Montag, 13. Oktober 2014

Der Kinderberg

...und unbewusst sucht man überall nach "Kinderbergen", wie hier, unweit von Alcaniz
One can subconsciously look for “Kinderbergs” everywhere, such as here, not far from Alcaniz.

 Der „Kinderberg“

Die Erinnerung daran ist schon ziemlich verblasst. Trotzdem bleibt sie im Hinterkopf – und immer wenn ich daran vorbeiging habe ich an eine mittlerweile mehr als 40 Jahre zurückliegende Zeit als unscharfe Erinnerung gespürt. 

Nur wenige Meter nördlich der Station Lans / Sistrans der Iglerbahn tritt eine Felsplatte zutage, die sich über einen Höhenunterschied von kaum mehr als 5 Metern erstreckt. Die Felsplatte ist wohl ein Rest eines Gletscherschliffes und somit ein (sehr) kleinern Abklatsch der Lanserkopfs. 

Anfang der Siebzigerjahre hatte sie den Namen „Kinderberg“, zumindest habe ich ihn ihr damals gegeben. Meine Mutter hat mich nämlich damals häufig in die Iglerbahn gepackt und fuhr mit mir bis Lans hoch, wo sie sich auf den damals am Fuße des Felsen ausgestellten Bänken ausruht, während ich auf der Felsplatte zu Klettern probierte. Die Zeit in der der „Kinderberg“ bevorzugter Spielplatz war, wird sich wohl nur auf einen eng begrenzten Zeitraum vom Kindergarten bis Anfang Volksschule erstreckt haben. 

Und dann wanderte der Platz immer mehr ins Unbewusste ab. Da war er zwar noch und auch der Begriff ist nie gänzlich außer Gebrauch gekommen; doch letztendlich habe ich mich kaum noch darum gekümmert. Vor ein oder zwei Jahren bin ich eher zufällig von der Rück(Nord)seite ins Areal gekommen, um festzustellen, dass der Berg um einiges weiter nach hinten ragte als das Ende der Felsplatte – und sich dort noch einige mittlerweile überwucherte Bänke finden. 

 Diesen Samstag habe ich dem Platz bewusst einen Besuch abgestattet. Die Felsplatte ist großteils von Kreuzdorn, Cotoneaster u.ä. überwuchert. Eigentlich deutet nichts mehr auf die intensive Nutzungen der Siebzigerjahre (auch andere Kinder spielten natürlich dort) hin. Die Natur hat nun wohl schon 40 Jahre Ruhe. 



The memory of it has faded somewhat. Nevertheless a fragment of it remains in the back of my mind — and it always returns, a cloudy memory from 40 years back, each time I pass this way.

Just a few meters north of the Lans/Sistrans station on the Igler Railway, one will find a rock slab on a hill rising hardly more than 5 meters high. This slab is what remained from the glaciers cutting the rock, and is in this sense a (very) small version of the Lanser Kopf.

In the early 70s it was called the “Kinderberg”, or at least that’s the name that I’d given it. My mother often took me for a ride on the train up to Lans, where she would rest on a park bench at the base of the rock, while I tried to climb it. The “Kinderberg” was my favorite play area for a short time period between Kindergarten and the beginning of elementary school.

And then the place was eventually forgotten. It was still there, of course, and its name didn’t fall out of use entirely; but ultimately I paid no more attention to it. A year or two ago I came to it from the north side by chance, and found that the hill protrudes a bit further back than the end of the slab — as well as some benches overgrown with weeds.

This past Saturday I went up to pay the hill a visit. The rock is mostly overgrown with
buckthorn and cotoneaster. There is no sign of its being intensely used in the 70s (as I was not the only child who played there). Nature has had 40 years of peace.


 


Eine Bank steht noch da (früher war die Bänke rot)
One of the benches is still there (they were red then)

Die Felsplatte sieht man nur mehr von Oben...The rock slab is more visible from above.

Eine der verschwindenden Bänke im Dickicht dahinter. One of the vanished benches buried in a thicket.

Blick vom Seerosenweiher her kommend Richtung Lans, rechts im Gebüsch ist der "Kinderberg". The view from the “Seerosenweiher” in the direction of Lans; to the right in the foliage is the “Kinderberg”.

Sonntag, 31. August 2014

Gedanken zu einem Spätsommerspaziergang

Ein Spätsommermorgen: Rinnerbichl (links) und Paschberg - Lanserkopf (rechts)

Die Themen des Sommers?

This summer topics: Fanatic Bergbahn Cows (Copyright: Marcellina)

Kühe. Cows.

Es war schon etwas auffällig, die Häufung an Zwischenfällen in diesem Sommer. Meine persönlichen Erfahrungen: Beschwichtigendes Reden. Nie aus dem „Toten Winkel“ an ein Tier heran treten (Menschen mögen das ja auch nicht). Wenn das Tier mal zu forsch auftritt – sich größer machen, indem man die Hände zusammengefaltet hoch hält (probiert habe ich das erst zweimal, einmal bei einem Norikerpferd und einmal bei einer Kuh. Da hat es funktioniert.). Und wenn gar nichts anders hilft ein kräftiger Schlag mit einem Stecken zwischen die Augen (das halten sie schon aus, untereinandner machen sie das ja auch häufig). Keinesfalls sollte man einen Kuh bei den Hörnern nehmen ;-) 
 

Tales from the far side: Steinkasernalm, Voldertal.

