Freitag, 16. September 2011

Oberleitungssanierung Tantegert

Die Kehre westlich unterhalb von Tantegert: Stellenweise (v.a an der Talseite) stehen hier die Alten Mastfundamente schon etwas "in der Luft"
Seiten einigen Wochen lagerte neunen Oberleitungsmasten für die Igler an der Strecke. Letzte Woche war der Bauzug, beladen mit Schwellen und Kleinteilen mehrmals unterwegs.

Masten werde in der vorletzten Kehre unterhalb von Tantegert neu gesetzt. Es sieht momentan sehr umgegraben aus, da mit Kleinbaggern Baustraßen zu einzelnen Mastfundamenten planiert wurden – der Naturliebhaber möge deshalb nicht erschrecken, denn es ist für die Wartung der Bahn. Nach normalen Forstbewirtschaftungsmaßnahmen sieht es in der Regel wilder aus. Und nach einem Jahr ist alles wieder zugewachsen.

Daneben werden, wie bereits erwähnt, einige Schwellen getauscht und außerdem wird eine kurze Stützmauer ca. 200m westlich der Station Aldrans erneuert. Der Hang scheint hier durchfeuchtet zu sein.

Bagger zum Ausheben der Fundamente. Die Schrämhammer werde benötig, da an den Hangseiten der Quarzphyllit ansteht.
Das Standardfundament
Das dürfte ein Abspannmast werden; da kommt viel Zugkraft drauf und er könnte kippen - daher ist das Fundament tiefer zu setzen (Brunnenfundament). Mit Schachtringen und Kanalrohren wird einen verlorenen Schalung gebaut.
Direkt unterhalb von Tantegert wurde am meisten umgegraben. Dort reichen die Fundamente in den Fels.

Dienstag, 13. September 2011

Sport?!


Sport? Nein danke.

Diese Einstellung habe ich noch immer – auch wenn ich recht gerne (unter idealen Wetterverhältnissen) wandere und Rad fahre und schwimme. Daraus einen Wettkampf zu machen, davon halte ich nichts. Doch diesen Sommer wurde ich praktisch „rumgekriegt“. Auch wenn ich rückblickend das Ganze als Kinderei ansehe, war es schon sehr unterhaltsam und motivierend.

Der Dank gebührt den Organisatoren vom Klimabündnis Tirol und der Abteilung Verkehrsplanung des Landes Tirol, die ein recht einfaches Projekt auf die Füße gestellt haben, das aber großes Potential zu gruppendynamischen Wirkungen hat. Zwischen 10.6. und 10.9. fand Tirols erster Fahrradwettbewerb Tirol Mobil statt.

Der Clou bei der Sache – ein einfache Homepage mit ausgeklügelter Programmierung, die es ermöglichte individuelle Fahrtenbücher der täglichen Radfahrten (also Alltag und Freizeit) zu führen und „Rennteams“ zusammenzustellen. Außerdem war es möglich sich  im Rahmen sog. Freundschaftsrennen mit anderen Teilnehmern zu vergleichen (also so etwas wie ein kleines Bike social network)

Die Gruppendynamik dabei: Zuerst hatte ich mich angemeldet und versucht, einige Arbeitskollegen und Freunde zu gewinnen, individuell mitzumachen und eine gegenseitige Beobachtung mittels Freundschaftsrennen zu installieren. In der Folge krebsten so 5 Menschen aus dem engeren Arbeitsumfeld herum – bis einer dieser Kollegen auf die Idee kam ein Team „Raumordnung - Statistik“ zusammenzurufen. Das ging einher mit weiterer Anwerbung von Teilnehmern und schlussendlich sahen wir uns dann in einem Teamrennen mit vier weitern Teams in der Landesverwaltung. Diese Teams waren zuerst abteilungsbezogen aufgestellt.
Man lizitierte sich gegenseitig nach oben. 2000km Teamleistung, 3000km....6000km usw.
Irgendwann Mitte August kam der Sündenfall. Eine nicht genannte Abteilung (wir wissen schon, wer) heuerte Legionäre aus anderen Abteilung an und machte dem Raumordnungsteam die Führerschaft streitig.
Und seither fuhren wir extra mit dem Rad – nicht nur wenn wir zufällig radeln, und haben außerdem auch weitere Mitkämpfer geheuert.
Und so gab es ein Kopf an Kopf Rennen mit mittlerweile ca. 10000km pro Team.
Nun – nach Ende des Wettbewerbs komme ich drauf – das ist ja Sport! Selbst wenn wir verloren hätten* (denn noch haben nicht alle ihre Kilometer nachgetragen) – dabei sein ist alles (da sich einmal diesen dämliche Olympiaspruch sagen würde...)
*heute gab es eine Schlussveranstaltung im Büro, knapp war unser Team zuletzt in Führung

