Luft kann nur ein wenig beim Drücken der Taste entweichen. Ist der Durchmesser der Stecher zu groß, fliegen einem die Tasten um die Ohren, solbald man Luft zuführt (auch ein solches Model habe ich versucht)

8.2.2015 das Gehäuse aus den Seitenteilen mit Maßwerken wird zusammengebaut. Das Maßwerkkonstruieren und -fräsen hat so ca. sieben Abende beansprucht - eine meditative Tätigkeit, freihändig gefräst - sieht so aus als hätte Ironimus gotische Fenster gezeichnet.
14.2.2015 Erste Tests; mit Gebläse (im Würfel), Pfeifen eingesteckt, Gehäuse noch ohne Abdeckung


14.2.2015 Fuzelarbeit zum Schluss: Aufkleben von Reitern unter den Tasten, die verhindern, dass die Tasten von den Stechern abrutschen und sich gegenseitig Verkeilen. (Professionisten Fräsen Führungsschlitze in stärkere Tasten und schlagen Klaviaturstifte als Führung ein - da muss man aber sehr genau arbeiten und kann die Taste nicht wie hier mit Kleber am Reiter in Postion schieben, bis es passt.


Am Aschermittwoch war die "Maschine" im Prinzip fertig.

Ein Test mit dem Altenberger Walffahrtslied (heute) hat gezeigt, dass das zweite c eine Nuance falsch (Professionisten werden sagen grauenhaft) klingt - aber ich erkannte die Melodie beim "Eintippen" im Zweifinger-Adler-Ssuchsystem prinzipiell wieder.

P.S. und zur Ehrenrettung des Internets das mich in letzter Zeit wenig sah: Wären nicht so viele Anleitungen, Lehrvideos u.ä. online, hätte ich mich kaum daran gewagt, so etwas über das  o.g. Pfeifchenexperiment hinaus zu probieren. 

Ein Dank allen, die wertvolle Tips online stellen!
Hier noch ein Überblick der für mich wichtigsten:
Jan Boersma 
Drehorgelbauer
Äolsflöten
Orgelbautechnik mit Detailskizzen
Stechermechanik eines Portativs
Mathias Wandels Homepage mit wertvollen handwerklichen Tips und Ideen (eine Orgel ist auch dabei)


Donnerstag, 22. Januar 2015

Blogpause

Die ultimative Blogfaulheit. Ich denke, das wird noch bis Lichtmess so gehen. Derweil zur Unterhaltung....

Eine vorweihnachtlichen Radtour mit Paschbergblick

Sonnenaufgang überm Glungezer (23.12.2014, vom Canisiusweg aus)

Kurzes Schneeintermezzo in Amras: Snowboarden auf der Schlossparktreppe (30.12.2014)

Weihnachtszeit ist Bastelzeit: Wenn die Motorsäge erklingt, bekommt der Computer Konkurrenz ;-). Mittlerweile ist allerdings das Kleinsägewerk eingemottet, bis es wieder ausreichend warm ist.


Sonnenaufgang überm Glungezer (2.1.2015, von Amras aus)


Sonnenaufgang überm Glungezer (14.1.2015, von der Graßmayrkreuzung aus)

Dienstag, 30. Dezember 2014

Schöne Feiertage und guten Rutsch... 

Freitag, 19. Dezember 2014

Christbaum-Bondage

Weihnachten

Aus der Christbaum-Bondage Szene: gesehen auf der Igler Art
Ich reihe das in meine kurze Liste der  "besten Werbesprüche" ein: 
"Wolle von lebenden Schafen!"
und meinen Ableitung daraus
"Milch von lebenden Kühen"

Dienstag, 25. November 2014

Herbstnebel

In den letzten zwei Tagen hatte ich Gelegenheit ausgiebig am Paschberg zu wandern. Dazu gibt es ein paar Impressionen (nur mit dem Handy geschossen, daher Kleinformat): In the last two days I had the opportunity to do some extensive hiking on the Paschberg. Here are a few impressions from those hikes (in small format as they were taken from a mobile phone):



Tag 1

Moosbaum bei der Poltenhütte
A moss-covered tree near the Poltenhütte.