Im Übrigen – alle die mit Kühen beruflich zu tun haben, sagen, dass Kühe mitunter „Sauviecher“ sein können. Einer Kuh den Rücken zudrehen sollte man daher erst, wenn man sich aus deren unmittelbaren Aktionsbereich entfernt hat. Und wer denkt, dass das schrecklichste Kühe sind, sollte eine Stampede von Schafen, Ziegen oder Gänsen erleben. Auch nicht harmlos. 

The number of cow-related incidents this summer has been striking. Tips from personal experience: Placating speech; Never approaching an animal from its “blind spot” (people don’t like this either); When an animal appears suddenly, making oneself appear larger by raising one’s arms with hands folded (I tried this twice, once with a Noriker horse and once with a cow. It worked.) When all else fails, a strong whack between the eyes (they can take it, they do this to each other all the time). Under no circumstance should one take a cow by the horns (that’s for bulls). 
Incidentally, anyone who works with cows will tell you that they sometimes can be nasty beasts. You should only turn your back on a cow at a safe distance. And if you think cows are dangerous, you should see a stampede by sheep, goats or geese. Not exactly harmless either.


Seilbahnzusammenschlüsse. Ropeway combinations.

Um Innsbruck gibt es mehrere (kompliziert betrachtet) oder eine einzige (vereinfacht) Baustelle. Die Bergbahnen um die Stadt sind wirtschaftlich marode. Lediglich die Nordkettenbahn steht gut da, aber wohl auch nur, da sie eine Blackbox in Bezug auf die tatsächlich bei Baum entstanden Kosten ist. Was tut man mit Einrichtungen, die zweifelsohne für die Naherholung zweckmäßig sind, aber nach Geboten der Sparsamkeit und Zweckmäßigkeit betrieben und erhalten werden sollten? Man bläht sie auf – und zwar in der größtmöglichen und dabei unbefriedigendsten Version. 

Beispiele gefällig? 

Bei der Patscherkofelbahn denkt man an einen gänzlichen Neubau – aber möglichst weit weg vom Hauptsiedlungsgebiet, dort wo jetzt der Olex im Nirgendwo beginnt. Dass man, wenn man schon mit diesem Projekt kommt, auch die Verlängerunge der Iglerbahn (das Projekt dazu gibt es seit ca. 30 Jahren) miteinrechnen muss wird aber ignoriert. 

„Nur durch dieses Projekt werden die Kalkkögel dem Bürger zugänglich gemacht.“ - so ähnlich stand es in einer Werbeeinschaltung für den Zusammenschluss Lizum Schlick. Wem es nicht gelingt, Hoadlbahn und Birgitzköpfllift im Sommer zusammen zu betreiben um den Wanderweg zu Füßen der Kalkkögel für den Normalverbaucher-Bergtouristen bequem erreichbar zu machen demgegenüber sind auch Zweifel angebracht, das mit den bisher wohl kaum gedachten flankierenden Maßnahmen zu solch einem Projekt wirklich ein Näherbringen der Bergwelt gelingt. 


Es gibt sie noch, die Seilbahn-Ikonen. Z.b. Karrenbahn in Dornbirn.

Solange die Damen/Herren in den Tourismusverbänden nur dem den Weg bereiten, was schon Aldous Huxley in der „Schönen neuen Welt“ bezüglich Sport angekreidet hat, darf man sich wohl keine Verkehrsbauwerke erwarten, die die Erhabenheit der Berge kontrapunktieren und inszenieren oder sich, wenn das nicht möglich ist, dezent zurücknehmen. Denn wer dort nichts sieht außer Cashflow, kann auch nichts schaffen, das dem Ort zuträglich ist. Man kann diese Liste sicher noch verlängern – sei es mit Muttereralm, Serlesliften, Ranggerköpfllift oder Glungezerlift. Überall warten Projekte in den Schubladen, die dereinst, wenn endlich der Schutzstatus der Kalkkögel gefallen ist, wohl eins nach dem anderen auf Kosten der öffentlichen Hand zu realisieren wären, wobei stets die Wahl auf jene Projektvariante bevorzugt wird, die die teuerste mit der größten (nie sich erfüllenden) Versprechung ist. Merke: Nur Produkte, die Bedürfnisse schaffen, sind es werde produziert zu werden. 

Around Innsbruck there are several (the complicated version) or one single (the simple version) construction site. The cable cars around the city are economically ailing. Only the Nordkettenbahn is doing well, but probably because it's just a black box (in the engineering sense) with respect to the actual costs. What does one do with recreational facilities are undoubtedly useful, but must be operated and maintained in accordance with the laws of economy and expediency? They are bloated – in the greatest possible and most unsatisfactory way.


A completely new construction for the Patscherkofelbahnis being considered - but far from the main residential area, out by Olex (restaurant near the bobsled run), in the middle of nowhere. That one must also factor in an extension of the Igler Railway (a project which has existed for about 30 years) is ignored, however.

"Only through this project will the Kalkkögel (mountain rainge) be made accessible to the citizens." - something like this appeared in an advertisement for the merger of the Lizum and Schlick ski areas. Those who do not succeed in bringing the Hoadlbahn and Birgitzköpfllift operations together in summer, in order to make the trail at the foot of Kalkkögel more easily accessible for normal users / mountain tourists, also raise doubts that such a project, with its til-now-ignored accompanying issues, will be successful in really making the mountains more accessible.