Kommen wir zu dem vernünftigen Hintergrund des Wettbewerbs: 
Die Intention ist es, durch Selbstbeobachtung herauszufinden, was man bereits an Alltagswegen mit dem Fahrrad schafft und zu sehen, dass ein paar Besorgungen in Innsbruck schon das Äquivalent eines ordentlichen Fahrradausflugs sind, den man sich eigentlich gar nicht zutraut.
Der weitere Effekt: 
Durch das Aufzeichnen der Kilometer wird plötzlich sichtbar, welch beachtliche Kilometerleistungen durch Radverkehr entstehen und dass dieser Verkehr in der Verkehrsplanung eine ernst zunehmenden Größe ist (zumindest im Sommerhalbjahr). 

Wenn man häufiger Rad fährt, fallen einem auch die Unzulänglichkeiten im Radverkehr stärker auf. Sicher – die Kondition wird auch besser; trotzdem merkt man, was für ein Käse in der Radwegplanung mitunter noch immer abläuft und ist entsprechend sensibilisiert. Dazu mehr in meinem Blog „planung-richtig-herum".

Zu guter Letzt eine Sammlung von Tiroler Eindrücken aus Radfahrerperspektive 1199 (im Wettbewerb) geradelter Kilometer, die erklären soll, warum diesen Sommer die Paschbergeinträge etwas reduziert ausfielen.....

Es beginnt mit erweiterten Heimfahrten durch die abendliche Stadt: Umspannwerk in Mühlau
....oder das Gaswerk an der Sill
Man merkt beim Fahrtenbuch, dass so locker 20km gefahren werden und erweitert die Runde - z.B. unter Zuhilfenahme der Iglerbahn für den Höhenunterschied ins Mittelgebirge.
Und da das recht einfach geht, werden kurzfristige berufliche Wege in Ermangelung eines Dienstwagens (um dessen Reservierung man sich dann auch gar nicht mehr scheren will) mitunter geradelt.
Das alles hat natürlich Auswirkungen aufs Freizeitverhalten - denn wenn man mal so nebenbei 20 oder 30 km fährt, wird wohl beim Wochenendausflug zum Berglsteinersee auch zumindest in eine Richtung Radeln möglich sein...
Noch höher hinaus, wie hier in Kappl. Es geht ja nicht ums Zeitfahren. Und wenn man das kapiert hat, werden auch Höhenunterschiede um 1000m über den Tag verteilt machbar. Schieben auf zu steilen Straßen ist ja nicht verboten ;-)
Ein Nachmittagsausflug von Telfs nach Landeck? Kein Problem.
....und dazwischen wieder "erweiterte" Abendheimfahrten unter Zuhilfenahme der Igler, wie hier im goldenen Abendlicht nahe dem Glockenhof.
....oder mit der Stubaier nach Lüsens (das ist etwas weit hergeholt, auch wenn ein Ast der Stubaitalbahn nach Gries im Sellrain geplant war und somit Elias Cannetti unter glücklicheren Umständen mit der Bahn in die Sommerfrische anreisen hätte können)
Abendfahrt in den Föhrenwald (gestellt)
Und als Abschluss eine richtige Mountainbiketour nach Maria Waldrast!
Außer Konkurrenz nach Ende des Wettbewerbs Bahntrassenradweg zwischen Atzwang und Bozen (insgesamt, d.h mit Brenner - Bozen und Brenner - Innsbruck waren das 146km, allerdings großteils abwärts :-)





Freitag, 26. August 2011

Sommer

Es begann alles mit einem Sommerregen am 19. August...