Am Villerkopf

Schalenstein dortselbst
A cup marking in a stone on the Viller Kopf.

...und natürlich konnte ich mich bei Steinmandeln nicht zurückhalten
naturally, I could not resist a bit of “cairning”

Tag 2

Die Iglerstrecke im Nebel. Leider musste ich pünktlich um 9 h asm Grillhof sein. Das würde sich zwar mit der Bahn gut ausgehen - aber nur, wenn sich diese auch exakt an den Fahrplan hält. Meine letzte Erfahrung war aber wieder 10 Minute Verspätung. Sei´s drum. einen Morgenwanderung ist auch nicht schlecht.
The path to Igls under fog. I had to be at the Grillhof (government educationa center in nearby Vill) at 9 AM sharp. Theoretically I could have taken the train — but only if it were running on time, and lately there have been 10 minute delays. Never mind, a morning walk’s not so bad either.

Oberhalb des Tummeplatzes. Der Nebel wird dichter.
Above the Tummelplatz (war memorial site). The fog is getting thicker.

Am alten Paschbergweg von Tantegert aus zum Oberen Gang Weg: Deutlich sieht man die alte Pflasterung im Steilstück des Hohlwegs
On the old Paschberg path uphill from Tantegert:  one can see clearly the old pavement in this steep section of this sunken road.

Nahe der Poltehütte. Innsbruck würde man hier gut sehen. So aber nur Nebel (noch dichter)
Near the Poltenhütte. From here one normally has a nice view of Innsbruck, but today it’s only fog.

Kurz vor dem Grillhof. Es sind noch Steigerungen der Nebeldichte möglich.
Just before the Grillhof Center, even more fog.

Am Villerkopf: Ein Steinmännchen des vorigen Tages hat überlebt.
At the Viller Kopf: the “stone man” survived the night.

Mittwoch, 5. November 2014

Allerheiligen

Herbstliche Wiesen am Mühltal

Ein Allerheiligenspaziergang. 
Es fällt mir häufig um diese Zeit wieder ein. 
Als ich mit meinem Vater vor etlichen Jahren einmal auf den Ampasser Kirchhügel wanderte, kam er bei der schönen Sonnenlage des Friedhofs beinahe ins Schwärmen, dass so ein Platz wohl der ideale wäre, wenn es dann einmal soweit ist. Und gleichzeitig fühle ich, wenn ich heute an das auch recht sonnig aber nicht in Ampass gelegene Grab trete, dass mir dieser Platz - wie eigentlich jedes Grab sagt "Den/Die du suchst, ist nicht hier (unten)".
Daher nun eine paar Impressionen aus der Gegend.

A Walk on All Saints Day.

I am reminded of something often at this time of year. Once, years ago, on a walk with my father up to the hilltop church in Ampass, he was especially taken with the its sunny graveyard. This would be the ideal place, he said, when the time comes. And along with this memory comes the distinct feeling, when I visit his actual grave (which is, while sunny, not in Ampass), that this place — like every grave — says: “The one you are looking for is not here.”



Herzsee

Wasserfall des Herztalbachs von Maria im Wald aus gesehen
Waterfall from the Herztal brook, seen from Maria im Wald.
 

....nun haben sich die Kühe wieder beruhigt. ......the cows have calmed down now.

Kirche Ampass mit sonnigem Friedhof. Ampass church with its sunny graveyard.

Pfarrtal

Alter Widum von Ampass: Der Widum spielt übrigens eine Hauptrolle in einer alten Doktoarbeit eines Grafen von Trapp, indem er das Gebäude mit einer gewaltigen Blitzschutzanlage ausstattete; das Bild davon müsste in Schloß Friedberg in Volders ausgestellt sein. Old parish hall in Ampass: this building played a leading role in a doctoral thesis by one Count von Trapp, in which he outfitted the structure with a giant lightening protection device; an image of it may be found in Friedberg Castle in Volders.

Und hier noch eine ca. drei Jahrzehnte alte garantiert antiquarische Aufnahme aus der Gegend. In closing, a vintage shot, three decades old, of the area.