As long as the ladies and gentlemen of the tourism associations only prepare the way for what Aldous Huxley has already pointed out in "Brave New World" regarding sports, one must probably not expect traffic structures which counterpoint or frame the grandeur of the mountains (or when this is not possible, blend in discreetly). Because those who sees nothing there except cash flow cannot create anything conducive to the place. The cable cars to the Mutterer Alm, the Serles, Ranggerköpfl or Glungezer may all be added to this list. All around there are projects, waiting in drawers, which, when the protected status of Kalkkögel finally falls away one day, will probably be realised one by one, at the expense of the public, whereby the preferred projects will be the most expensive and with the largest (never be fulfilled) promise. Note: Only products which create need are worth being produced.


 


Fanatismus. Fanatism.

Da könnte man zwar auch gleich bei Schlick / Lizum weitermachen und die gegnerischen Parteien betrachten, doch ich meine natürlich die Begleitmusik des Sommers mit abgeschnittenen Köpfen und ähnlichem. Drehen wir die Zeit zurück – sagen wir bis 1550 - und betrachten, wie wir (bzw. unsere Ahnen) uns damals so aufgeführt haben. Die Geschichte zeigt, wie eng verwoben gemäßigte und extremistische Elemente sind. Sie zeigt, wie widersprüchlich exemplarische Biographien sind. 

Marienkapelle auf der Stiftsalm im Voldertal. Die ganze Gegend hier trägt mit ihrer sakralen Architektur den Stempel der besagten Zeit. Kenner werden am zuckerbäckerartigen Dekor die gestaltende Hand von Hyppolit Guarinoni, eines zeitgenössischen „Extremisten“ erkennen. St. Mary's Chapel on the Stiftsalm in Voldertal.  With its religious architecture, the whole region wears the stamp of its era. Connoisseurs will recognize, in the  "gingerbread" decorative style, the formative hand of Hyppolit Guarinoni, a contemporary "extremist".

Wie soll man beispielsweise Karl Borromäus bewerten – nach dem, was er Gutes tat (und was wohl zur Heiligsprechung geführt hat) oder nach seiner Rolle in Misox? Ein Rädchen im damaligen Getriebe. Ein Getriebe, das ohne Unterlass wegen Nichtigkeiten (aus heutiger europäischer Sicht) vorzeitige Todesfälle produzierte. Die Marginalisierung von Religion in Europa hat wohl nicht zuletzt in dieser Zeit ihre Wurzel. In diesem Sinne erweisen Fanatiker, die vor den letzten Dingen nicht zurückschrecken, nur dem Satan einen Dienst.

One could carry on with Schlick / Lizum and observe the opposing parties, but of course I am referring to the accompanying music of summer with severed heads and the like. Let's turn back time - let's say 1550 - and look at how we (or our ancestors) behaved. History shows how closely intertwined moderate and extremist elements can be. It shows that exemplary biographies can be contradictory.

How does one for example judge St. Charles Borromeo? By the good that he did (which led to his canonization) or by his role in the political events at Misox (witch burnings at Val Mesolcina, 1583)? A cog in the gears of that time. A process driven without cease by nullities (from today's European perspective) which led to premature deaths. The marginalization of religion in Europe  probably has its roots in this time. In this sense the fanatics, who do not shy from the Last Days, render service only to Satan.


 

Samstag, 2. August 2014

Die Irrwurz

Zwischen dem Gnadenwalder Plateau und dem Umlberg ist ein Tal eingeschnitten, das nach Terfens führt. Dort, wo sich die Straße von Terfens kommend in zwei Äste teilt, zweigt zudem der alte Weg (sog. "Egge") auf das Gnadenwalder Plateau nach Westen ab. 
Between the Gnadenwald Plateau and the Umlberg lies a valley which leads to to the village of Terfens. Here, where the road from Terfens forks into two, the older road (called the “Egge”) continues westwardly over the plateau and down.

Ca. 100m entfernt von der Straßenkreuzung findet man dort die Kapelle "Maria Larch", die nahe einer mittlerweile verschwundenen Lärche (nicht ganz, denn in der „Erscheinungskapelle“, weiter westlich fand sich noch einige Zeit ein Stück Holz davon), an der ein Marienbild montiert war, errichtet wurde. 
About 100 metres from this intersection stands the “Maria of the Larch” chapel, erected near a now-vanished larch tree (not completely; a branch from it had been displayed for a time in the Epiphany chapel a bit further west), on which an image of the Virgin Mary had once been hung.

Es gibt nicht allein die Kapelle dort, sondern auch ein Brunnenhaus mit gutem Wasser, das in sehr starker Schüttung hervorkommt. Das ist im Raum Gnadenwald eher selten – es gibt dort kaum Erbhöfe, da mangels Wasser früher selten ein Hof länger als eine Generation in gleichem Familienbesitz blieb - doch mittlerweile ist der Wohlstand durch Einstellpferde ausgebrochen ;-). 
Near the chapel stands a springhouse with good water in high capacit. This is somewhat rare in Gnadenwald — hardly any of the family farms here had enough water to make them profitable enough to be passed on through generations. In the meantime the area has seen a rise in affluence through  boarding horses.