Sommer. Frühmorgens die Fenster weit auf, damit die Morgenkühle durchs Haus ziehen kann, bevor man das Haus mit Rollos verschlossen als letzten Speicher von etwas Kühle zurücklässt, tagsüber nur von sich selbst bewohnt. Mit dem Fahrrad zur Arbeit. Der wievielte Flipflop-Tag dieses Sommers ist das eigentlich? Das Hemd natürlich aus der Hose hängend, damit es schön zieht. Lange Tage im Halbschatten des Büros. So schläfrig die Stadt erscheint, geht da wohl ordentlich was weiter. Das Licht wird gleißender, mit Fortschreiten der Sonne in den Zenith werden die Straßen leerer, jeden im warmen Wind wehenden Rock und dadurch frei gelegtes zu einem Ereignis werden lassend. „Schreiten“ in die Mittagspause, die Bewegung vorsichtig an das Maß annähernd, dass Hitze und kühlende Luftbewegung optimiert.
Frühnachmittäglich Hitze. Am Boden sitzend im Schatten eines Baumes am Landhausplatz. Der weiße Boden ist selbst in der Sonne erstaunlich kühl. Und man kann den Kopf mit Licht aufladen. Fast immer streicht ein leichter Wind über die erstarrten Dünen des Platzes.
Um vier oder fünf Uhr schließlich mit der Iglerbahn ins Mittelgebirge. Nicht zum Lansersee. Komisch; im Sommer habe ich selten Bedarf schwimmen zu gehen – außer in Seen in denen man wirklich nur im Sommer reingehen kann. Daher also mit dem Rad in den Wald. Das Moos ist trocken, doch die Farben erscheinen noch frisch. Kühle ist hier noch vorhanden. Auch wenn es eher einer Erinnerung an Kühle gleichkommt. Gemächliches Fahren auf Waldwegen, immer die Waage zwischen minimaler Bewegung und maximalen Fahrtwind haltend. Sich vorstellen man könnte nun so ostwärts bis Kufstein fahren….
Das Abendessen streichen. Stattdessen kurz vor Sperrstunde des Kiosks in Judenstein Eis essen. Zu guter letzt Heimfahrt mit der Abendsonne im Gesicht und dem Rätsel, wo eigentlich die Grenze zwischen den Farben Grün und Rot ist. Wahrscheinlich ist es doch eine Farbe, nämlich Gold.
Dämmerung. Das Gefühl mit oder ohne Gewand angezogen zu sein. Das geht nur wenn die die Lufttemperatur nahe der Körpertemperatur, aber eben doch noch etwas tiefer liegt. Im Garten liegen und das noch verschlossene Haus betrachten während der Himmel stetig dunkler, die einzelnen Wolken heller werden. Zuerst sieht man noch einzelne Flugzeuge, wie Sterne im Abendlicht hoch oben aufblitzen, dann nur mehr Sterne.
Nahe Mitternacht leichtes Öffnen Fenster und Rollos im ganzen Haus, damit der laue Nachwind durch die Räume wehen kann. Hinüberdämmern in einen seichten Schlaf, denn von diesen Sommertagen darf man nichts versäumen.

Wie lange geht das nun schon so? Der Mensch hat eine selektive Wahrnehmung. Mag der Sommer statistisch verregnet sein - in der Erinnerung reihen sich die davon eines Sommers würdigen Tage zu einem geschlossen Block an Eindrücken, die sich im Laufe des Lebens vermehren. Davon vermögen Regentage nichts zu vernichten.
Der Sommer bleibt für mich ein Vorgeschmack auf das Paradies – auch wenn niemand weiß, wie das aussieht. Schon deshalb möchte man nichts davon auslassen, denn wer weiß, ob man dorthin auch wirklich kommen darf?
Und so werden die Tage zusammengesammelt, an denen alles passte.
Vielleicht ergibt sich in den statistisch zu erwartenden ca. 80 Lebensjahren dadurch der durchgehende Sommer (also 90 Tage) von dem manche, wie ich,  träumen. Das ist auch ein Grund, sich nicht vor der Zeit diese Möglichkeit zu nehmen.