Sonntag, 26. Oktober 2014

Vom Paschberg in die Sillschlucht

Zum Nationalfeiertag eine kleine Paschbergwanderung.... 

Der Knöterich auf der Autobahneinhausung gedeiht

Steingesicht auf dem Steig vom Bederlungerweg zur Poltenhütte

Beim Schalenstein; man beachte die fortgeschrittene Bemoosung seit 2011.

Am Poltenweg zwischen Poltenhütte und Vill: Buche in Bombenkrater? Wahrscheinlich handelt es sich hier eher um Grundbrüche des Rutschhanges in dem die Villerstraße verläuft. Dort ungefähr begann ein Weg, der heute von oben aufgrund der Hangrutschungen nicht mehr zugänglich ist. Er führte in dieses Gebiet.

Wigwam nördlich von Vill

Zwsichen Poltenweg und Lemmenhof (Sillwerk): Lieblich. Tatsächlich aber recht exponiert.

Am nördlichen Rad des Rutschhanges, ca. 50 Höhenmeter über Villerstraße. Hier sagen Fuchs und Hase sich gute Nacht.

Vielleicht gerade deshalb Spuren reger Bautätigkeit. Der nächste Wigwam.

Und hier kommt des Wasser aus dem Quarzphyllit des Rutschhangs raus: In der Sillschlucht. In zwei Monaten wird es dann wohl so aussehen.

Freitag, 24. Oktober 2014

Iglerbahn - Patscherkofelbahn

Zwar wird eifrigst saniert und die Igler wird bald in voller Länge einen neuen Oberbau haben - doch ist nicht klar, wohin die Reise geht...

Wie man in der Presse nachlesen kann, tauchen nun so langsam die verdeckten Mängel des „Geschäfts“ um die Patscherkofelbahn auf. Es ist daher notwendig, die Angelegenheit ins rechte Licht zu rücken. 

Im östlichen und westlichen Mittelgebirge existieren insgesamt vier Seilbahnen: Glungezerbahn, Patscherkofelbahn, Muttereralmbahn und Götznerbahn. Wer die Bahnen benützt hat, dem wird, sofern er zu jenen gehört, die mit dem öffentlichen Verkehrsmittel anreisen, aufgefallen sein, dass man in der Nebensaison mit den regulären Verkehrsmitteln nur zur Patscherkofelbahn direkt hinkommt. Sowohl Glungezerbahn, Mutteralmbahn als auch Götznerbahn liegen hingegen etwas abseits der Bahn- und Bustrassen. Es sind dort in der Zeit, in der keine Sonderlinienverbindungen u.ä. bestehen, ca. 40 bis 80 Höhenmeter zu überwinden, um zur „Aufstiegshilfe“ zu gelangen. 

Einzig allein die Patscherkofelbahn ist nicht mit diesem Nachteil geschlagen. Diese führt genau zum historischen Endpunkt der Buslinie J. Der Höhenunterschied zur Linie 6 (Igler ) beträgt ca. 30 Höhenmeter. 

Woher kommt es, dass diese „Aufstiegshilfen“ ohne Aufstiegshilfen nicht direkt zugänglich sind? 

Betrachtet man eine ÖK - Karte, so erkennt man den Verlauf größerer Hochspannungsleitungen. Die große Verbundleitung in Tulfes und die ÖBB-Leitung in Igls, Mutters und Götzens bilden einen Kordon um das Mittelgebirge, das sich bald als Hindernis für die Entwicklung von solchen Seilbahnen entpuppte. Nur im Falle der Patscherkofelbahn fielen Bau der Leitung und Bau der Seilbahn gerade so zusammen, dass man sie koordinierte. Davon zeugt das Kreuzungsbauwerk mit der ÖBB-Leitung am Golfplatz bei der Heiligwasserwiese. 

Als gelernter Innsbrucker ist man auch damit aufgewachsen, dass die Patscherkofelbahn eine Fehlkonstruktion sei. Die Teilung in zwei Sektionen und der lange Flachteil seien seilbahntechnisch nicht optimal. Nun gibt es allerdings auch neugebaute seilbahntechnisch nicht optimale Lösungen, wie z.B. die Hungerburgbahn von der man sich aber (zu recht oder nicht sei dahin gestellt) aufgrund der besonderen Trasse bestimmte Entwicklungsimpulse erwartet hat. 