Maria Larch kenne ich schon seit längerer Zeit. Ich bin dort als Jugendlicher auf einer meiner frühen Radtouren (mehr geschoben als gefahren, auch hinunter) unterwegs gewesen und habe es quasi für mich entdeckt. In der Folge war es Ziel häufiger Ausflüge – auch mit meinen Eltern. Meinen Vater hat es besonders interessiert – davon später. Nun einige Impressionen von Maria Larch und dem Hinterland 
I have known this chapel for a long time. I first came there as a boy on one of my earlier bicycle tours (there was more pushing the bike than riding, including downhill) and the chapel was sort of my own discovery. Later it became the destination of many excursions, including some with my parents. My father took a special interest to it — more on that later. Here are a few impressions of Maria of the Larch and the surrounding area.

In den Neunzigerjahren...damals schon ein "Revisit".  Der Aufgang ist zwar nicht ganz so imposant, wie die Himmelstreppe in "Irrtum im Jenseits" - aber sie könnte der Anfang davon sein.
Sometime in the nineties… this was already a “revisit”.
The ascent may not be as imposing as the the one in “Stairway to Heaven” (the Powell/Pressburger film "A matter of  life an death" ). But they could be the beginninng of it.

Juni 2009. Der Geburtstagsausflug für meinen Vater. Und - wie mir bewusst wird - der letzte gemeinsame Ausflug als "vollzählige Familie".
June 2009. 
An excursion on my father’s birthday. It was, as I would come to learn, the last one we would take together as a complete family.

Ganz frisch - heute. Rechts sieht man das Brunnenhaus. Maria of the Larch today. The springhouse is on the right.

Blick aus dem Kapelleneingang. The view from the chapel door.   

Die Treppe von Oben. The steps from above.

Das Auge Gottes am Brunnenhaus. In diesem Zusammenhang empfehle ich übrigens das Buch "Gott sieht alles".
The “all-seeing eye of God” on the springhouse. In this context I recommend the book “Gott sieht alles. Im heiligen Land Tirol. Ein Erbauungsbuch” by Thomas Parth .
 Inn Verlängerung der Himmelstreppe nordwärts gelangt man ins Vomperloch, wo es dann so aussieht: Following the heavens stairs "straight ahead" one  would reach directly the Vomper Loch - where it looks like this:


Blick vom Weg zur Ganalm in den Abgrund des Vomper Lochs. Das Ziel des Weges für einen Unglücklichen, der von Maria Larch aus losging (siehe Geschichte unten). View form the road to the Ganalm into the abyss of the Vomper Loch - target of the unlucky one who started from Maria Larch (in the story below).

Wohin man aber auf einen recht bequemen Weg um den Berg herum (daher heißts wohl dort "Umlberg") kommt. Vor ca. 20 Jahren mit meinem Vater gegangen, heute geradelt.
…where one can find an easy path around the mountain (the name “Umlberg” means something like “ Around [the] Mountain”, and it was probably from this way of going “around” than got the mountain its name.) Walked with my father twenty years ago, today biked…   


Damit wären wir nun bei oben erwähnte Interesse meines Vaters. In seinen Unterlagen fand ich diese Datei:



GEHEIMNISVOLLE "IRRWURZEL" VON MARIA LARCH
aus: Tiroler Tageszeitung, Innsbruck, 25. Oktober 1966, Nr. 247, S. 6.



Waren Erdstrahlungen schuld an dem Dämmerzustand des Johann König von Gnadenwald?





      Zu der Studie von Dr. Dietmar Aßmann: "300 Jahre Wallfahrt in Maria Larch bei Terfens" in der "TT" vom 8. Oktober möchte ich eine Geschichte erzählen, die mir volkskundlich, naturwissenschaftlich, psychiatrisch und alpinistisch bemerkenswert erscheint.



      Das Historische von Maria Larch und die Legende schildert erschöpfend der erwähnte Aufsatz. Zum Schlusse schreibt der Verfasser: "So wie bei vielen anderen Kulturstätten dieser Art sehen wir in der engen Verbindung mit der Natur die Bitte um Schutz vor ihren Gewalten."



      Von solchen Gewalten erzählt die Sage. Der Sage nach wächst im Larchtal die Irrwurzel. Der Tiroler Sagenforscher Joahnn N. von Alpenburg schreibt darüber vor 100 Jahren: "In den Wäldern und Auen, zu Berg und Tal wächst eine Wurzel, welche die Eigenschaft besitzt, der derjenige, so auf sie tritt, tagelang irregeführt wird, just so, wie es Hexen und Schwarzkünstler verstehen, einen Menschen zu verblenden und irrezuführen." Meist irrten solche Leute die ganze Nacht lang herum und fanden sich erst am Morgen beim Betläuten wieder zurecht. Auch im Larchtal sollten sich nach der Sage bereits wiederholt Leute verirrt haben, doch wußte man nichts Bestimmtes.



      Der Innsbrucker Universitätsdozent Dr. Guido Hradil schrieb solche Vokommnisse Erdstrahlungen zu, welche, gleich den Strahlungen, die im Gasteiner Tal gemessen wurden, auch in Gnadenwald beobachtet werden können.



      Am 4. Jänner 1912 war der Gunglwirt Josef Heiß, der damals auch einen Holzhandel betrieb und dessen Gasthof am oberen Rand des Larchtales liegt mit seinen Knechten, Rossen und Schlitten damit beschäftigt, von einem Wald nächst der Kapelle Maria Larch Holz nach Gnadenwald zu führen. Sie hatten sich verspätet, weil die Pferde "fuxten", und schon brach die Dämmerung herein. Wie sie so mit hüh und hott fuhrwerkten, kam ein halbwüchsiger Bub mit seiner Rodel daher, der Hansl vom Kampflbauern in Gnadenwald. "He, wo willst du denn jetzt noch hin?" fragten die Holzer den Buben, aber er gab keine Antwort. Da kümmerten sich die Holzer auch nicht weiter um den unfreundlichen Buben und eilten heim, weil es bereits richtig zunächtete.