P.S.: Jetzt sitze ich gerade hier (vor dem Computer, nicht auf dem netten Plätzchen im obigen Bild nahe von Mils), um diesen Beitrag nach beendigtem Wohnungsputz zu bloggen. Mir ist heiß. Tunlichst zu vermeiden ist daher an solchen Sommertagen Hausarbeit. Man kommt dabei gleich stark ins Schwitzen, wie im Winter ;-)

Freitag, 12. August 2011

Pilze

Ich habe das bisher immer als "Bärrenkralle" bezeichnet. Doch bevor ich so etwas hier reinschreibe, habe ich recherchiert. Es ist anscheinend aber ein Hörnlingsart. Angeblich genießbar - ob er wegen der Farbe auch Vitamin C enthält? Wahrscheinlich ist Cäsium eher anzutreffen.

 Pilzzeit - man riechts im Wald, dass sich was tut.  Und man sieht es auch. Aber ich bin kein Pilzesammler. Die Brombeeren werden nun aber auch reif. Es ist also für jeden was dabei.


Freitag, 5. August 2011


Durch Ausholzungen wird der Wald hier momentan etwas lichtdurchlässiger. Blick auf den Weg von der Haltestelle Aldrans zur Vogelhütte.


Aus dem Wald beim Sparberegg. Es wird doch nicht "herbstln" ? Ich hoffe nicht.

 
Zum Abschluss das Sommerpendant zu diesem Filmchen... bis es aber so aussieht, ists noch lange hin?!

Sonntag, 24. Juli 2011

Sommerimpressionen

Der Paschberg liegt quasi "am Weg". Und das ist das angenehme. Die Gegend mitzunehmen z.B. auf dem Nachhauseweg. Impressionen dieses Sommers, der hoffentlich nicht mit dem momentanen Aprilwetter zu Ende ist.....
Wenn man die Gelegenheit hat, im Sommer dienstlich (!) auf den Paschberg zu müssen, kann man das bei einem Morgenspaziergang genießen.
Forstweg im Morgenlicht
Am Villerkopf
Die Wälder beim Grillhof
Eine neue Form von Centauren?
Fix montierte Klettersicherung am Viller Kopf.
Zwischen Igls und Lans
Ein neuer Bahnübergang bei Tantegert. Praktisch für die Radfahrer; aber ob der je einen Fußgänger sehen wird?
Neue Schwellen, frischer Schotter; der Austausch des alten Gleisbetts schreitet stetig voran.






Mittwoch, 13. Juli 2011

Tirol Panorama



Ich erinnere mich noch an vorletzten Winter, als ich mich auf der Baustelle des Tirol-Panoramas umsah und mit einer Gruppe Touristen ins Gespräch kam. Auf die Frage, was dieses tonnenartige Ding sei, antwortet ich damals, dass es sich um ein Belebungsbecken einer Kläranlage handelt.
Der Leser wird’s schon erraten haben: Ich gehöre nicht unbedingt zu den Befürwortern der Aussiedlung aus der alten Rotunde, deren bauhistorischer Wert unumstritten sein mag, aber nun angesichts des fehlenden Innenlebens und der noch fehlenden Nachnutzungskonzepte wenig hilft.
Mittlerweile trat nun doch wesentliche Klärung  zum neuen Standort ein. Insofern ich also diese Touristen gar nicht in die Irre führte ;-)
Zwar habe ich mich dem Besuch des Museums vorerst durch Gleichgültigkeit widersetzt –dann aber doch einer Schnupperführung vom Büro aus angeschlossen. 