Nun möchte man eine seilbahntechnisch optimale Trasse für die Patscherkofelbahn realisieren – also nur eine Bahn im Steilen und den Flachteil streichen. Nun – der J –Bus fährt, seit man die Sesselbahn Olympiaexpress errichtet hat, auch dorthin. Man könnte also meinen es wäre 
egal. 

Sieht man sich aber die Studie von Grischconsulta an, so wird man feststellen, dass auch dort die Mängel der Erreichbarkeit mit leistungsfähigeren Verkehrsmitteln thematisiert wurden. Aus diesem Grunde wurde eine verbesserte Verbindung von der. ca. 80m tiefer gelegenen Stubaitalbahn zur Muttereralmbahn eingefordert. 

Diskutiert man nun, die Patscherkofelbahn in eine im Vergleich zur früher schlechter zu erreichende Aufstiegshilfe umzuwandeln, so muss gleichzeitig auch dieser Mangel behoben werden. 

Es ist daher an der Zeit die Mottenkiste mit den Projekten zur Verlängerung der Iglerbahn zu öffnen. 

Lange Jahre –bis Anfang der 90ér war im Flächenwidmungsplan Igls die Verlängerung der Iglerbahn auf den Dorfplatz vermerkt. Die Strecke wäre dort geplant gewesen, wo derzeit der Fußweg vom Dorfplatz zum Bahnhof verläuft. Damit hätte man zwar den Höhenunterschied zur Patscherkofelbahntalstation nur auf ca. 20m reduziert – jedoch wäre die Gehweglänge erheblich reduziert worden. 

1983 hat Herr Erich Kern im Rahmen seiner Diplomarbeit am Eisenbahnbauinstitut Mehrer Trassenvarianten zur nähern Heranführung der Iglerbahn an Aldrans und Lans sowie zur Verlängerung zum Badhaus (= Olympiaexpress Talstation) untersucht. 

Darüber hinaus wurde Studien zur Trassenführung aufgrund der aktuellen baulichen Entwicklung verfasst. 

Wenn man nun die Patscherkofelbahn komplett neu konzipieren möchte sind auch diese Projekte einzubeziehen. 

Der Plan auf Basis eine Tiris-Luftbildes zeigt das Verlängerungsprojekt nach Igls (schwarz), die Trassenvarianten der Diplomarbeit von Herrn Kern über Aldrans und Lans (Rot, Hellblau) und eine Trassenvarianten von Tantegert über Lans mit Verlängerung zum Badhaus. Diese Trassenvarianten wurden übrigens mit 4% Steigung und 40m Mindestradius geplant. Darüber hinaus habe ich noch Trassenvarianten eingetragen, die aus meiner Sicht nach heutigen Gesichtspunkten (größerer Steigungen möglich – bis 6%) mit überlegt werden sollten (dünne Line in Dunkelblau).

 Abschließend möchte ich eine Bemerkung zur Variantenplanungspraxis anbringen. In meiner HTL-Zeit war es so, dass man im Rahmen von Übungsarbeiten stets Variantenplanungen vorlegen musste. Die Praxis dieser Anwendung diente aber meist nicht der Wahrheitssuche, sondern dem Abarbeiten des vorgeschriebenen Arbeitspensums, da i.A. der Lehrer ziemlich genaue Eckpunkte der zu wählenden Planung vorgab und man dann noch zur Übung ein paar denkbar unrealistische „Alternativen“ dazugab und dort (oh Wunder!) deren Unbrauchbarkeit deutlich nachweisen konnte. Für die Ausbildung ist dieser Kunstgriff durchaus legitim – allerding habe ich den Eindruck, dass viele neue Projekte eher diesem alten HTL-Standard entsprechen. So kommt es dann auch, dass in Umweltverträglichkeitsprüfungsverfahren die Suche nach dem besten Projekt stark in den Hintergrund tritt (und gerade dafür wäre dieses Verfahren gedacht). 