      Am nächsten Tag erfuhr man, daß der Bub nicht mehr nach Hause gekommen war. Eltern und Hausleute gingen auf die Suche, die Nachbarn schlossen sich an, und bald war das ganze Dorf samt der Gendarmerie auf den Beinen. Am hellen Tagfe sah man bald die Spur. Sie führte von Maria Larch mitten in den Schnee, geradeaus durch das sogenannte Sautal durch den verschneiten Wald, überquerte die Umlberger Straße, führte senkrecht den steilen und schrofigen Berghang hinauf auf das Walderjoch, überschritt beim Weithag der Walderalm die Jochhöhe und führte auf der Nordseite hinab ins Vomperloch, wo der Bub mit schlafwandle-rischem Instinkt zwischen den Felswänden der Schlucht hinabfand bis zum Vomperbach. Dabei ist ihm allerdings die Rodel zerbrochen. Am Bachufer fand man ihn erfroren auf. Schuhe und Strümpfe hatte der Bub ausgezogen. Die ganze Umgebung war in begreiflicher Aufregung, und die Leute stellten sich hundert Fragen. Warum verließ der Bub im Larchtal den gebahnten Weg und trat in den Schnee hinaus? Wenn er schneeblind gewesen wäre, warum überquerte er die Umlberger Straße ohne dies zu beachten? Warum sah er im Dunkeln nicht die Lichter des Dorfes, die er beim Aufstieg auf das Walderjoch immer unter sich hatte? Wie fand er im Finstern den Abstieg in das unwegsame Vomperloch? Man fand keine Antwort und von der Irrwurzel im Larchtal schämte man sich laut zu sprechen. In das Sterbebuch von Gnadenwald schrieb der Pfarrer: "Johann König, ledig, Bauernsohn beim Kampfl, in der Nacht vom 4. auf 5. Jänner 1912 in Geistesverwirrung verirrt und erfroren im Vomperloch aufgefunden und nach Hause überführt." In der Stadt redete man von einem epileptischen oder schizophrenen Dämmerzustand, der vielleicht von einer unbekannten Naturgewalt ausgelöst worden war.

                                                                 I.M. Metzler






Anmerkung: In der Kapelle der Ganalm (übrigens mit einem interesssanten Altarbild, auf dem das Kloster Altötting dargestellt ist) fand sich kein Steberbild von dem o.e. Buben.


Zum Abschluss dieser Text zum Thema Irrwurz, den mein Vater 1990 verfasst hat. 
Ob dieser irgendwo (z.B. in SITU) veröffentlicht wurde, kann ich nicht mehr verifizeren:



THE "IRRWURZEL"

TRADITIONAL FOLKLORISTIC INTERPRETATION OF A POSSIBLE

UNKNOWN GEOPHYSICAL PHENOMENON?



In the Tyrolean, Austrian and German folklore, there is the tradition of the so called "Irrwurzel", a mythical root, which, if stepped on, allegedly distorts the orientation of the wanderer to such an extent that he or she will become unable to find one's way even in a perfectly familiar environment. 1)



Alpenburg writing in 1857 relates that according to tradition the Irrwurzel is very frequent in the pastures below the Tratzberg castle, between Schwaz and Jenbach (30 kms east of Innsbruck), "where everybody is careful, not to walk through with bare feet" , but just how it looks - nobody knows. He also writes that "today the Irrwurzel is no longer known" (i.e. the term is not associated with a certain botanically known plant or root) because in 1803 a dying oil-trader from the Ziller-valley burnt the last specimen by order of a priest. 2) It seems that similar to the personifactions of natural forces like wind or ligthtning as gods, the Irrwurzel constitutes a sort of botanic rationalization for certain mysterious effects.


At least in the Tyrol, stories about the Irrwurzel aren't always located in a vague, hazy, undated past or associated only with unknown persons and places. The following tale, also related by Alpenburg, can be considered as typical:

One day in 1832 at three o'clock in the morning the porter Jakob Tunner from Alpbach departed from the Kupal alp in the Hinterriss with a load of 100 pounds of butter for Jenbach. After a quarter of an hour, fog fell in but the porter proceeded as he knew the way very well, having used it a "thousand times" in both directions before. He walked for hours, but he never reached the pass leading to the Inn-valley. At noon he rested and prayed, then he went on again. Finally, late in the night, he perceived a hut in the distance. It was the Kupal alp, from where he had started twenty hours before. He was so confused that he asked after the name of the alp. The herdsmen there said he must have stepped upon an Irrwurzel. 3)


NOTES AND REFERENCES

1)    In Germany the term "Irrfleck" is more popular, which means a  definite spot, a sort of haunted place so to say, where orientation is distorted.

2)    Alpenburg, Johann Nepomuk Ritter von, Mythen und Sagen Tirols,   Verlag von Meyer und Zeller, Zürich 1857, p. 409.

3)    Ibid. p. 410
below the Tratzberg castle, between Schwaz and Jenbach (30 kms east of Innsbruck)
 

Mittwoch, 30. Juli 2014

Zauberfuchs. 