Benedikt Erhard, der Projektleiter fürs „Tirol-Panorama“ in der Tiroler Landesverwaltung vermittelte mit seiner Begeisterung für das Projekt auch mir eine gesteigerte positive Haltung. Die „Rehabilitierung“ oblag aber vor allem der „Rumpelkammer“…..
Maßgebender Beitrag, doch neugierig zu werden, kam aus Kommentaren wie diesen hier in der TT von Wolfgang Busse -
„Und das Sammelsurium auf dem Weg zum Kaiserjägermuseum? Zurück in die Keller und Dachböden, die man zu diesem Zweck entrümpelte.“
Die Rumpelkammer . Ein dunkler holzgetäfelter Raum, der sich nordwärts zum Kaiserjägermuseumszugang absenkt. Erinnert mich an das Bild, dass ich beim Lesen von H.G.Wells Roman „Die Zeitmaschine“ bei der Szene im technischen Museum gewonnen habe. Demzufolge müsste im Kaiserjägermuseum die Morlocks hausen….
Hart an der Flanke des Paschbergs sieht man Amras und von dort einen beträchtliches Schützenkommando auf den Bergisel zuhalten (so ähnlich wie hier?). Faszinierend ist für mich ist im alten Panoramagemälde vor allem die Leere der Landschaft. Nicht umsonst hießen die Felder östlich von Amras bei den Städtern früher „Amerika“. Irgendwie kommt beim Gemälde schon die Information rüber, dass das ganze Schlachtengetümmel angesichts der Berge nicht relevant sei. Die Schützenuniformen wurden übrigens erst ca. 60 Jahre nach der Schlacht vom Tourismusverein entworfen (das habe ich bei der Führung wieder gehört, und in der Schule gelernt
Handelnde oder Etiketten*? Im Vorraum zum Rundgemälde.*) Tolstoi: "An den hisotrischen Ereignissen sind die sogenannten großen Menschen nur die Etiektten, die den Ereignissen die Benennung geben"

Denn was ist Historie anders als ein voll gerammelter Dachboden.
Die wesentliche Information wird immer die Nadel im Heuhaufen sein. Der unbekannte Bürger, der unbekannte Beamte - wie die leeren Standbildsockel in der Vorhalle zeigen - neben den dargestellten Etiketten historische Ereignisse, mögen sie Hofer, Napoleon oder Haspinger heißen.
Namen sind da Schall und Rauch.
Der vor dem Hintergrund allgemeiner Geschichtsfälschung durch vorgeblich wichtige Daten und Personen subversive Ansatz des Teils zwischen dem Panorama und dem kaum veränderten Kaiserjägermuseum entspricht dem, was mit der allgemeinen Informationsverfügbarkeit im Internet vorgezeichnet wurde. Sicher mögen im Netz viele nicht verifizierbaren Informationen herumgeistern(gerade das was „offiziell“ ist, ist mit Vorsicht zu genießen)  – aber es sind Meinungen, die anzuhören sich lohnt – um die eigene Meinungsbildung wird man nie herum kommen – und diese wird immer ein Menschenleben dauern.
So zeigt also im „Schauplatz Tirol“ diese „Rumpelkammer“ das umfassende enzyklopädische Wissen (in alphabetischer Reihenfolge – aber das ist wirklich kaum herauszufinden) der Kuratoren, auf dass es vom Publikum in (vielleicht) noch ungeahnter Weise zu neuen Zusammenhängen verknüpft wird. 
Die Fülle ist Gegenstand er Kritik. Diese Diskussion erinnert an die um 2000 geführte zur Ausstellung „Your Private Sky“ zum Lebenswerk Buckminster Fullers im Salzlager Hall. Doch wer sollte bestimmen, was wertvoll ist und was nicht. Mir gefällt der Ansatz, dass einem nicht vorgeschrieben wird, was man sehen muss und was nicht. Gestört hat mich allenfalls, dass man sich bücken muss um bestimmte Ausstellungsgegenstände (z.B. Wallnöfers Pfeife) anzusehen – da man aber Hocker ausleihen darf, ist das kein so großes Problem.
Das Landlibell findet sich auch in der Rumpelkammer – ob das erst hineinreklamiert wurde oder von Anfang an vorgesehen war, weiß ich nicht (in dem oben zitierten Brief scheint´s gefehlt zu haben, oder man wollte es nicht suchen). Es ist jedenfalls der Kern der Ereignisse um 1809. Hätte Napoleon dieses Schriftstück akzeptiert und übernommen – wer weiß was passiert wäre.....

