Mittlerweile wurde historisch fundiert von Peter Pirker zu den Erschießungen am Paschberg recherchiert und zum "Gedenktag gegen Gewalt und Rassismus" (Anlass 5.5.1945, Befreiung des KZ Mauthausen) wird nun in Innsbruck ein Gedenkdienst durchgeführt.
Es wird hier, auf https://desertieren.info/
über "Den Stein des Anstoßes" informiert.
Der Dienst wird vom Künstler Richard Schwarz (Islandrabe) gestaltet.
Der Hintergrund der Erschießung erklärt, warum man das Thema bisher nicht anrühren wollte. "Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin" ...den zweiten Teil unterschlägt man meist ......"dann kommt der Krieg zu euch". [Carl August Sandburg]
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Es ist nun schon geraume Zeit her, dass ich mich damit im Blog befasste.
Zur Gegend habe ich schon öfter direkt oder indirekt gepostet; hier die Links zu früheren Beiträgen:
November 2017
Darüberhinaus passen einige Posting über den Tummelplatz thematisch dazu:
Darüberhinaus passen einige Posting über den Tummelplatz thematisch dazu:
Ich grabe hier nun ein paar Texte aus die zum Thema passen. Diese sind von meiner alten
längst offline gegangenen Paschberg-Homepage (um 2002-2005):
"Auch wenn man vom Wald spricht, kommt man beim Paschberg kaum um Felsen herum. Geht man die üblichen breiten Wanderwege entlang, so wird man davon kaum etwas finden; tatsächlich ist aber abseits dieser Wege oft mit Überraschungen zu rechnen. Zu gedankenlos sollte man daher nicht querfeldein laufen. .......
......Der Wald ist an manchen Stellen praktisch von Klippen durchsetzt. Besonders gewaltig treten diese aber bedingt durch menschliche Tätigkeiten zu Tage. Unterhalb des Tummelplatzweges befindet sich ein Steinbruch, dessen Größe erst glaubwürdig ist, wenn man davor steht. Der Abbau scheint in drei Stufen durchgeführt worden zu sein. Die erste liegt etwa auf Höhe der Unterführung der Lokalbahn unter der Viller Straße. Die Bäume vor den Felsabbrüchen sind schon ausgewachsen. Der Steinbruch ist daher erst zu erkennen, wenn man unmittelbar davorsteht.........
.....Manche der alten Wege verschwanden im Laufe der Zeit. Ein Gutteil hat sich aber als Freizeiteinrichtung erhalten. Vielleicht gedenken wir unbewusst, wenn wir heute - so ganz zweckfrei - durch den Wald schlendern, derer, die einst hier durchgehen mussten - weil sie auf diesem Wege zu ihrer Arbeit kamen. Manche Wege sind gerade zu geschwängert mit ungeschriebener Geschichte. Augenfällig wird das an Plätzen, die ehemals Bedeutung hatten und nun langsam aus dem Bewusstsein verschwinden.......
Der Tummelplatz ist ein Kriegerfriedhof. Kriegerfriedhöfe sind wohl ideologisch etwas belastet. Man sollte sich aber bewußt sein, daß hier in einem noch höherem Maße als auf anderen Friedhöfen gilt: Die Betroffenen liegen nicht freiwillig dort.
Darüber dürfen auch die etwas pathetischen (oder vielleicht oft schon pathologischen) Inschriften hinwegtäuschen.
Der Friedhof wird von Betreuern aus Amras sehr liebevoll gepflegt - und hat im Gegensatz zu manch anderen "Monumenten" sehr menschliche Maßstäbe, die geeignet sind, den dahinter stehenden Wahnsinn des Krieges bloßzulegen.......
......Nach seiner Gründung Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte sich der Tummelplatz-Friedhof immer mehr zu einem im mittleren Inntal beliebten Wallfahrtsort. Der damalige Gemeindevorsteher von Amras, Sokopf, errichtet ein Kreuz am Eingang des Gräberfeld, das heut noch steht.
Einem der Gräber wurden Wunderheilungen zugeschrieben. In den Zeiten der bayrisch/französischen Besetzung wurde dieses Aufleben der Volksfrömmigkeit argwöhnisch beobachtet. Auch heute noch finden Gedenkmessen am Tummelplatz statt; unter anderem am weihnachtlichen Spätnachmittag.
Der eigentliche Anlaß der Wallfahrt scheint aber wieder in den Schubladen der Geschichte verschwunden zu sein......
.....Um 1850 berichtet man, dass die Wallfahrt im Frühsommer v.a. bei jungen Damen der feineren Gesellschaft und bei jungen Soldaten beliebt war. Ob damals - an solch lauen Nachmittagen - vor allem der Gefallenen gedacht wurde bleibt aber dahingestellt....
Den Tummelplatz sollte man besuchen, um sich die zeittypischen Gemälde der Zwischenkriegszeit anzusehen, die Lourdeskapelle an dessen Westrand zu besuchen, und der Damen und Herren gedenken, die dort anno 1850 manch schönen Nachmittag verbrachten sowie insbesondere derer, die das ebenfalls lieber gemacht hätten, als nun dort oben als Helden zu liegen."
Anmerkung: In diesen alten Texten, die ich unverändert belassen habe (nur etwas gekürzt und ein paar Tippfehler ausgebessert)
wird der Tummeplatz von mir als Friedhof bezeichnet, ,was aber nur z.T. stimmt,. da die meisten Kreuze heute Gedenkkreuze ausd den beiden Weltkriegen sind.