Ja, ja...ich gebe es zu. 
Gestoßen bin ich auf diese Medium über die Regionalbahn. 
Erstmals ein Artikel der weder Werbung noch Motzerei ist - sonderen versucht einen historisch fundierten aktuellen Überblick zu schaffen.
Online scheint die Zeitung schon seit November 2013 zu sein. 
Was mich erstaunt hat: Soweit ich den Inhalt durchstöbert habe - kein Artikel, der versucht, einem irgendeine Meinung reinzupressen. Merkbare Versuche von Recherchearbeit, wie man sie in Zeitungen kaum mehr findet. Daher empfehle ich ab und zu da reinzuschauen....
....und wenn es nur wegen der Schmankerln aus dem Archiv ist (endlich habe ich die Geschichte entdeckt, die mir mein Vater häufig im Hofgarten erzählt hat).

****
Nachtrag: Parteilich scheinen zwar darin auch einzelnen Personen zu sein. Aber in den Texten, die ich mir durchgesehen habe fiel mir nichts Bedenkliches auf. Natürlich lese ich eher Kolumnen, wie "Spurensuche" - oder z.B. diese anschauliche Rechnerei.

Montag, 14. Juli 2014

Vogelnest





 Schon interessant, was Vögel unter einem geschützten Ort verstehen. Ich hoffe der Blog wird nicht von Katzen gelesen.

Sonntag, 29. Juni 2014

Neue Aussichtsplattform

Nur, um den Paschberg in die rechte Position zu setzen wurde wohl diese Aussichtsplattform am Bergisel geschaffen ;-) 

Als Teil eines neuen Panoramawegs um den Bergisel biete diese auskragenden Konstruktion mit Gitterosten und Glasboden Tiefblick in die Sillschlucht und direkt auf den Westabhang des Paschbergs mit der Villerstraße. Noch ist der Weg offenbar nicht zur Gänze fertiggestellt - aber schon gut begehbar. 
Der Wegverlauf wird demnächst auf OSM eingetragen sein.

Im März war die Plattform noch in Bau
 
Nun ist ein schön angelegter Weg vom Parkplatz am Panorama Tirol bis zum Sonnenburgerhof vorhanden.


Die plattform selbst ist  ca. 10m tiefer als der Panoramweg gesetzt und mit  Treppen erreichbar. die vorderste Spitze ist mit  einem Glasboden versehen.

Dienstag, 24. Juni 2014

Der Geschriebene Stein

Endlich.... 
Finallly.....
Am längsten Tag am Geschriebenen Stein. On the longest day of the year, visiting the Geschriebenen Stein (The “Written Stone” is a large block of glacial detritus, about the size of a small house or a large elefant, with mysterious letters and symbols carved onto its sides.  It stands alone at a good 2000 meters above sea level behind the summit of the Patcherkofel. It is said that Emperor Maximilian himself may have etched his name into the rock, although it was more likely his hunters that did it. — ed)
Tatsächlich scheint der Geschriebene Stein "Bschriebener Stoan" zu heißen... 

Zitat aus einer Abhandlung von Herrn Dr. Herbert Kuntscher, Innsbruck – Troisdorf (Quelle: Herbert Kuntscher, Der "Bschriebene Stein" im Vikartal, in: Tiroler Heimatblätter, 19. Jahrgang, Heft 7/8/9, 1941, S. 99 - 103.):

Wahrscheinlich dürfte es so gewesen sein, dass in weiter zurückliegender Zeit Besucher die ersten Zeichen schlugen. Als in der Folge die Jäger und Hirten, die in dieser Gegend weilten, den Felsblock näher betrachteten, bemerkten sie diese und der Stein erhielt seinen besonderen Namen. Hin und wieder nun meißelten auch sie Buchstaben ein und konnten sie nicht schreiben (was wohl meist der Fall war), so wurde eben mit mehr oder minder großer Geschicklichkeit und Sorgfalt ein Kreuz oder sonst ein Zeichen eingeritzt. So kam das Durcheinander der seltsamen Zeichen zustande, von dem der Block seinen Namen trägt. Dieser Hang zur Hinterlassung von „Andenken“ äußert sich auch an den an einigen Stellen sichtbaren Anfangsbuchstaben von Namen, die mit roter Farbe auf den Stein gepinselt wurden. Ein Hirte der Gegend meinte sogar, dass deswegen der Stein so genannt werde. 

Quote from an essay by Dr. Herbert Kuntscher, in “Tiroler Heimatblätter”, 1941:

It probably came to pass in this way: that the first signs were made by visitors from times in the distant past. When hunters and shepherds later began to frequent the area, they noticed the markings and referred to the stone by them. Now and again they would add letters themselves, and if they could not read nor write (as was often the case), they would carve in a cross or other symbol, with varying degrees of skill and care. In this way the stone got its mishmash of strange symbols from which it takes its name.
This inclination of leaving “mementos” behind is supported by the presence of initials, painted on here and there with red paint. In fact, a shepherd in the area said he thought that the stone got its name from these painted monograms.


 

Sonntag, 15. Juni 2014

Iglerbahn, Betriebsbaufnahme

 
wieder das gewohnten morgendliche Bild....


Aber zumindet um 16h17 ab Bergisel nur 4 Fahrgäste (inkl. mir vorne beim Fahrer)

 Sie fährt wieder. Schneller, ruhiger. 
Allerdings sind ein paar "Ecken", die vormals in der Linienführung drin waren, geblieben. Insgesamt aber eine deutlich bessere Fahrdynamik. 
Leider wird die Bahn noch nicht sehr stark genutzt.... 