Denn neue Erkenntnisse werden nicht dadurch verbessert, dass man immer dieselben Verknüpfungen nachvollzieht – wie schon die leidige Diskussion um plagiierte Doktorarbeiten zeigt. Was soll bitte anders herauskommen als Abgeschriebenes, wenn eigen Gedanken nicht zugelassen werden.
Da mögen dann das Anderl von Rinn oder die mir bisher unbekannte Ursula von Lienz verschwörerisch dreinblickend hinter dem zusammengefahrenen Biber stehen.
Und vielleicht fehlt einem anderen Betrachter Hyppolitus Guarinoni oder Sepp Schluiferer (mir gingen die ab, sind aber möglicherweise noch "versteckt") und er wird nochmals in der Rumpelkammer suchen gehen. Jetzt wird wohl gesagt, dass ich diese Information aus dem regulären „ordentlichen“ Geschichtsunterricht habe, was beweist, wie notwendig eine ordnende und führende Hand eines vershculten Systems wäre. Doch ich muss enttäuschen, diese Infos habe ich eher beim Wandern mit meinem Vater aufgefangen – der auch dazu neigte quer durch den Gemüsegarten zu suchen und zu lesen. Wobei ich annehme, dass meinem Vater die Präsentation in der „Rumpelkammer“ ebenfalls nicht behagt hätte – aber das ist eher ein Generationenproblem und kein sachliches.
In Tirol hängt der Himmel nicht voller Geigen.

Donnerstag, 7. Juli 2011

Pfarrwallfahrt

5.7.2011: Pfarrwallfahrt nach Heiligwasser.....

Nicht etwa vor dem (mitunter) düsteren Wald von Montefal (obwohl dieser Bezug gar nicht schlecht passt) sondern vor dem Wald bei Tantegert glänzt das Vortragekreuz der Pilgergruppe.

Nun habe ich doch einmal einige Photos gemacht.  Die Wallfahrt führt von Amras über Lans auf ziemlich direktem Weg nach Heiligwasser. Um Sechs Uhr morgens beginnt der harte Kern der Gruppe bei der Pfarrkirche in Amras. Bei den einzelnen Häusern am weiteren Weg "steigen dann weitere Menschen zu". Um die Messe um 9h00 in der Wallfahrtskirche pünktlich zu erreichen, ist die Zeit relativ großzügig bemessen (sag ich jetzt, was ich mit den Jahren darüber meine, möchte ich eher nicht wissen). Zweimal wird "zusammengewartet". Und zwar beim Golfplatz und bei der Kapelle am Beginn des eigentlichen Wallfahrtswegs nahe der Endhaltestelle des J. Dort und bei der letzen Kehre vor der Wallfahrtskirche schließen sich dann die Menschen an, die nicht mehr so gut zu Fuß sind.

Die Route - wie man sieht würde im Falle einer generalisierten Darstellung tatsächlich fast ein Gerade zwischen der Kirche von Amras und Heiligwasser hergestellt. Die Punkte unterwegs zeigen wo man "zusammenwartet"; sie markieren auch zeitlich  in etwa 7 Uhr und 8 Uhr. Kartenquelle: TIRIS
Bei einer Wallfahrt ist das Besondere, dass nicht der Weg das Ziel ist, sondern der Weg eben notwendig ist, um das Ziel zu erreichen. So ähnlich hat es unser Pfarrer einmal gepredigt.
Ich muss zugeben, dass eine solche Vorgangsweise bei meinen Bergwanderungen (noch) nicht anwendbar ist - dazu aber später.


Unterwegs zwischen der Haltestelle Lans der Igler und dem Ortsrand von Lans (es würde sich übrigens für mittelkonditionierte Wallfahrer ausgehen bis hierher mit der Igler zu fahren) . Rechts im Waldhang das Ziel: Heiligwasser.