Ich wage daher die Aufgabenstellung, die hinter noch verschlossen Türen ausgemacht wird, so zu mutmaßen: 
  • Gewollt ist ein Neubau des Olympiaexpress von der Römerstraße aus. 
  • Gewollt ist eine gute Erreichbarkeit mit dem Auto. 
  • Beim öffentlichen Verkehr muss nichts gemacht werden, es fährt ja schon der Bus.

  • Die Igler wird künftig nur mehr Samstags / Sonntags fahren. 

Dafür sind bei den Variantenuntersuchungen folgende Dinge zu berücksichtigen: 
  • Niedrigste Risikoaufschläge für den Neubau der Seilbahn. 
  • Höchste Risikoaufschläge für die Sanierung des bestehenden Seilbahn. 

  • Optimistische Nachweise der Umwegrentabilität der Erreichbarkeit mit dem Auto.
  •  Optimistische Nachweise der Umwegrentabilität der Erreichbarkeit mit dem Bus wie er derzeit ist. 
  • Pessimistische Nachweise der Umwegrentabilität der Erreichbarkeit mit der Iglerbahn.
  •  Pessimistische Nachweise der Umwegrentabilität der Erreichbarkeit mit der Iglerbahn im Falle des Ausbaus/Verlängerung. 

…..so wird man dann schon zu dem Ergebnis kommen, für das die Presse nun den stimmungsmäßigen Boden bereitet.

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Tourismuswerbung für die Iglerbahn

Panorama-Straßenbahn 6 
Auf Grund von Gleisbauarbeiten von 15.9. bis 31.10. 2014 Schienenersatzverkehr mit Bussen über Innsbruck - Schloß Ambras - Aldrans - Lans - Igls. Die Linie 6 (Innsbrucker Mittelgebirgsbahn) ist 1900 von der Stadt Innsbruck gebaut worden. Von der Endhaltestelle der Linie 1 Bergisel ausgehend schlängelt sich die oft liebevoll „Waldstraßenbahn“ genannte Linie durch die Wälder oberhalb von Innsbruck bis auf das Mittelgebirgsplateau und weiter bis zum Innsbrucker Stadtteil Igls. Die Linie 6 verkehrt täglich zwischen 6:00 und 18:00 Uhr, zwischen Mai und Oktober bis ca. 20:00 Uhr. Die Abfahrten in Bergisel sind jeweils zur 17. Minute, die Abfahrten in Igls zur 48. Minute. Die Linie benötigt für den Betrieb einen Kurs, da ihre Umlaufszeit genau 1 Stunde beträgt. Die Strecke ist komplett eingleisig, nur in Tantegert befindet sich eine Ausweiche, die einen Halbstundentakt möglich machen würde. 
Quelle (dort auch drei nette Photos): http://www.innsbruck.info/lans/erleben/highlights-in-lans/panorama-strassenbahn-6.html 

Wie lange ist das wohl schon online? 
Interessant ist der Schlusssatz, der in einer Tourismusinformation eher nichts zu suchen hat, sondern eher vom Toursimusverband verhandelt werden müsste. "Die Strecke ist komplett eingleisig, nur in Tantegert befindet sich eine Ausweiche, die einen Halbstundentakt möglich machen würde." 

Man Könnte natürlich auch reinschreiben: "Die Strecke ist mit dem Straßenbahnnetz der Stadt verbunden, also könnten Fahrzeuge durchgehend von der Innenstadt ins Mittelgebirge fahren." 

Interessant ist auch, dass man in Lans die Bahn kennt, wohingegen sie in Aldrans oder Igls keine Erwähnung wert ist. Aber ich will nicht weiter lästern. 

Immerhin wird die Bahn irgendwo beworben. Und man weiß wenigstens in Lans, dass sie momentan nicht fährt - im Gegensatz z.B. zur Igler Patscherkofelbahn, die an sonnigen Wochenenden wegen schlechten Wetters geschlossen ist - weil es am Nachmittag regnen könnte - was sich aber der Onlinepräsentation der Feriendörfer oder des Webauftritts der Seilbahn selbst (wenn man ein einziges Onlinephoto so bezeichnen darf) so nicht entnehmen lässt...