Zur Erinnerung: Der Gleistausch war höchste Zeit. Vor allem in den Bogen wurden die Schienenköpfe verschlissen. Hier sieht man ein gebrauchtes Pofil (bei Station Tummelplatz, Mai 2014). Dieses müsste symmetrisch sein. Tatsächlich hat sich aber der Spurkranz des Rades in den Kopf gefräst.

Samstag, 7. Juni 2014

Ähnlichkeiten; am Hechenberg

In Ermangelung der Iglerbahn und der damit einhergehenden Vernachlässigung des Paschbergs bemerke ich, dass meine Neigung, Orte zu vergleichen und Ähnlichkeiten zu suchen ein neues Betätigungsfeld gefunden hat. Da trifft es sich gut, dass es sich dabei sozusagen um seine Antipode bezogen auf Innsbruck bzw. um das Ergebnis einer Kollineation des Paschbergs, unter der Voraussetzung das Innsbruck ein Punkt wäre, handelt. Ganz so mathematisch exakt ist es wohl nicht – eher die Folge von Umformungen von kognitiven Karten (so wie man sich z.B. im London nördlich der Themse ganz gut orientieren kann, und irgendwann feststellt, dass man dabei tatsächlich immer nur vergleichend an Hötting dachte). 

Bevor man einen Blick auf die Karte wirft, lässt sich die Frage nach der Antipode des Paschbergs zumindest aus meiner Sicht schon recht leicht beantworten: Wo hält die Bahn in der Nähe von Innsbruck noch mitten im Wald? Hochzirl ist das Tantegert dieser Gegend, und der Hechenberg – vielleicht noch treffender der Raum zwischen Leithen und Kranebitten – ist die Maximalversion des Paschbergs. Worin sich die beiden Berge unterscheiden, liegt zwar auf der Hand (v.a. Gesteinsart, Größe); doch fallen Ähnlichkeiten ins Auge. Die Bahn (noch dazu vom selben Konstrukteur) lassen wir jetzt außer acht. Was besonders verbindet ist die unter Wald verborgene Topgraphie des wegsamen Teils des Bergs. 

In the absence of the Igler trains and the accompanying neglect of the Paschberg I’ve noticed that my tendency to compare places and look for similarities between them has found a new area of interest. So it was fortuitious that this involves a counterpart to the Paschberg, if one draws a line from the Paschberg through the center of Innsbruck and beyond. It’s actually not so mathematically exact — rather the result of the forming of cognitive maps (as  for example one can orient oneself well in London north of the Thames, and realizes at some point that one actually is thinking the whole time of Hötting)

Before taking a look at the map, the question of the Paschberg’s diametric opposite is answered easily with the further question: Where is there a railway through woodlands in the proximity to Innsbruck? Hochzirl is the Tantegert of this area, and the Hechenberg — perhaps more accurately speaking, the area between Leithen and Kranebitten — is the Paschberg writ large. The differences between the two mountains are easy to spot (geological makeup, size, etc.) but the similarities are just as evident. Putting the railways (from the same construction engineer, no less) aside for now, what stands out in particular is the topographical features of the accessible parts of the mountain.
 

Der Kollineationspunkt liegt - ähm - im Flughafen....the kollineation-point between Paschberg and Hechenberg ist set at the .... Airport
 
 Der Hechenberg reizte mich schon als Kind – damals erwartete ich mir, dass sich hinter den waldig bepelzten Felswänden Plateaus mit schöner Fernsicht auftäten. Dementsprechend sind auch mit dieser Gegend ähnlich wie mit dem Paschberg Erinnerungen verknüpft. Die Stimmung dieser Erinnerung ist allerdings etwas anders – und nachdem ich nun gestern den Berg von Hochzirl bis Kranebitten be- und umgangen bin erinnerte ich mich auch wieder daran, dass der Hechenberg für mich einen Berg der Umkehr ist. 

Umkehren ist schließlich das wichtigste beim Berggehen. Nur wer rechtzeitig umkehrt hat eine höhere Chance zurückzukommen (trivial). Das beweist auch z.B. das Bild mit dem eigentlich vor dem Hintergrund der wahren Geschichte dämlichen Titel „Nie zurück“, das tatsächlich eine historische Umkehr zeigt – nämlich den Abbruch der österreichischen Nordpolexpedition. 

Mein erster Versuch auf den Hechenberg zu kommen endete in der Jausenstation Brunntal. Das war so ca. im Alter von 8 Jahren. Die Umkehr war da eher müdigkeitsbedingt. 

Der zweite Versuch war dann erfolgreich (mit ca. 25) wobei ich allerdings zweimal beinahe umgekehrt wäre, meinen damaligen Kollegen, die mitgingen hatten aber glücklicherweise die Geduld , dass ich mich mental auf die kritischen Abschnitte vorbereiten konnte. Die Lehre von damals: Nie wieder Schleifwandsteig. 

Beim Dritten (mit ca. 35) ging es dann schon ganz glatt – übers Hechenbergl- wobei ich mich an jeder Stelle versicherte dass ich schon umkehren könnte. 

Dieses Jahr habe ich nun den lange gehegten Wunsch, von Hochzirl aus, möglichst dem Kamm des Berges bis zum Gipfel zu folgend, den Berg zu erwandern. Das Besondere dabei – es sollte ein Streifzug durch die Wälder auf der Rückseite des Berges werden. Das Problem daran ist allerdings dass die dort verlaufenden Wege zwar prinzipiell existent sind, jedoch keine Markierung haben, und aufgrund der geringen Breite (ca. 15cm) schnelle einmal mit den Steigspuren des Wilds verwechselt werden können. Außerdem scheinen die Jäger, die vornehmlich diese Wege nutzen, eine besondere Vorliebe für exponierte Wegführungen zu haben, was hier selbst im Wald gelingt. 