Nach der Messe sitzt man dann noch im Gasthaus bei einer Nudelsuppe mit Würstel (also nicht etwa der obligatorische Kasknödel sonder wirklich traditionelle Küche ;-) - und dermaßen mental und physisch gestärkt hätte ich schon eingie Male vorgehabt, weiter bergwärts zu gehen. Irgendwie passte es aber nie richtig und auch das Eingeständnis des weiteren Ziels hätte nur schwere Beine gemacht....

Mein Hausberg (nach dem Paschberg), die Neunerspitze - ich sehe zumindest direkt hin  - und meistens bei solchen Stimmungen denke ich, jetzt wärs schon oben zu sitzen.
Gemma mal no segma schon.
 Soviel also zur weiteren Zieldefiniton.
Es wurde dann schließlich die Neunerspitze - wahrscheinlich auch weil es an diesem Tage noch bis zur Glungezer Hütte leicht gegangen wäre. Aber wie heißt´s doch so schön: "Wichtig ist es am Berg rechtzeitig umzukehren".
Einige Impressionen
Auf den Moorböden nahe des Issangers.
Bei Boscheben rückt die Neunerspitz (links) schon ins Blickfeld. Doch zuvor eine erste Jause (die Lanseralm hat seit dem leigen Streit mit der agrargemeinschaft leider zu - sonst wäre das hier die zweite Jause)
Ein traum in Quarzphyllit. Auf den Böden zwischen Vikarspitze und Neunerspitze. Ein  Platz um einen ganzen Tag zu verdösen.


Und eh man sichs versieht ist man oben. Bis zum Glungezer wären es aber doch noch einige Meter gewesen (die Spitze links des Kreuzes ist die Sonnenspitze, dahinter liegt die Glungezerhütte). Nein - 1700 Höhenmeter reichen wirklich.
PS.: bisher kein Muskelkater festgestellt. Treppen steige ich allerdings (wie immer) ungern.

Freitag, 24. Juni 2011

Blick von der Einhausung auf Amras
 Schon recht weit ist die Autobahneinhausung, bergseitige Röhre. 

Sonntag, 19. Juni 2011

Bahnhof Igls, Sanierung

Im April wurden die Fundamente trockengelegt und eine Drainage eingebaut.
Warteraum Igls, neu gestrichener und ausgebesserter Holzrahmen der "Veranda"
 Langsam zeigt sich der Bahnhof Igls in neuem Glanz. Hoffentlich öffnet bald wieder das Bahnhofsrestaurant. Eis essend auf die Igler zu warten bzw. am Beginn einer Bergtour noch ein Eis als "Wegzehrung" mitzunehmen fehlt schon sehr!





Mittwoch, 8. Juni 2011

Boulevard Graubart

Der jüdische Friedhof in Innsbruck -  wobei angesichts des direkt anschließend verlaufenden Südrings von Frieden keine Rede sein kann
Mehr oder weniger zufällig bin ich unter den Büchern aus der Bibliothek meines Vaters auch auf Boulevard Graubart gestoßen. 
Natürlich hat mich das Straßenbahnphoto auf dem Bucheinband besonders aufmerksam gemacht - ebenso wie die ungewohnt großstädtische Wirkung der Museumsstraße, die einerseits dem Fehlen von Autos und den prächtige Lichtbogenlampen (?) und andererseits der vor der Arisierung illustreren Geschäftswelt geschuldet ist.

  Die beklemmenden Geschichten, die in diesem Buch lebendig werden, gehören leider auch zu Innsbruck. Natürlich regt ein Buch wie dieses an, weiter im Internet zu stöbern - vielleicht auch in der Hoffnung das Erschütternde zu versachlichen. Doch diesen Gefallen tut einem das Netz nicht. Ich empfehle dazu diese Homepage (Orte des Novemberpogroms 1938 in Innsbruck, von Manfred Mühlmann zusammengestellt), die detaillierte Informationen zu Innsbruck vor (und zum) November 1938 enthält und das Grauen quasi verortet..