Wenn man nun als berücksichtigt, dass die Wege die den Kamm entlang führen einen Tendenz haben sich den Abgründen am Inntal zu nähern und dort dann in etliche Trittspuren aufzufächern, die in jenen Wände führen in denen sich auch Kaiser Max verstieg, so ist klar, dass man bei Aufstieg die Umkehr im als Option im Auge behalten muss. So gelingt es vom Paschberg gewohntes eigenes Verhalten zu transponieren – wenn Zeit keine Rolle spielt und der Gipfel nicht das Ziel ist kann man auch mal analytisch spielerisch Wege suchen. Kämpfen muss man nur mitunter gegen die Versuchung weiterzugehen, dass der eingeschlagene Weg nach der nächsten Ecke vielleicht wieder besser werden könnte.


Even as a child I was enchanted by the Hechenberg — I anticipated that behind each furry cliff face lay plateaus with views far into the distance. In this way both areas are similarly linked in my memory. The mood of the memory here differs, however, and after I traversed the area between Hochzirl and Kranebitten yesterday, I remembered that, for me, the Hechenberg is a Place of Turning Back.

Turning back is, after all, the most important aspect of mountain climbing. He who turns back at the right time has a higher chance of returning. Proof lies for example in the title “No Return”, of a painting by Julius von Payer which actually depicts an historic turning back, namely the abandonment of the Austrian expedition to the North Pole.

My first attempt to the summit of the Hechenberg ended at the inn at Brunntal. I must have been about 8 years old, and too fatigued to continue.
The second attempt at around age 25 was successful, whereby I almost turned back twice; fortunately, my fellow climbers had the patience to give me time to mentally prepare myself for the more difficult parts. The lesson learned: never again the Schleifwandsteig.

The third visit, about 10 years later, went without a hitch via over the Hechenbergl — although I was thinking that I -could- turn back at every curve.

This year I fulfilled the long-cherished wish to follow, beginning at Hochzirl, the crest of the mountain as closely as possible to the summit. Ideally this should be a ramble through the woods on the backside of the mountain. However the problem with this is that the routes — although they exist in principle — are not marked, and due to their narrowness may be easily confused with the trails of wild animals. In addition, the hunters who primarily use these paths seem to have a special predilection for exposed designed layout, achieved even here in the forest.

If one takes into account that the paths along the crest tend to approach the Inn Valley at the abysses, and fan out from there in a number of tracks leading to those cliffs where Emperor Maximilian overextended himself, it is clear that one must keep the reversal in mind as an option during the ascent.

 This enables one to transpose ones own behavior when on the Paschberg — when time is of no concern and the summit is not the goal, is one can go searching for analytically playful paths. One must only fight against the temptation to press on to see what lies around the next curve.
 

 
Höhenprofil....mir kam es beim gehen eher wie einen berg- und talfahrt vor - nun sieht es aber recht konstatn aus. Links sieht man sozusagen das Abbild des Berkammes.  rechts vom Gipfel (Kirchberger Köpfl): der "flache Abstieg" durch die Flanke der Kranebitter Klamm (gegenüber des Schleifwandsteigs) bis Kranebitten.
 Elevation Profile .... while walking, it felt to me more like ascent and descent - but here it looks pretty constant. On the left mountain crest. Right of the peak (Kirchberger Koepfl): the "flat descent" by the rim of the Kranebitter gorge (opposite the Schleifwandsteig) to Kranebitten.



Pfeile: Bahnstationen, grün Gasthäuser, gelb Mißweisung GPS, rote Balken: Umkehren
red arrwos: train stations, green circles:inns, yellow: mistakes in GPS track, red lines: turnig back

 ….nach 20km und ca. 1400 Höhenmetern schließe ich, dass der Hechenberg die Verdreifachung des Paschbergs ist ;-) 

(Achtung: die begangenen Wege erfordern großteils Trittsicherheit, Schwindelfreiheit wäre zudem von Vorteil)



Nun ein paar Impressionen vom Paschberg des Karwendels:

Föhrenwälder bei Hochzirl - kein Wunder dass sich hier sozusagen der Zauberberg Tirols befand (ehem .Lungenheilanstalt Hochzirl)

da hinauf gehts....

Zirler Mähder  bzw. Hörbstenböden

Steig, nach Umkehr von der Umkehr von der Umkehr von der Umkehr entdeckt.

Argwöhnische Blicke erntet man von den Einheimischen.

Zimmer im Wald I

Mittenwaldbahn zwischen Leithen und Hochzirl

Zimmer im Wald II


Das rechte Mugele ist die Martinswand (!)
The right hill is the Martinswand (!)

Blick zum Paschberg, dazwischen.....Innsbruck

Die Schluchten hinter dem  Pasch- äh  Hechenberg sehen natürlich anders als das Mühltal aus.... the gorges behind Pasch -eh Hechenberg of course differ from the Mühltal

Blick zurück auf den Hechenberg vom Waldbrandgebiet am Söldensteig westlich von Rauschbrunnen. Viewing back to the Hechenberg from the forestfire area  besides the Söldensteig.